Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen (SH-Gruppen) sind Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gemeinsames Problem haben, z. B. unter einer chronischen Krankheit leiden oder mit einer Behinderung leben und zurechtkommen müssen.

Auch Angehörige von Betroffenen schließen sich in SH-Gruppen zusammen. SH-Gruppen dienen der psychosozialen Unterstützung und Beratung ihrer Mitglieder, sind zugleich auch Interessenvertretungen im gesellschaftspolitischen Raum.

SH-Gruppen haben häufig einen therapeutischen Anspruch, z. B. Suchtabstinenz oder Gewichtsreduktion. Sie arbeiten ohne fachtherapeutische Leitung. Das Kriterium der eigenen Betroffenheit zeichnet die SH-Gruppe aus. Sie werden ehrenamtlich geleitet, häufig haben sie sich als gemeinnützige Vereine organisiert, manchmal bestehen sie nur in einer regelmäßigen Zusammenkunft von Betroffenen. SH-Gruppen werden auch von verschiedenen freien Trägern, Kirchen oder auch Krankenkassen initiiert und materiell unterstützt.

SH-Gruppen sind ein wichtiges Element in der sozialen und zwischenmenschlichen Unterstützung und wirken dem, mit einer Krankheit verbundenen, sozialen Rückzug und einer Isolation entgegen. Krankheit und Behinderung wird dadurch nicht als Einzelschicksal erfahren.

In Deutschland soll es bis zu 100.000 Selbsthilfegruppen geben. Wegen der Vielfalt und der unterschiedlichen Organisationsformen ist die Selbsthilfeszene ständig in Bewegung. In Berlin gibt es eine Dachorganisation der SH-Gruppen, die bei der Suche oder Initiierung einer SH-Gruppe Unterstützung anbietet: NAKOS (www.nakos.de).

Auf Landesebene: Der paritätische Wohlfahrtsverband betreibt in Hessen vier regionale Selbsthilfekontaktstellen. Das Büro für Osthessen finden Sie hier: www.paritaet-projekte.org.