Internationale Abschlusskonferenz des LoReMi-Projekts
„Lokale Antworten auf Migrant*innen mit prekärem Aufenthaltsstatus in Europa“ - ein Verbundprojekt der Hochschule Fulda, der University of Oxford und der TU Wien.
Rund 50 Personen – darunter Mitarbeiter*innen verschiedener Stadtverwaltungen und NGOs inklusive Sozialarbeiter*innen sowie Wissenschaftler*innen – nahmen am 1. und 2. September 2022 an der Abschlusskonferenz des vom BMBF, FFG und ESRC im Rahmen der Programmlinie „Urban Europe – Knowledge Hub for Urban Transitions“ geförderten Forschungsprojektes "Local Responses to Precarious Migrants. Frames, Strategies and Evolving Practices" teil (Projektleitung Prof. Dr. Ilker Ataç von der Hochschule Fulda, Dr. Sarah Spencer von der Universität Oxford und Prof. Dr. Simon Güntner von der Technischen Universität Wien).
Die Konferenz wurde mit Grußworten von Prof. Dr. Ilker Ataç von der Hochschule Fulda, dem stellvertretenden Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts Dr. Antoni Walczok sowie von Jacqueline Broadhead vom Centre on Migration, Policy & Society der Universität Oxford eröffnet. Im Anschluss hieran stellten Marie Mallet-Garcia (Universität Oxford), Adrienne Homberger (TU Wien) und Maren Kirchhoff (Hochschule Fulda) die zentralen Ergebnisse des vergleichenden Projekts vor. Dies und die Zusammenarbeit im Rahmen des LoReMi-Projekts wurden sodann von den städtischen Kooperationspartner*innen– Dr. Petra Tiarks-Jungk und Sarah Alexandra Lang (Humanitäre Dienste, Gesundheitsamt, Frankfurt), Sîan Sander (Managerin für Kohäsion und Gemeinschaftsengagement, Cardiff) und Shams Asadi (Menschenrechtsbeauftragte, Wien) – reflektiert.
Am Nachmittag kommentierten der Vorsitzende des europäischen Städtenetzwerks C-MISE Jan Braat sowie Rossella Nicoletti, Projektkoordinatorin für Migration und Integration bei Eurocities die Ergebnisse und wiesen darauf hin, dass die dargestellten Herausforderungen auch in anderen europäischen Städten festzustellen seien. Sie unterstrichen die Vorteile einer entsprechenden translokalen Vernetzung. Prof. Dr. David Kaufmann (ETH Zürich) und Norbert Cyrus (Viadrina Universität Frankfurt Oder) diskutierten aus wissenschaftlicher Perspektive die Agenda künftiger Forschung. Der offizielle Teil des ersten Konferenztags endete mit einem Input der Frankfurter Bürgermeisterin Dr. Eskandari-Grünberg, die die Bedeutung des Themas für Frankfurt unterstrich und sich für die Arbeit des Projektteams bedankte.
Den zweiten Konferenztag eröffnete Prof. Dr. Simon Güntner (TU Wien), der einige konkrete Policy-Empfehlungen präsentierte. Er unterstricht unter anderem die Notwendigkeit von Informationen über unabhängig vom Aufenthaltsstatus existierende Rechte sowie die Zentralität von frei zugänglicher Rechtsberatung zur Durchsetzung bestehender Rechte. Virginia Wangare-Greiner (Maisha – Verein afrikanischer Frauen in Deutschland), Doris Peschke (Diakonie Hessen) und Michele LeVoy (Platform for International Cooperation on Undocumented Migrants) diskutierten anschließend, welche politischen Maßnahmen eine Antwort auf die diagnostizierten Probleme im Zugang zu sozialen Leistungen darstellen könnten. Sie hoben insbesondere die Bedeutung sogenannter Firewalls hervor, durch die sichergestellt werden könne, dass der Zugang zu Leistungen nicht durch befürchtete aufenthaltsrechtliche Konsequenzen beschränkt wird.
Im Anschluss an die Inputs von Koen Van Rompaey, von der Belgischen „Bundesagentur für die Aufnahme von Asylbewerber*innen und freiwillige Rückkehr“ FEDASIL und Dr. iur. Katerina Dimitrakopoulou, Leiterin des Integrationsektors der Europäischen Kommission, wurden nationale Antworten sowie Handlungsmöglichkeiten der Europäischen Kommission in diesem Feld diskutiert. Jacqueline Broadhead beendete die Veranstaltung. Sie sprach sich für umfassende städtische Ansätze aus. Zudem müsse langfristig auch die Art und Weise geändert, wie über Migrant*innen mit unsicherem Aufenthaltsstatus gedacht und gesprochen werde. Diese sollten als zukünftige Stadtbürger*innen erkannt und adressiert werden.
Die Projektergebnisse und Berichte können (künftig) online abgerufen werden unter: https://www.hs-fulda.de/sozialwesen/forschung/sozialer-raum-sozialstrukturanalyse/loremi bzw. https://www.compas.ox.ac.uk/project/loremi/







