HEROISM

Haushalt, Ernährung und Oecotrophologie in den sozialen Medien

Die Darstellung und Kommunikation von wissenschaftlichen Disziplinen in sozialen Medien ist ein wichtiger Aspekt u.a. auch für die Fächerwahl von Studierenden. Dieses Forschungsprojekt befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Repräsentation von Oecotrophologie sowie deren Gegenstandsbereiche Ernährung und Haushalt in sozialen Medien. 

Das Projekt leistet einen innovativen wissenschaftlichen Beitrag, in dem eine wissenschaftlich bisher stark unterbeleuchtete Fragestellung von hoher gesellschaftlicher Relevanz empirisch beantwortet wird. Zudem hat das Projekt auch ein erhebliches Potential für die Praxis, wenn herausgefunden werden kann, welche Inhalte, Themen und Formate aus dem multidisziplinären Arbeitsbereich der Oecotrophologie bzw. den Haushalt- und Ernährungswissenschaften erfolgreich über soziale Medien an diverse Zielgruppen kommuniziert werden können. 
 

Bei der Oecotrophologie handelt es sich um ein multidisziplinäres Wissenschafts- und Praxisfeld, das u.a. die Bereiche Lebensmittel, Ernährung und Ernährungsberatung sowie Haushaltsökonomie und Haushaltswissenschaft umfasst. Die Oecotrophologie beweist große Alltagsrelevanz für die Lebenswelt von Konsumentinnen und Konsumenten und leistet wertvolle Beiträge zur Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen, wie den globalen menschengemachten Klimawandel, die Schaffung nachhaltiger Versorgungssysteme und eine transparente digitale Transformation im Bereich Ernährung und Haushalt. Jedoch scheint die oecotrophologische Expertise im öffentlichen Diskurs bislang unterrepräsentiert zu sein.

Bisher ist nur wenig darüber bekannt, wie die gesellschaftliche hochrelevante Multidisziplin in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass in der Öffentlichkeit zumindest teilweise eine verzerrte Wahrnehmung oder gar Unkenntnis der Oecotrophologie als Feld akademischer Expertise vorherrscht, die unter anderem auch dazu führen könnte, dass weniger junge Menschen die Oecotrophologie als relevantes Betätigungsfeld kennen lernen. Dies kann aufgrund von verzerrter Wahrnehmung oder gar Unkenntnis dazu führen, dass weniger Studienanfänger*innen rekrutiert werden können. Somit könnte auch die Reproduktion oecotrophologischer Expertise potentiell gefährdet sein. 

Eine primäre Informationsquelle junger Menschen stellen Social Media Plattformen dar. Essen und Ernährung stellen auf etlichen dieser Plattformen die beliebtesten Inhalte dar. Dies gilt etwas eingeschränkt auch für das Thema Haushalt, wenn etwa auf Videoplattformen Haushaltstipps als so genannte „Life Hacks“ verbreitet werden. Diese Thematik ist bislang verhältnismäßig untererforscht, aber vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass wissenschaftliche Expertise zum Thema Ernährung und Haushalt auf sozialen Medienplattformen stark unterrepräsentiert ist und reichenweitenstarke Inhalte in der Regel von Akteuren ohne wissenschaftliche Expertise zum Thema Ernährung und Haushalt verbreitet werden. 

Das vorgestellte Forschungsprojekt befasst sich deshalb mit der Fragestellung, wie die Oecotrophologie und die Themen Ernährung und Haushalt in den sozialen Medien abgebildet werden. Drei Aspekte sind hierbei von besonderem Interesse: 

  • Wie werden Haushalts- und Ernährungswissenschaften in sozialen Medien repräsentiert? 
  • Welche Inhalte finden sich auf sozialen Medien zu den Themen Ernährung und Haushalt?
  • Von wem werden Inhalte zu Haushalts- und Ernährungsthemen über soziale Medien verbreitet? Besitzen die relevanten Akteure eine wissenschaftliche Expertise zum Thema Ernährung oder Haushalt? 

 

Im Projekt wurde ein explorativer Ansatz gewählt, der diese bislang untererforschten Themen empirisch beleuchten möchte. Hierzu werden qualitative und quantitative Inhaltsanalysen von ausgewählten sozialen Medienplattformen durchgeführt, durch die die Abbildung der Oecotrophologie und der Themen Haushalt und Ernährung untersucht werden. Gleichzeitig werden Akteure, die zu den drei Themen in sozialen Medien aktiv sind identifiziert und klassifiziert. Eine Auswahl dieser Akteure wird kontaktiert werden, in der Absicht der Durchführung Leitfaden-gestützer qualitativer Interviews, um mehr über Motivationen und Vorgehensweisen dieser Akteure zu erfahren.

 

Allgaier, J.; Junk, K. (2024): „Oecotrophologie, Ernährung und Haushalt in sozialen Medien: Inhalte, Akteure und wissenschaftliche Expertise.“ Kongress Ernährung 2024, Congress Center Leipzig, Germany. 13-14 Juni 2024.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Joachim Allgaier

Kommunikation und Digitalisierung

Projektinformation

Schlagworte:

Soziale Medien, Oecotrophologie, Ernährung, Haushalt

Projektlaufzeit:

03.2024 - 03.2025

Fördermittelgeber:

Interne Forschungsförderung der Hochschule Fulda