Veranstaltungsdetails

ELVe-Jahrestagung 2024

04.01.2025

Am 6. November fand die 4. ELVe-Jahrestagung unter dem Motto „Mehr Pflanze, weniger Tier?! Ernährungskommunikation zwischen Krisen Konsens und Konflikt“ statt.

„Mehr Pflanze, weniger Tier?! Ernährungskommunikation zwischen Krisen Konsens und Konflikt“ war das Motto der 4. ELVe-Jahrestagung, die am 6. November, unter der Leitung von Prof. Dr. Tonia Ruppenthal und Dr. Catherina Jansen, mit rund 75 Teilnehmenden an der Hochschule Fulda stattgefunden hat. Im Zentrum der Tagung stand die Frage, wie es besser gelingen kann, das wissenschaftlich formulierte Ziel einer pflanzenbasierten Ernährung zu kommunizieren und schließlich auch in die Umsetzung zu bringen.


In ihrer Keynote mit dem Titel „Alter Wein in neuen Schläuchen“ gab Prof. Dr. Anja Kroke Einblick in die Entwicklung der neuen lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE und in die Historie der Empfehlungen seit 1955. Dabei konnte sie anschaulich nachzeichnen, dass auch der erstmals ausdrückliche Nachhaltigkeitsbezug nicht zu wesentlichen Änderungen der Empfehlungen führt.

Hieran anknüpfend verglich Julian Quandt vom Forschungsinstitut corsus anhand von Modellberechnungen die Umweltauswirkungen derzeitiger Ernährungsgewohnheiten mit denen, die sich bei einer Ernährung nach den DGE-Empfehlungen sowie einer Ernährung gemäß der Planetary Health Diet ergeben. Er konnte zeigen, dass eine Ernährung entsprechend den Empfehlungen der DGE das Potential hat, die Umweltauswirkungen deutlich zu reduzieren. Prof. Dr. Jana Rückert-John lenkte den Fokus auf eine soziologische Betrachtung und widmete sich der Herausforderung, Empfehlungen zumutbar und anschlussfähig an den Alltag unterschiedlicher Zielgruppen zu machen.


In der anschließenden Session zum Thema „Außer-Haus-Verpflegung“ stellte Inka Alten von der HAW Hamburg das Forschungsprojekt KAHUpE (Kenntnisstand, Akzeptanz, Herausforderungen und Umsetzung einer pflanzenbasierten Ernährung bei Kita- und Schulträgern sowie den Studierendenwerken) vor. Julia Heinz (HS Osnabrück) berichtete wie Umweltauswirkungen in Care-Einrichtungen beispielsweise durch einfache Rezepturanpassungen reduziert werden können. Die soziale Dimension der Außer-Haus-Gastronomie beleuchtete Julia Schlarmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Carola Holler beendete diese Session, in-dem sie zeigte, wie eine gesundheitsförderliche Ernährung nach den aktuellen Empfehlungen in Seniorenpflegeeinrichtungen umgesetzt werden kann.


Die Session „Ernährungskommunikation in sozialen Medien“ startete mit Prof. Dr. Allgaier, der anhand seines Forschungsprojekts HEROISM deutlich machte, dass sich die wissenschaftliche Ernährungskommunikation durch Ernährungsfachkräfte - gegenüber Kommunikationsangeboten durch „Influencer“ - deutlich besser aufstellen muss, um in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Catherina Jansen skizzierte anhand einer qualitative Analyse von Kochbüchern und Instagram-Accounts, wie sich Bedeutungszuweisungen von Lebensmitteln, am Bespiel von Hülsenfrüchten, in medialen Inszenierungen von Kochrezepten unterscheiden können.


Nachhaltigkeit im privaten Konsum war Gegenstand der vierten Session. Murielle Frerk von der HS Osnabrück stellte ihr Promotionsvorhaben vor, in dem sie unter-sucht, ob die Lebensmittelweitergabe am Beispiel der „Tafel“ einen Beitrag für ein nachhaltigeres Ernährungssystem leisten kann.
Im Rahmen der Session „Leguminosen als alternative Proteinquelle“ stellte Fabienne Erben (Uni Göttingen) eine rezeptbasierte Analyse der soziokulturellen und sensorischen Aspekte des Leguminosenkonsums im Vergleich zu Marktdaten vor. Inga Richter und Louisa Page skizzierten anhand des Projekts WKErBo den Weg heimischer Bio-Leguminosen in die Gemeinschaftsverpflegung und gaben einen vertiefenden Einblick in die sensorische und ernährungsphysiologische Analytik.


In der abschließenden Podiumsdiskussion sprachen Prof. Dr. Allgaier, Prof. Dr. Kroke, Peter Linz (Forschungsinstitut für biologischen Landbau Deutschland) und Prof. Dr. Rose (Frankfurt University of Applied Sciences) zum Tagungsthema und widmeten sich unter Einbeziehung des Publikums der Frage, wie die notwendige Transformation unserer Ernährungssysteme anschlussfähiger an unterschiedliche gesellschaftliche Bedarfslagen kommuniziert werden kann.

 

 

Bilder:  © Carola Holler