Das Zertifikat für Digitalisierung und Kommunikation (ZDK) der Hochschule Fulda ist das Ergebnis einer innovativen Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Angewandte Informatik (AI) und Sozial- und Kulturwissenschaften (SK) der Hochschule Fulda und wurde von Dr. Christine Domke (SK) in Zusammenarbeit mit Dr. Christian Fischer (AI) ins Leben gerufen. Das interdisziplinäre Programm bietet Studierenden die Möglichkeit, theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten zu verknüpfen, um aktuelle gesellschaftliche Themen zu untersuchen und visuell darzustellen.
Sozialkritische Produktfotografie
Im Wintersemester 2025/26 stand die kritische Analyse und kreative Gestaltung von Produktfotografien im Fokus. Das Ziel war es, den Studierenden die Fähigkeiten zu vermitteln, über die traditionellen Grenzen der Produktdarstellung hinauszugehen und gesellschaftskritische Themen in ihren Arbeiten zu behandeln. In gemischten Teams erarbeiteten die Teilnehmenden kritische Projekte, die sowohl technische Fähigkeiten der Informatik als auch die analytische Tiefe der Sozialwissenschaften miteinander kombinierten.
Entwicklung der Projekte
Kursleiter N. Weyel erläuterte, dass sich die Studierenden während des Semesters zunächst mit bereits existierenden Werbekampagnen auseinandersetzten und auf Basis dieser Auseinandersetzung eigene Werke entwickelten.
Ein bewusster Fokus lag auf der Analyse, welche gesellschaftlichen Botschaften unbewusst oder absichtlich durch Werbung transportiert werden. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz war grundsätzlich gestattet, wurde jedoch von den Teams nicht eingesetzt.
Präsentation der Arbeiten
Im Rahmen der Ausstellung präsentierten die Studierenden ihre individuellen Arbeiten, die in Herangehensweise und Gestaltung stark variierten. Einige Teams nutzten das Fotostudio am Fachbereich, andere zogen Außenaufnahmen vor, um die unterschiedlichen Inhalte und Umgebungen für ihre Inszenierungen einzufangen.
Die Arbeiten der Studierenden demonstrieren nicht nur ihre Kreativität und Fähigkeit zur kritischen Analyse, sondern auch ihr Engagement, über künstlerische Mittel wichtige gesellschaftliche Themen zu adressieren.
"Zwischen Himmel und Hölle"
Ein konkretes Beispiel ist das Werk "Zwischen Himmel und Hölle", das satirisch auf das Originalplakat des Bierherstellers Astra anspielt. Die Darstellung zielt darauf ab, den fragwürdigen Umgang mit Alkohol in der Werbung zu entlarven und ein Bewusstsein für die Risiken des übermäßigen Alkoholkonsums zu schaffen.
Das Originalbild zeigt eine männliche Person, die sich zwischen einer weiblichen Person und einem Bierkasten wiederfindet. Der Betrachter soll entscheiden, welche der Seiten „Himmel“ und welche „Hölle“ darstellt. Durch die Platzierung von Bierkästen auf beiden Seiten der Schlüsselfigur kritisieren die Studierenden die fest verankerte Rolle von Alkohol in der deutschen Kultur und Hinterfragen die oft verharmlosenden Werbestrategien.
Wie es mit dem ZDK weitergeht…
Im Sommersemester 2026 wird ein Anschlussmodul angeboten, in dem die Studierenden unter der Leitung von Dr. Antje Pfab (SK) und N.Weyel (AI) das Thema “Fotografie und Bildsprache” erkunden.
Der Fokus wird darauf liegen, durch fotografische Gestaltung und Interviews persönliche Geschichten zu dokumentieren und die Protagonist*Innen in ihren natürlichen und authentischen Umgebungen festzuhalten.
Hier geht es zur Webseite des ZDK.










