Kritische Betrachtung der Kostenbestandteile von Hühnereiern. Ein Vergleich zwischen biologischer und konventioneller Erzeugung.

Fragestellung und Ziel
Welche Kostenbestandteile entstehen für die Betriebe bei der Erzeugung von Eiern und wie unterscheiden sich diese Kosten im Vergleich zwischen Bio-Eiern und ihren konventionellen Alternativen? Mit der Beantwortung der Fragestellung werden die Hintergründe für das relativ hohe Preisniveau von Bio-Eiern erforscht. Eine Zerlegung der Kosten gewährleistet einen genaueren Vergleich der Kosten und ermöglicht die Lokalisierung der Kostenunterschiede. So können diese Unterschiede kritisch hinterfragt werden.

Herangehensweise und Methoden
Für die Analyse wurden im Vorfeld Interviews mit relevanten Betrieben im Raum von Frankfurt am Main durchgeführt. Sie wurden nach den ihnen bei der Erzeugung von Eiern entstandenen Kosten befragt. Da diese Daten unternehmensspezifisch sind, wurden zusätzlich statistische Durchschnittswerte berücksichtigt. Mit diesen Informationen konnte die Kostenstruktur der Eiererzeugung für mehrere Vergleichsbetriebe rekonstruiert werden. Für die Gegenüberstellung der Ergebnisse waren die Mindeststandards der verschiedenen Haltungsformen relevant.

Ergebnisse
Durch die Analyse konnten die Kostenbestandteile der Eiererzeugung identifiziert werden. Die Quantifizierung dieser Kostenarten hat gezeigt, dass in den Haltungsformen mit Auslauf die Kostenarten Futter und Arbeit zusammen über 60% der Erzeugungskosten beinhalten. In der Bodenhaltung ist die Kostenart Arbeit wiederum weniger bedeutend, da die Tiere keinen Auslauf haben und der Betreuungsaufwand dadurch erheblich sinkt. Daher fällt hier das Futter mit 55% der Erzeugungskosten mehr ins Gewicht. Insgesamt konnten die Mehrkosten lokalisiert werden, die durch die höheren Mindeststandards von Bio-Eiern verursacht werden. Daraus lässt sich ableiten, dass das Tierwohl positiv mit den Kosten korreliert. So entstehen beim ökologischen Vergleichsbetrieb Erzeugungskosten i.H.v. 53 Cent je Ei. Schließlich wurde bemängelt, dass die Umweltkosten nicht verursachungsgerecht verteilt werden. Die Folgeschäden der Landwirtschaft werden heutzutage von der Allgemeinheit getragen. Eine Internalisierung dieser Kosten würde für eine allgemeine Preissteigerung sorgen. Da die ökologische Landwirtschaft jedoch mehr im Sinne der Umwelt handelt, ist davon auszugehen, dass die konventionelle Landwirtschaft einen höheren Kostenanteil dieser Umweltkosten zu tragen hat.

Beteiligte
Angefertigt durch Yousif Munther

Ansprechpartnerin

Dr.

Anna-Mara Schön

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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Dr.Anna-Mara Schön+49 661 9640-+49 157 71765857
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