Herausragende Auszeichnung für Hochschule Fulda durch EU
05.07.2023
Für die Aufnahme der Hochschule Fulda in die Europäische Hochschulallianz haben sich an der Hochschule unter anderem eingesetzt (v.l.): Thomas Berger, Beauftragter für das EU-Forschungsmanagement, Prof. Dr. Claudia Kreipl, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer, Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar, Julia-Sophie Rothmann, Leiterin des International Office, sowie Ronja Pralle, Koordinatorin für die Europäische Hochschulallianz E³UDRES². Foto: Uli Mayer/Hochschule Fulda
Die Europäische Kommission hat am 3. Juli 2023 die Förderung der Europäischen Hochschulallianz „Engaged and Entrepreneurial European University as Driver for European Smart and Sustainable Regions“ (E³UDRES²), an der auch die Hochschule Fulda beteiligt ist, bekannt gegeben. Insgesamt wird die Kooperation aus neun Partnerhochschulen in der nunmehr zweiten Förderphase von Oktober 2023 bis 2027 mit 14,4 Millionen Euro unterstützt. Die Hochschule Fulda ist bereits seit Juni 2022 assoziiertes Mitglied der Hochschulallianz, erhielt allerdings bisher keine Fördermittel der EU. Als eine der antragstellenden neun Hochschulen des Netzwerks zählt sie jetzt offiziell zu den Vollmitgliedern des Konsortiums und wird in der nun bewilligten Förderphase zum ersten Mal mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert. Finanziert wird die Hochschulallianz E³UDRES² durch das EU-Programm Erasmus+.
„Mit dem positiven Bescheid aus Brüssel gehören wir nun in Europa zu einem exklusiven Kreis an Hochschulen, die Mitglied in einer der insgesamt 50 Europäischen Hochschulallianzen mit Förderung durch die EU sind. Dies ist nicht nur eine große Auszeichnung, sondern bedeutet für die Hochschule Fulda auch einen enormen Impuls für die Internationalisierung“, freut sich Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar. „Wir zählen damit zu ganz wenigen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland, die in dem von der Europäischen Kommission ausgeschriebenen Wettbewerb erfolgreich waren. Von dem Netzwerk aus insgesamt neun Hochschulen werden Studierende, Lehrende und Forschende, aber auch die Stadt und die Region zukünftig profitieren“, ist sich Khakzar sicher. „Geplant ist auch die Vernetzung von Unternehmen verschiedener europäischer Regionen. Damit fördern wir in unserer Region zukunftsweisende Innovationen und stärken den Standort Fulda als Innovationsmotor für Osthessen und darüber hinaus.“
E³UDRES² ist eine Allianz von neun europäischen Hochschulen, die in kleinen und mittelgroßen Städten außerhalb der großen Metropolregionen angesiedelt sind. Die Allianz hat zum Ziel, eher ländlich geprägte Regionen zu vernetzen und ihre langfristige Entwicklung zu zukunftsfähigen und nachhaltigen Regionen zu unterstützen. Der inhaltliche Fokus liegt auf vier gemeinsamen Forschungs- und Handlungsfeldern: „Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Inklusion“, „Digitale Lösungen und innovative Technologien“, „Resiliente Ökonomie und Innovation“ und „Kreativindustrie für regionale Identität“. Von dem Netzwerk profitieren sollen gleichermaßen Studierende, Wissenschaftler*innen, lokale Unternehmen und Organisationen sowie Bürger*innen der Region.
Innerhalb des Förderzeitraums wollen die Kooperationspartner auf fünf strategische Ziele hinarbeiten: (1) Lernende zur Entfaltung ihrer Talente befähigen, (2) die Lücken zwischen Lehre, Forschung, Innovation und Gesellschaft schließen und die Hochschulen der Zukunft gestalten, (3) Förderung von Start-ups und unternehmerischem Denken (4) durch Engagement in regionalen Gemeinschaften zu einer friedlichen und wohlhabenden Gesellschaft beitragen, (5) durch die Entwicklung zu einer Europäischen Hochschule Exzellenz gewährleisten.
Im Bereich der Lehre bedeutet dies beispielsweise, dass gemeinsame innovative Lehrformate auf- und ausgebaut werden sollen, um sie in bestehende Studiengänge zu integrieren. So sollen in sogenannten „I Living Labs“ internationale Gruppen aus Studierenden während mehrerer Wochen Lösungen für Herausforderungen aus dem Alltag regionaler Unternehmen erarbeiten. Darüber hinaus sind weitere hochschulübergreifende Lehrveranstaltungen geplant mit dem Ziel, mittelfristig gemeinsame Studiengänge anzubieten. Im Bereich der Forschung werden neben der Vernetzung von Wissenschaftler*innen in den vier Forschungsfeldern auch gemeinsame Promotionsprogramme angestrebt, in deren Rahmen der Doktortitel erworben werden kann.
Die Hochschulallianz ist langfristig angelegt und soll nach Abschluss der Förderphase 2027 verstetigt werden. Das Fernziel der EU ist die Gründung länderübergreifender europäischer Universitäten mit verteilten Standorten.
Schritt für Schritt zur Internationalisierung
Die Hochschulallianz E³UDRES² gibt es bereits seit 2020. Ursprünglich schlossen sich sechs Hochschulpartner zur Allianz zusammen, die den Antrag für die erste Förderphase von 2020 bis 2023 gestellt haben. Letztes Jahr wurden drei weitere Hochschulen in einem kompetitiven Auswahlverfahren zunächst als assoziierte Mitglieder in die Allianz aufgenommen, unter anderem die Hochschule Fulda. Die neun Kooperationspartner haben im Januar gemeinsam die Förderung für die zweite Förderphase von Oktober 2023 bis 2027 beantragt, die nun bewilligt wurde.
Kooperationspartner der Europäische Hochschulallianz E³UDRES² sind: Hochschule Fulda – University of Applied Sciences (Deutschland), Hungarian University of Agriculture and Life Sciences (Ungarn), Jamk University of Applied Sciences (Finnland), Politehnica University Timișoara (Rumänien), Polytechnic Institute of Setúbal (Portugal), Saxion University of Applied Sciences (Niederlande), St. Pölten University of Applied Sciences (Österreich), UC Leuven-Limburg University of Applied Sciences (Belgien) und Vidzeme University of Applied Siences (Lettland).
Weitere Partnerschaften, u.a. mit Hochschulen aus der Ukraine, sind bereits konkret geplant.
Hintergrund zu Europäischen Hochschulallianzen
Die Europäische Kommission hat in der 2017 veröffentlichten Strategie für europäische Hochschulen („European Strategy for Universities“) das Ziel ausgegeben, in den kommenden Jahren insgesamt bis zu 60 Europäische Hochschulallianzen aus über 500 europäischen Hochschulen aufzubauen und zu fördern. Für dieses ambitionierte Vorhaben stellt die Europäische Union bis 2027 über 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Rahmen mehrerer offener Ausschreibungen konnten sich Zusammenschlüsse europäischer Hochschulen mit innovativen und zukunftsweisenden Konzepten um den Titel einer „Europäischen Hochschulallianz“ („European University Alliance“) mit entsprechender Förderung durch die EU bewerben. Dem Aufruf sind viele Hochschulen gefolgt und haben sich damit dem äußerst kompetitiven Wettbewerb gestellt. Seit der ersten Ausschreibung 2019 waren insgesamt 50 Europäische Hochschulallianzen erfolgreich, daran beteiligt sind 52 Hochschulen aus Deutschland. Neben einer Reihe von renommierten Universitäten, darunter alle 12 sogenannten Exzellenzuniversitäten wie die Universität Heidelberg, die Ludwig-Maximilians-Universität München oder die Humboldt-Universität in Berlin, haben es auch einige wenige Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) in den Kreis der erfolgreichen deutschen Hochschulen geschafft. Dazu zählt nun auch die Hochschule Fulda als eine von insgesamt nur 7 deutschen HAWs. Ziel des langfristig angelegten Förderprogramms der Europäischen Kommission ist es, den Europäischen Bildungs- und Forschungsraum durch engere transnationale Zusammenarbeit im weltweiten Wettbewerb zu stärken. Insgesamt gibt es in Europa ca. 5.000 Hochschulen.