Sparkassenpreis für drei Absolvent*innen der Hochschule Fulda

11.07.2022
Sparkassenpreis an  Hochschulabsolvent*innen vergeben

Selina Birkenbach und Michael Deuchert bekamen den Sparkassenpreis im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten des Fachbereichs Angewandte Informatik von Richard Hartwig, Vorstandsstab Sparkasse Fulda, überreicht. (Foto: Hochschule Fulda)

Persönlich und mit Publikum sollte es dieses Mal sein: Die Hochschule Fulda hat etwas später als üblich den Sparkassenpreis 2021 für herausragende Abschlussarbeiten verliehen.

Drei Preisträger*innen durften den Sparkassenpreis in Empfang nehmen. Sie hatten die Jury nicht nur mit wissenschaftlich sehr guten Arbeiten überzeugt, sondern auch mit ihren praxisnahen Ansätzen und gesellschaftlich höchst relevanten Themen.

Für die Sparkasse Fulda gratulierte Richard Hartwig vom Vorstandsstab Sparkasse Fulda: „Die drei Arbeiten sind Exzellenz 'made in Fulda'. Sie zeigen das Potenzial, das unsere Stadt und unsere Hochschule in den anstehenden wirtschaftlichen und ökologischen Transformationsprozess einbringen kann.“

Damit die Energiewende gelingt
Michael Deuchert (29) lieferte mit seiner Masterarbeit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Der Absolvent des Fachbereichs Angewandte Informatik verglich zwei auf künstlicher Intelligenz beruhende Verfahren zur Prognose von Energieverbrauchswerten. Solche Prognosen sind wichtig, weil Wind und Sonne weniger verlässlich Strom liefern als die klassischen Kraftwerke. Erfolgt eine enge Abstimmung zwischen Erzeugern und Verbrauchern, dann ist es möglich, den Verbrauch abzuschätzen und das E-Auto zu laden oder die Spülmaschine anzuschalten, wenn viel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht.
„Ohne eine deutlich verbesserte Digitalisierung wird der Weg zur Klimaneutralität kaum erreichbar sein, und Deutschland und die EU verlieren den Anschluss an die Wettbewerber aus den USA und China“, betonte Professor Dr. Frank Klingert. Als Erstbetreuer unterstützte er die Arbeit am Fachbereich Angewandte Informatik. Michael Deuchert habe nicht nur in der Wissenschaft viel diskutierte Probleme bearbeitet, sondern auch Ergebnisse geliefert, die sich in den Praxiskontext übertragen ließen. Die Arbeit entstand im Rahmen der Tätigkeit des Preisträgers bei dem Fuldaer Unternehmen it-novum GmbH.  

Was motiviert zu ökologischem Handeln?
Von welchen Faktoren hängt es ab, ob wir tatsächlich ökologisch handeln? Reicht es aus, um die Endlichkeit der Ressourcen zu wissen? Das untersuchte Pamela Antwi Abeyie (24) in ihrer Bachelorarbeit im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften. Konkret beschäftigte sie sich damit, wie sich ökologisch nachhaltiges Wirtschaften in der Gesellschaft umsetzen lässt – eine dringliche Frage, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.
Qualitative Interviews mit zwei Konsumentinnen und zwei Kleinstunternehmerinnen lieferten die Datenbasis, auf der die Absolventin zeigen konnte: Selbst wenn Menschen theoretisches Wissen über Umweltproblemen haben, selbst wenn sie den Wunsch der Veränderung in sich tragen, handeln sie dennoch nicht immer nachhaltig. Auch den Grund dafür arbeitete sie heraus: Wissen allein führt nicht unbedingt zu Verhaltensänderungen. Viel stärker entscheiden die sozialen Kontakte, das Umfeld und die Prägungen des Einzelnen über die zukünftige Nachhaltigkeit der Wirtschaft. „Die Bachelor-Arbeit zeigt: Nachhaltiges Handeln wird weniger auf dem Wege der Belehrung und des bewussten Einstellungswandels motiviert, sondern eher durch alltäglich gangbare Handlungsmöglichkeiten, die im sozialen Umfeld akzeptiert und gemeinsam gelebt werden können“, so Professor Dr.Matthias Klemm, der die Arbeit betreute.  

Medizinische Produkte leichter dokumentieren
Selina Birkenbach (24) zeigte in ihrer Bachelorarbeit im Fachbereich Angewandte Informatik neue Wege für die Technische Dokumentation von medizinischen Produkten auf. Sie entwickelte eine softwarebasierte Lösung, die den Umgang damit erleichtert und weniger fehleranfällig macht. Hintergrund ist: Medizintechnische Produkte unterliegen hohen Qualitätsanforderungen, deren Einhaltung die Hersteller nachweisen müssen. Das erfolgt über die technische Dokumentation. Doch der Prozess ist aufwendig, weil verschiedene staatliche Stellen unterschiedliche Dokumente für die Produktzulassung fordern.

Die Absolventin entwickelte ein generisches Beschreibungsformat, über das die Produkteigenschaften einmalig erfasst werden. Aus dieser Datenbasis lassen sich anhand von Templates die verschiedenen Dokumente produzieren. „Die Lösung vermeidet Inkonsistenzen und macht die vielen parallelen Dokumentenstrukturen beherrschbar“, sagt Professor Dr. Johannes Konert, der die Arbeit betreute. „Keine der uns bekannten Softwarelösungen deckte bisher die Anforderungen an die Medizintechnik-Dokumentation ab.“ Selina Birkenbach skizziere eine gesamte (Web-basierte) Anwendung, die die Autor*innen über Eingabemasken und Querbezüge bei der Erfassung der relevanten Produktmerkmale unterstütze und auf Knopfdruck die passenden Dokumente generiere. „Die prototypische Implementierung entspricht dem neuesten Stand an Webtechnologien und ist durch das neu entwickelte Beschreibungsformat und die Template-Struktur bereits praxistauglich einsetzbar.“

Der Sparkassenpreis wird jedes Jahr an der Hochschule Fulda verliehen. Professor*innen schlagen dazu besonders gute Bachelor- und Masterarbeiten vor. Eine Jury wählt die Preisträger*innen aus.

zurück