Ausblick

Die Ergebnisse aus LogRegio GruFo, insbesondere aus der Analyse der Angebotsseite, zeigen deutlich, dass aktuell in Hessen nur bedingt der Einsatz von mehr bio-regionalen Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung gefordert werden kann.

Mit der Ermittlung der Selbstversorgungsgrade wurde deutlich, wie einseitig der aktuelle Anbau in Hessen ist. Damit wird deutlich: Der Aufbau regionaler Lebensmittelwertschöpfungsketten muss weiterverfolgt und gefördert werden, sofern weiterhin eine regionalere Ernährung angestrebt wird. Dies betrifft nicht nur den Aufbau tatsächlicher logistischer und infrastruktureller Einrichtungen (wie Schneide- und Schälbetriebe), sondern auch die landwirtschaftliche Erzeugung.

Wir konnten zeigen, dass die landwirtschaftlichen Flächen, die für eine Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen erforderlich wären, vorhanden sind, und dass wir uns auf diese Weise sogar innerhalb Hessens ernähren könnten. Dafür müssen landwirtschaftliche Betriebe ihre Anbaupraktiken umstellen und auf den vorhandenen Flächen vielfältigere Kulturen anbauen. Für die damit verbundenen Risiken auf Erzeuger:innen-Seite sind beispielsweise Anbaukooperationen mit Außer-Haus-Verpflegungsbetrieben denkbar oder finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für etwaige Ertragsausfälle.

Für die operative Umsetzung der ermittelten Logistik- und Transportnetzwerke müssen vorhandene Betriebe Kooperationen eingehen. Transporte müssen gebündelt werden, um weitere Synergien zu schaffen und beispielsweise mit dem bestehenden Fahrer:innenmangel im Transportbereich besser umgehen zu können. Die regionsbezogenen Daten können außerdem genutzt werden, um gezielt diejenigen Produkte zu beschaffen, die regional angebaut werden.  
Auf Seiten der Außer-Haus-Verpflegung müssen die jeweiligen Betreiber:innen aktiv werden. Küchen, sofern sie sich denn regionalisieren wollen bzw. müssen, müssen Eigeninitiative zeigen und bestimmte Produkte (bio-)regional einkaufen und die Mehrkosten anderweitig kompensieren. Denkbar sind hier beispielsweise Mischkalkulationen mit günstigeren Gerichten oder die Reduktion des Fleischeinsatzes in einzelnen Gerichten sowie die Nutzung von verhältnismäßig kostengünstigeren Produkten, wie Hülsenfrüchte. Reduktionen im Speiseangebot können Küchen dabei unterstützen, die Kosten in der Beschaffung zu reduzieren und Aufwände in der Küche zu verringern, wodurch der Einsatz höherwertigerer/teurerer Produkte möglich werden kann.


Für die Zukunft wurde deutlich: Für effiziente regionale Transporte im Lebensmittelbereich sind Kooperationen unerlässlich. Insbesondere gilt es weiter an Möglichkeiten und Lösungen für eine bessere Auslastung der Transporte (insbesondere Rückfahrten) zu arbeiten. Auch dafür sind Kooperationen zwischen einzelnen Betrieben erforderlich. Außerdem sollte der Einsatz von elektrischen Fahrzeugen im regionalen Lebensmitteltransport weiter forciert werden. Mit dem Aufbau von unabhängiger Ladeinfrastruktur können hier neue Einsatzmöglichkeiten im regionalen Transport geschaffen werden.

Zusammenfassend braucht es für eine Verbesserung der Effizienz in der Logistik regionaler Lebensmittelnetzwerke intelligente, digitalgesteuerte Vernetzung und Kommunikation der verschiedenen Logistiker:innen und landwirtschaftlichen Bündler:innen, um Transportmittel besser auszulasten und Fahrten zu konsolidieren. Daran arbeiten wir in dem Folgeprojekt LogRegio - rWSK neu denken und etablieren gemeinsam mit unserem Partner nearbuy einen sog. digitalten Marktplatz für Logistikkapazitäten.