Mit viel Pionierarbeit zu einer festen Größe in der deutschen Bildungslandschaft
12.06.2024
Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Hochschule Fulda

Der Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Hochschule Fulda fand in der Mensa statt. Foto: Alexander Mengel/Hochschule Fulda

Festakt zum Jubiläum „50 Jahre Hochschule Fulda“

50 Jahre bewegte Geschichte, viel Pionierarbeit, Exzellenz in Forschung und Lehre sowie ein starkes Wachstum: Unter diesen Vorzeichen feiert die Hochschule Fulda in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Zum offiziellen Festakt im modernen Mensagebäude auf dem Campus begrüßte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar rund 800 Gäste, darunter Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, den hessischen Wissenschaftsminister Timon Gremmels, Staatssekretär Christoph Degen, Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie die Vorsitzende des Hochschulrats und Präsidentin der TH Köln, Prof. Dr. Sylvia Heuchemer.

Der Präsident der Hochschule Fulda blickte auf die stolze Entwicklung der Bildungseinrichtung zurück, die sich innerhalb eines halben Jahrhunderts „von einer auf die Lehre beschränkten Fachhochschule der 1970er Jahre zu einer der forschungsstärksten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland“ entwickelt hat. Die Anfänge im Gründungsjahr 1974 waren eher bescheiden: An der damaligen FH waren gerade einmal 750 Studierende eingeschrieben. Heute sind es knapp 9.000 junge Menschen, die an acht Fachbereichen in rund 60 Studiengängen an der Hochschule Fulda studieren. Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten von weniger als 100 auf mehr als 850 angestiegen. Damit hat sich die Hochschule Fulda auch zu einer wichtigen Arbeitgeberin in der Region entwickelt.

Khakzar betonte, dass die Hochschule Fulda auf ihrem Weg zu einer festen Größe in der deutschen Bildungslandschaft immer wieder beachtliche Pionierarbeit geleistet habe: „Ein auf die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse der Studierenden ausgerichtetes, vielfältiges Studienangebot, die Akademisierung von Gesundheitsfachberufen, das eigenständige Promotionsrecht, die Mitgliedschaft in einer EU-geförderten Europäischen Hochschulallianz und der erfolgreiche Einsatz für Chancengerechtigkeit und Gleichstellung sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass Fulda eine ganz besondere Hochschule hat.“

Auch Ministerpräsident Rhein lenkte das Augenmerk auf das Thema Promotionsrecht: „Die Einführung 2016 war ein Meilenstein für die Hochschullandschaft in Hessen. Als damaliger Wissenschaftsminister durfte ich der Hochschule Fulda als erster deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften das eigenständige Promotionsrecht verleihen. Es unterstreicht nicht nur die wissenschaftliche Exzellenz und das innovative Potenzial dieser großartigen Institution, sondern stärkt auch die Region als attraktiven Bildungs- und Forschungsstandort.“ Acht Jahre später könne man festhalten, dass diese Rechtsanpassung ein Gewinn für alle sei: für die Hochschulen, für die Studentinnen und Studenten und für das Land, betonte Rhein und fügte hinzu: „Sie alle können stolz darauf sein, wie sich Ihre Bildungsinstitution entwickelt hat.“

Fuldas Oberbürgermeister Wingenfeld unterstrich in seinem Grußwort die starke regionale Verankerung der Hochschule und die positiven Effekte für Fulda und Osthessen: „Seit 50 Jahren ist die Hochschule Fulda aus unserer Stadt, aus unserer Region nicht mehr wegzudenken. Die Studierenden und Lehrenden, die aus dem ganzen Bundesgebiet und aus dem Ausland zu uns kommen, weiten unseren Horizont, sie machen Fulda internationaler und öffnen Fuldas Blick für die Welt.“ Die Hochschule Fulda spiele zudem eine wichtige Rolle für den regionalen Arbeitsmarkt, sagte Wingenfeld: „Die hoch qualifizierten Absolventinnen und Absolventen sind interessant als potentielle Fachkräfte für unsere Unternehmen. Jüngstes Beispiel dafür ist die Kooperation mit der Universität Marburg im Bereich Medizin, durch die wir uns langfristig positive Effekte für die medizinische Versorgung in der Region erwarten.“ Seine Gratulation schloss der OB mit den Worten: „Ich freue mich auf die nächsten 50 Jahre Inspiration und Entwicklung!“

Als Vorsitzende des Hochschulrats lobte Prof. Dr. Sylvia Heuchemer die Entwicklung der Bildungseinrichtung: „50 Jahre Hochschule Fulda – ein halbes Jahrhundert, in dem sich die Hochschule zu einer modernen Hochschule entwickelte, die in vielen Bereichen als Pionierin gilt und die immer wieder eindrucksvoll zeigt, dass sich Anwendungsorientierung und wissenschaftliche Exzellenz, regionale Verankerung und internationale Ausrichtung, Vielfalt und Qualität nicht ausschließen, sondern vielmehr gegenseitig befruchten.“ Sie sei eine Hochschule, die es verstehe, ihr Selbstverständnis und ihre strategischen Entwicklungsziele eindrucksvoll in Handeln zu übertragen und für die Hochschulgemeinschaft ebenso wie für Partner*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erkennbar und erfahrbar zu machen, betonte Heuchemer während der Feierstunde, die per Live-Stream auch in die Halle 8 auf dem Campus sowie ins Internet übertragen wurde. Zusammenfassend charakterisierte sie Hochschule Fulda so: „Sie nimmt die großen Herausforderungen unserer Zeit bewusst auf und adressiert diese – in Lehre, Forschung und Transfer.“

Für die Studierenden an der Hochschule Fulda sprach Fee Weidmann, Erste Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Sie betonte, sie wünsche der Hochschule „Offenheit, Solidarität und Menschlichkeit, die unseren Campus schmücken und unsere Studis durchdringen.“ Gleichzeitig appellierte sie an die Bundes- und Landespolitik, die öffentlichen Gelder für Forschung und Bildung zu erhöhen, um von Drittmitteln unabhängig zu werden. Ihre Vision sei eine Hochschule, an der „Demokratie von Menschen für Menschen gemacht und gelebt wird. Ich wünsche mir Neugierde und Begeisterung für Wissen jeglicher Art.''

Hochschulpräsident Khakzar hatte zuvor auch den Blick nach vorne gerichtet und dabei nicht nur die weitere bauliche Entwicklung des Campus und die Verhandlungen um den Hochschulpakt 2026-2030 angesprochen, sondern auch den immer wichtiger werdenden gesellschaftlichen Auftrag der Hochschulen in den Fokus genommen: „Es gibt die klare und berechtigte Erwartung, dass wir als Hochschulen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das betrifft nicht nur Lehre und Forschung, sondern umfasst auch die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und das Einstehen für Werte und Haltungen, die für ein friedliches Zusammenleben in Freiheit wichtig sind.“

Musikalisch begleitete den Festakt das Projekt-Trio „50 years later" – ein besonderes Intermezzo, denn Kontrabassist Gerhard Klink stand bereits 1974 bei der Gründungsfeier der Fachhochhochschule Fulda im Fuldaer Stadtsaal mit der Hochschulband auf der Bühne. Die damalige Jazzcombo bestand aus Studierenden des ehemaligen Fachbereichs Musik des Pädagogischen Fachinstituts und des Fachbereichs Sozialarbeit der Fachhochschule Gießen, Außenstelle Fulda. Gerhard Klink ist seit 1978 regelmäßig als Lehrbeauftragter im Fachbereich Sozialwesen tätig und damit der Hochschule immer verbunden geblieben. Für einen weiteren Höhepunkt bei der kurzweiligen Umrahmung des Programms sorgte der „Science Slam“ mit Prof. Dr. Jörg Kreiker, Vizepräsident für Digitalisierung der Hochschule Fulda.

Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Hochschule Fulda

Video „50 Jahre Hochschule Fulda"