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Produktionsmanagement in der Praxis:
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Drei Exkursionen, viele Einblicke
04.03.2026

Gruppe von Studierenden vor dem Firmensitz der Möller Medical GmbH
Im Rahmen des Moduls Produktionsmanagement im Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen unternahmen die Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Thies Beinke drei Exkursionen zu regionalen Industrieunternehmen. Die Besuche boten die Möglichkeit, zentrale Inhalte der Lehrveranstaltung direkt in der Praxis zu erleben und aktuelle Fragestellungen moderner Produktion aus erster Hand zu diskutieren.
JUMO: Auf dem Weg zur „Schwarzen Fabrik“
Die erste Exkursion führte zum Werk Sensilo der JUMO. Im Mittelpunkt stand die Frage, was sich hinter dem Konzept der „Schwarzen Fabrik“ bzw. einer weitgehend autonomen Produktion tatsächlich verbirgt. Dabei wurde deutlich, dass Vollautomatisierung weit mehr ist als der Einsatz von Robotik. Entscheidend sind vor allem stabile und reproduzierbare Prozesse, eine hohe Datenqualität und durchgängige Traceability, ein funktionierender Materialfluss sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Diskussion mit den Fachverantwortlichen vor Ort zeigte, wie eng technologische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Aspekte miteinander verzahnt sind und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Automatisierung nachhaltig erfolgreich umgesetzt werden kann.
MORELO: Taktung trotz Losgröße 1
Bei der MORELO Reisemobile GmbH erhielten die Studierenden Einblicke in eine Fertigung, die durch eine hohe Variantenvielfalt und kundenindividuelle Produkte geprägt ist. Besonders spannend war die Frage, wie sich eine getaktete Produktion mit dem Prinzip der Losgröße 1 vereinbaren lässt. Themen wie Modularisierung, Vorfertigung, Materialbereitstellung und der Umgang mit schwankenden Bearbeitungszeiten verdeutlichten die Zielkonflikte zwischen Planbarkeit und Flexibilität. Die Exkursion machte anschaulich, welche hybriden Ansätze notwendig sind, um auch in einem High-Mix-/Low-Volume-Umfeld stabile und effiziente Prozesse zu gestalten.
MÖLLER Medical: Verbesserungsideen unter regulatorischen Anforderungen
Die dritte Exkursion zur MÖLLER Medical stellte die Besonderheiten der Produktion in der Medizintechnik in den Fokus. Hier wurde deutlich, dass Verbesserungsmaßnahmen nicht allein nach Effizienzgesichtspunkten priorisiert werden können, sondern immer im Spannungsfeld von Patientensicherheit, regulatorischen Anforderungen und Qualitätsmanagementsystem bewertet werden müssen. Die Studierenden lernten, wie strukturierte Bewertungslogiken, klare Umsetzungsprozesse und messbare Kennzahlen dazu beitragen, Veränderungen wirksam und nachhaltig zu implementieren.
Wir bedanken uns bei unseren Kooperationsunternehmen JUMO und Möller Medical sowie Morelo für die exklusiven Einblicke und den Mitarbeitenden, welche unsere Studierenden herzlich empfangen und sich viel Zeit für eine engagierte, verständliche und spannende Führung genommen haben.
Der enge Praxisbezug bei Exkursionen stärkt die Studierenden, vermittelt ein tiefes Verständnis aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen und unterstreicht die praxisorientierte Ausbildung am Fachbereich und der Hochschule Fulda und stelle eine zentrale Voraussetzung für eine zukunftsorientierte und anwendungsnahe Ausbildung von Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieuren dar.

