SaFe Teilprojekt „Gemeinschaftsformen und die Zukunft der Ernährung“

Das Teilprojekt des von der DFG geförderten Forschungsimpulses „Shaping Future Society“ (SaFe) untersucht, wie gesellschaftliche Zukünfte im Bereich der Ernährung in gemeinschaftlichen Praktiken entstehen und verhandelt werden. Ziel ist es, die Bedingungen für stabile Strukturen nachhaltiger Lebensmittelsysteme in zukunftsorientierten, gemeinschaftlich organisierten Produktions- und Konsumformen zu identifizieren. Mit einem Mixed-Methods-Ansatz werden alternative Praktiken der Ernährung empirisch erforscht. Der Forschungsimpuls „SaFe“ umfasst insgesamt sechs Teilprojekte an der Hochschule Fulda und zielt unter anderem auch darauf ab, Forschungsstrukturen an der Hochschule Fulda zu entwickeln.

Das Teilprojekt untersucht, wie unterschiedliche Zukunftsentwürfe im Ernährungsbereich durch gemeinschaftliche Praktiken entstehen, verhandelt und umgesetzt werden. Das Projekt thematisiert Krisen der modernen Ernährungssysteme, die durch nicht-nachhaltige Produktions- und Konsumpraxen und daraus resultierenden Konflikten gekennzeichnet sind. Alternativen wie solidarische Landwirtschaft oder Genossenschaften werden daraufhin untersucht, inwieweit sie Potenzial zur nachhaltigen Transformation der Lebensmittelsysteme haben. Die empirische Forschung wird herausarbeiten, welche aktuellen Produktions- und Konsumpraktiken problematisiert werden, welche Formen von Alternativen darauf reagieren und wie diese mit Vergemeinschaftungen zusammengehen. Darüber hinaus wird gefragt, welche Akteur*innen die Alternativen unterstützen und welche Widerstände auftreten. 

Das Teilprojekt basiert auf den theoretischen Grundlagen der sozialwissenschaftlichen Ernährungsforschung, soziologischen Praxistheorien und der Innovationsforschung. Das Forschungsdesign kombiniert qualitative und quantitative Methoden in einem Mixed-Methods-Ansatz. Die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette von Produktion über Distribution bis zum Konsum wird dabei in den Blick genommen. Ausgehend von einer Dokumentenanalyse werden ethnografische Fallstudien durchgeführt, um einen tiefgehenden Einblick in die Vergemeinschaftungsprozesse alternativer Ernährungspraktiken zu erlangen. In der Breite werden mehrstufige empirische Befragungen durchgeführt, darunter qualitative Interviews und quantitative Umfragen: Die Delphi-Methode wird angewandt, um Expert*innen im Produktionsbereich zu befragen, in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage wird die Akzeptanz von und Verbindung zu alternativen Ernährungspraktiken in verschiedenen sozialen Milieus abgefragt.

Prof. Dr. Jana Rückert-John

Soziologie des Essens

Prof. Dr. Tonia Ruppenthal

Betriebswirtschaftslehre • Management • Marketing

Dr. Martin Winter Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Désirée Janowsky

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projektinformation

Schlagworte:

Gemeinschaft, Ernährung, Zukunft

Projektlaufzeit:

01.04.2024 - 31.03.2029

Fördermittelgeber:

Deutsche Forschungsgemeinschaft