Transportmittelvergleich und E-Mobilität vs. Verbrennungsmotor, sowie E-Transporter vs. E-Lastenrad

Fragestellung und Ziel

Die Logistik und die Transportwirtschaft in Deutschland ist geprägt von Warenbewegungen unter Verwendung von Verbrennungsmotoren. So liegt der Anteil der LKWs an der Transportleistung im Güterverkehr in Deutschland im Jahr bei 72,5%, während dafür nahezu fast ausschließlich Dieselmotoren verwendet werden. Lediglich 2,25% aller in Deutschland zugelassenen LKWs nutzen alternative Antriebsarten, der Anteil von Elektro-LKWs liegt insgesamt bei 1,23%. Die Tendenz seit den letzten 3 Jahren ist zwar stetig steigend, jedoch erfahren Diesel-LKWs in diesem Zeitraum ebenfalls steigende Bestände. Offensichtliche Gründe finden sich in vergleichsweise geringerer Reichweite weit unter der von Diesel-LKWs, derzeit unzureichend verfügbarer Ladeinfrastruktur und (noch) hohe Anschaffungskosten, welche Verlässlichkeit schwer ermöglichen. Unter aktuellen Bedingungen und Kostenberechnungen ist die Wahl des Diesel-LKWs die klar bessere Alternative. In der Logistik bestimmen verschiedene Faktoren einen erfolgreichen Ausgang, ganz besonders wichtig ist hierbei jedoch, dass das richtige Produkt zur richtigen Zeit, zum richtigen Ort, in der richtigen Menge und zu richtigen Kosten bewegt wird. Diese Grundprinzipien lassen sich aktuell mit Diesel-LKWs einfacher als alternativen Antrieben ausführen. Gerade Zeit und Menge sind hier das „Bottle-Neck“ also die Parameter, welche von Grund auf eine organisatorische Schwachstelle darstellen und somit zu einem Engpass führen.  Dennoch gibt es bereits heute Lösungen, die in Zukunft den Markt bestimmen werden.
Die Kosten für Anschaffung und Betrieb von LKWs mit alternativen Antrieben sinken stetig, sodass sich die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Reichweiten und Zuladung können seit geraumer Zeit ebenfalls erhöht werden.

Erwartete Ergebnisse

Mit dieser Arbeit soll erreicht werden, dass Transportmittel in ihrer Wirkung und Nutzgrad dargestellt und dem Aufwand für Kosten und Umweltbelastung gegenübergestellt werden können, um dann einen Ausblick für den Transport von morgen zeigen zu können. Dabei soll Ziel sein, sinnvolle Lösungen und eventuell Verbesserungsvorschläge für aktuelle Nutzungen zu zeigen. Es soll vor allem Wert auf die ökologische Komponente gelegt werden, denn nur so kann dem rein ökonomischen Denken unter aktuellen Gegebenheiten eine starke Stimme entgegengesetzt werden. Die Kosten, die eine Solidargemeinschaft durch negative Umweltereignisse, verursacht durch menschengemachte Verschmutzung tragen muss, werden erheblich höher sein als die Kosten für den Umbau von industriellen Zweigen.

Auch mit Blick auf die letzte Meile soll diese Arbeit Rechnung tragen, denn der Transportmittelvergleich ist gerade auf dem letzten Weg zum Endkunden sehr interessant, da viele individuelle Ziele erreicht werden müssen. Gerade in Innenstädten sind alternative, abgasarme Antriebe sehr nützlich, da sich hier viele Menschen aufhalten, die besonders unter Abgasen leiden.

Konzeptionell wird bei dieser Arbeit so vorgegangen, dass in Kooperation mit einem Biobetrieb, welcher bisher für Auslieferungen von Lebensmitteln ausschließlich mit Verbrennungsmotoren gearbeitet hat und nun auch ein Elektrofahrzeug in Flotte für Ausfahrten nutzt, Messwerte im Betrieb erhoben werden. Diese Messwerte ermöglichen es, die Antriebsarten Verbrenner und Elektro direkt zu vergleichen und antriebseigene Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Da dieses Vorhaben in einer Modellregion in Hessen stattfinden soll, wird es auch notwendig sein, optimale Wegstreckenberechnungen für die Auslieferungsfahrten zu ermitteln. Somit werden neben dem Vergleich der Antriebe auch Möglichkeiten verbesserter Routenplanung genutzt, um etwaige technische Nachteile (z.B. Reichweite) ausgleichen zu können.

Beteiligte

Angefertigt durch: Roman Lotz
Betreut durch: Dr. Anna-Mara Schön und Prof. Dr. Boris Zimmermann

Oktober 2022 - März 2023