Modellierung regionaler Wertschöpfungsketten für Lebensmittel


Beschreibung derzeit vorhandener Herausforderungen regionaler Wertschöpfungsketten
(rWSK) mit Blick auf Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz sowie Modellierung einer
allgemeingültigen nachhaltigen rWSK-Struktur, unter der Berücksichtigung von
ökologischen und ökonomischen Kriterien. Wie könnten rWSK aussehen, wo besteht nochEntwicklungsbedarf, wie können die Ergebnisse der modellierten rWSK auf ein allgemeingültigeres Niveau gehoben werden, welche Handlungsempfehlungen können wir unserer aber auch anderen Regionen und Einrichtungen geben?

Grundlagenthemen: Die nachfolgenden Masterarbeitsthemen können ab sofort und auch OHNE Tätigkeit als studentische Hilfskraft erarbeitet werden.

Thema 1: Transportmittelvergleich und E-Mobilität vs. Verbrennungsmotor, sowie E-Transporter vs. E-Lastenrad – auch mit Blick auf die letzte Meile 

Möglicher Start: Ab sofort
Spätester Abgabetermin: Januar 2023
Hintergrund: Für die Entwicklung von Szenarien sowie einer generellen Netzwerkgestaltung werden Daten benötigt, die in dieser Arbeit recherchiert werden sollen. Welche Transportmittel stehen heute für regionale Wertschöpfungsketten grundsätzlich zur Verfügung? Was kostet der Einsatz welcher Fahrzeuge für welche Strecken und welche Lebensmittel-Mengen? Wie können unterschiedliche Waren möglichst kostengünstig und emissionsarm transportiert werden (bspw. gekühlt/gefroren/ungekühlt)? Welche Schwierigkeiten bietet die letzte Meile? Welche Transportmittel sind attraktiv, um die letzte Meile möglich effizient und effektiv zu bewältigen?
Ergebnis: Diese Arbeit soll einen Überblick über die Transport-Möglichkeiten geben, die für die Ausarbeitung verschiedener Szenarien für die Rhein-Main Region notwendig sind. Als Ergebnis wird eine Übersichttabelle Teil der Masterarbeit erwartet.
Wer kanns machen: Masterand*innen aus den Bereichen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche

 

Thema 2: Vergleich zentrale vs. dezentrale Umschlagsorte/Hubs

Möglicher Start: Ab sofort
Spätester Abgabetermin: Januar 2023
Hintergrund: Verschiedene Firmen haben sich für verschiedene Logistikkonzepte entschieden. Welche Grundlagen liegen diesen Entscheidungen zu Grunde? Ab wann ist es sinnvoll zentral bzw. dezentral zu arbeiten und welcher Grad an Hubs ist wann sinnvoll?
Schwierigkeit: Eine potenziell nicht vorhandene oder schlechte Datenlage auf die zurückgegriffen werden kann. Sollte dies der Fall sein, müssten spontan Interviews geführt werden mit Logistikexpert*innen.
Ergebnis: Diese Arbeit soll Grundlagen, bspw. in Form von Tabellen oder anderen Übersichtsformen schaffen, die wir dann bei der Entwicklung von Szenarien heranziehen und austauschen können, sobald sich Ausgangsdaten (wie steigende Abnahmemengen) ankündigen.
Wer kanns machen: Masterand*innen aus den Bereichen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche


Thema 3: Netzwerkgestaltung regionaler Wertschöpfungsketten (rWSK) im Vergleich zu nicht regionalen Wertschöpfungsketten (WSK): Welche Variablen müssen herangezogen werden, um regionale und nicht-regionale WSK miteinander zu vergleichen? Ab wann gilt eine rWSK als effizient und kann mit nicht-regionalen WSK mithalten?

Möglicher Start: Ab sofort
Spätester Abgabetermin: Januar 2023
Hintergrund: Regionale Wertschöpfungsketten können nur erfolgreich etabliert werden, wenn sie mit konventionellen Wertschöpfungsketten mithalten können. Doch was bedeutet Effizienz in diesem Zusammenhang, welche Kosten und Emissionen müssen wir zum Vergleich heranziehen? Ab wann ist eine rWSK zu teuer (bspw. Logistikkosten in % auf den Abgabepreis von Lebensmitteln) und wird demnach nicht nachgefragt? Da es in diesem Projekt immer um Kosten UND Emissionen geht (also ökologische Effizienz) müssen vor allem diese Komponenten berücksichtigt werden.
Schwierigkeit: Vergleichsdaten zu konventionellen, nicht regionalen Produkten weichen natürlich auch untereinander stark voneinander ab. Hier gilt es, trotzdem Referenzdaten zu finden, die realistisch sind.
Ergebnis: Eine Übersicht über einzelne WSK zu Produkten, die auch in der Region am meisten gefragt sind, und vor allem produziert werden (bspw. Kartoffeln, Fleisch, Molkereiprodukte), inkl. der Variablen, die für die Netzwerkgestaltung und Ausarbeitung verschiedener Szenarien wichtig sind.
Wer kanns machen: Masterand*innen aus den Bereichen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche

 

Thema 4: Ermittlung von Kosten, aber auch Potentialen von Bündlern/Bündelungen im Allgemeinen für regionale (Bio-)Produkte mit Hilfe von Expert*inneninterviews

Möglicher Start: Ab sofort
Spätester Abgabetermin: Januar 2023
Hintergrund: Regionale Wertschöpfungsketten sind teuer, oft teurer als nicht regionale Wertschöpfungsketten. Doch woran liegt das? Ist hierfür der Mangel an Effizienz verantwortlich oder liegt es schlichtweg an dem Transport und Handling kleinerer Mengen? Referenzprojekte haben Logistikkosten von 12-18%, manche sogar 20-25%. Wie kommen diese Kosten zu Stande? Sind regionale WSK nur etwas für gutverdienende Menschen, die sich regionale Bio-Kisten leisten können und wollen oder sind rWSK tatsächlich eine Alternative für Kantinen, die i.d.R. knapp kalkulieren müssen?
Schwierigkeit: Expert*innen finden, die offen sind über ihre Kostenstrukturen zu sprechen (bspw. Bündler*innen, Regionalkistenanbietende)
Ergebnis: Welche Kostenstrukturen (in %) haben Bündler*innen aus anderen Regionen bzw. Regionalkistenanbietende? Wie kommen diese zustande? Sind die Kosten klar kalkuliert oder basieren sie auf Annahmen und gehen in Mischkalkulationen der Unternehmen unter?
Wer kanns machen: Masterand*innen aus Wirtschaft, Agrarwirtschaft, den Bereichen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche

 

Thema 5: Behälter- und Verpackungsmanagement im Bereich regionale Wertschöpfungsketten für Lebensmittel

Möglicher Start: Ab sofort
Spätester Abgabetermin: Januar 2023
Hintergrund: Welche Behälter- und Verpackungsmöglichkeiten stehen dem Markt heute zur Verfügung? Wie umweltfreundlich sind als umweltfreundlich gelabelte Verpackungen und Behälter im Bereich AHV tatsächlich und was ist eher Greenwashing? Welche Verpackungs-/Behälterarten haben welche Vorteile/Nachteile?
Schwierigkeit: Möglicherweise Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Daten, da die erforderlichen Informationen wahrscheinlich nicht offen zugänglich sind. Ggf. können Projektteilnehmende nach Erfahrungswerten befragt werden.
Ergebnis: Handlungsempfehlungen für rWSK in der Region Rhein-Main
Wer kanns machen: Masterand*innen aus den Bereichen Wirtschaft, im Speziellen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche

 

Anwendungsorientierte Masterarbeitsthemen: Die nun folgenden Themen sind nur in Verbindung einer Tätigkeit als studentische Hilfskräfte vor Ort in Frankfurt möglich.

Thema 6: Dokumentenanalyse bereits vorhandener regionaler Wertschöpfungsketten in anderen Regionen und anderen Projekten (bspw. Reframe, echt hessisch, Regionalbewegung) ggf. inkl. Expert*inneninterviews

Möglicher Start: Ab sofort
Spätester Abgabetermin: Aug. 2022
Hintergrund: Derzeit werden in vielen Regionen Projekte zum Thema regionale Wertschöpfungsketten geplant und umgesetzt. Fragen, die den/die Masterand*in hier beschäftigen sind, welche Variablen werden in diesen Projekten berücksichtigt, sind die Projekte erfolgreich, funktionieren rWSK in anderen Regionen – warum, warum nicht? Welche Bausteine lassen sich auf unsere Region übertragen?
Schwierigkeit: Obwohl viele Fördermittel fließen, damit regionale WSK aufgebaut werden können, ist gerade die Logistik häufig unterrepräsentiert – trotzdem brauchen wir genau diese Daten für den Aufbau rWSK in der Rhein-Main Region.
Ergebnis: Es kann ein guter Überblick über parallel laufende oder bereits abgeschlossene Projekte zum Thema rWSK für Lebensmittel gegeben werden. Die Ergebnisse wurden strukturiert aufgearbeitet für eine weitere Verwendung.
Wer kanns machen: Masterand*innen aus den Bereichen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche

 

Thema 7: Vergleich Produktgruppen regional - nicht regional / ökologisch - konventionell (auch im Mix) hinsichtlich Logistikkosten/Emissionen mit Hilfe von u.a. Expert*inneninterviews mit Logistikdienstleistenden und Speditionen

Möglicher Start:
Okt. 2022
Spätester Abgabetermin: Mai 2023
Hintergrund: In Themenblock 1 wurde herausgefunden, was die Region an Produkten liefern kann und zu welchen Preisen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen muss nun eruiert werden, zu welchen Kosten und Emissionen (in CO2 Äquivalenten) diese Produkte zu der AHV transportiert werden können. Dafür sollen ggf. auf Basis von Expert*inneninterviews 2-3 Logistik-Szenarien entwickelt werden
Schwierigkeit: Die Datenlage für diese Arbeit muss repräsentativ genug sein, um halbwegs realistische Aussagen treffen zu können. Ist dies nicht der Fall können die Ergebnisse ggf. nur auf einer zu abstrakten und somit nicht brauchbaren Datengrundlage erstellt werden. Je mehr Erzeuger*innen klar ihr Angebot kommunizieren und je mehr Kantinen signalisieren, dass sie regional produzierte Erzeugnisse kaufen, desto komplexer, aber wahrscheinlich auch kostengünstiger kann transportiert/angeliefert werden. Welche Daten und Verkäufer/Käufer im Oktober 2022 bereits feststehen ist noch vollkommen unklar. Auch wird die Berechnung dieses Kostenblocks dazu führen, dass Kantinen regionale Produkte einkaufen oder eben nicht. Daher müssen in Themenblock 2 klare Vorgaben der Kantinen zum Thema Kosten vorgegeben werden.
Ergebnis: Es gibt eine Übersicht, welche Produkte unterteilt in bio/konventionell sowie Saisonware zu welchen Logistikkosten und zu welchen Emissionen (anhand von 2-3 Szenarien) nach Frankfurt/Main transportiert werden können.
Wer kanns machen: Masterand*innen aus den Bereichen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche

Hinweis: Die Vorarbeiten zu dieser Arbeit sind lang, aus diesem Grund macht eine zeitnahe Aufnahme einer Tätigkeit als studentischen Hilfskraft ab sofort Sinn. Die Expert*inneninterviews können jederzeit durchgeführt werden. Die Szenarien können allerdings erst erstellt werden, wenn die Daten aus Themenblock 1 wenigstens grundlegend vorliegen.

 

Thema 8: Übertragung innovativer Logistikmodelle (andere Regionen, andere Produktgruppen, andere Projekte etc.) auf die Region Rhein-Main für die Netzwerkgestaltung/Entwicklung von Szenarien möglicher rWSK für Lebensmittel in der Region Rhein-Main

Möglicher Start: Januar 2023
Spätester Abgabetermin: Juli 2023
Hintergrund: Sämtliche Ergebnisse aus den Themenblöcken 1, 2 und bis dahin 3 müssen hier miteinander verschmolzen werden. Die Grundlagen zu Transportmitteln, Behälter/Verpackung, Umschlagspunkten, Kosten von nicht regionalen sowie regionalen WSK sowie die Aussagen der Logistikexpert*innen und ggf. weitere Fakten aus innovativen Logistikmodellen, die vorher noch nicht berücksichtigt worden sind, müssen einbezogen werden. Auf Basis dessen können dann Szenarien für die Region Rhein-Main erarbeitet werden.
Schwierigkeit: Diese Aufgabe ist komplex, da hier nun alle zuvor erarbeiteten Ergebnisse einfließen müssen. Die Ergebnisse müssen außerdem rechtzeitig für die Erstellung des Projektberichts zur Verfügung stehen
Ergebnis: 2-3 Szenario-Vergleiche unter Einbeziehung aller zuvor erarbeiteten Ergebnisse o Wer kanns machen: Masterand*innen aus den Bereichen Logistik und Supply Chain Management und verwandte Bereiche

Hinweis: Diese Arbeit ist komplex und am besten an eine/n Studierenden zu vergeben, der/die längerfristig am Projekt LogRegio GruFo mitarbeitet und seine Mitarbeit mit dieser Masterarbeit beendet. Deswegen kann ab sofort begonnen werden, auch wenn die Masterarbeit erst Mitte 2023 fertig gestellt sein muss.

 

Die Bearbeitung der Masterarbeiten kann mit einer studentischen Hilfskraftstelle
gekoppelt werden, die sich darüber hinaus inhaltlich mit dem weiteren
Projektvorhaben befasst. Sie umfasst mind. 30 Std./Monat (7,5 Stunden pro Woche, 11,50€/Stunde mit Bachelorabschluss). Die Hilfskraftstelle findet am
HOLM - House of Logistics and Mobility in Frankfurt auf den Flächen der Hochschule Fulda statt. Die Masterarbeit ist nicht ortsgebunden,
Befragungen werden jedoch in Frankfurt durchgeführt.

Bei Interesse oder für mehr Informationen zu dem Projekt, melden Sie sich bei
Prof. Huth (michael.huth@w.hs-fulda.de) oder
Anna-Mara Schön (anna-mara.schoen@w.hs-fulda.de).

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Ansprechpartnerin

Dr.

Anna-Mara Schön

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Gebäude HOLM Frankfurt/M
Dr.Anna-Mara Schön+49 661 9640-+49 157 71765857
Sprechzeiten
Nach Vereinbarung

Ansprechpartnerin

Marita Böhringer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Gebäude HOLM Frankfurt/M , Raum 2.OG
Marita Böhringer+49 661 9640