„Nachhaltigkeit von Lieferketten – Impulse für die Region Osthessen“

Am Abend des 10. Mai 2022 fand im Hochschulzentrum Fulda Transfer die Veranstaltung „Nachhaltigkeit von Lieferketten – Impulse für die Region Osthessen“ statt.

Die Kernbotschaften der Diskussion waren die Folgenden:

  • Lieferketten müssen substanziell verkürzt werden, auch um eine potentielle Elektrifizierung möglich zu machen, deren Bedarf an erneuerbaren Energien ansonsten nicht abzudecken ist.
  • Die sinnvollen Richtlinien der EU bedürfen einer konsequenten Durchsetzung auf nationaler und kommunaler Ebene, um ihre Wirkung entfalten zu können.
  • Die Verlegung von Transportkapazitäten auf die Schiene und Wasserwege bedarf politischen Willens.
  • Die Bedeutung des Schüttgüterverkehrs wird unterschätzt. Hierfür sind weitere, auch digitale Innovationen nötig, um die Klimaziele zu erreichen.

Die Veranstaltung wurde durchgeführt und organisiert von EUROPE DIRECT Fulda in Kooperation mit dem Verein der Freunde und Förderer des Fachbereichs Wirtschaft an der Hochschule Fulda e. V.. Durch den Abend führten Thomas Berger, EUROPE DIRECT Manager und Dr. Anna-Mara Schön, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Fulda am House of Logistics and Mobility (HOLM).

Der Europäische Green Deal und andere Initiativen sehen tiefgreifende Veränderungen im Bereich der Mobilität und Logistik vor und zeigen auf, vor welchen Transformationsherausforderungen die Branche steht. Ziel der Veranstaltung war es, zu diskutieren, wie sich die Region Nord-/Osthessen zu den Beschlüssen der EU positioniert und welche aktuellen Entwicklungen sich hier abzeichnen. Außerdem wurden Forschungsprojekte der Hochschule Fulda vorgestellt, die den regionalen Unternehmen Impulse für einen nachhaltigen Wandel liefern können.

Was die EU erreicht hat – und wo sie noch besser werden muss

Die Veranstaltung begann mit einem Grußwort per Videobotschaft von Patrick Lobis, Leiter der Regionalvertretung der EU-Kommission in Bonn. Er hob die große Relevanz des Themas hervor und sprach an, in welchen Bereichen die EU bereits einiges erreicht hat – und wo sie noch besser werden muss. Martin Thaler, Sachgebietsleiter Stadtentwicklung der Stadt Fulda, erläuterte in seinem Grußwort die Maßnahmen der Stadt Fulda zur Reduktion von Schadstoffemissionen. Zentrale Anknüpfungspunkte können an dieser Stelle die kommunale Verkehrsplanung und die Verlegung von Gewerbegebieten an die Hauptverkehrsstraßen sein. Herr Thaler betone die Wichtigkeit von Kooperationen zwischen der Stadt Fulda und der Hochschule Fulda genauso wie die enge Vernetzung mit Unternehmen. Der Impulsvortrag von Prof. Dr. Michael Huth, Professor für Logistik an der Hochschule Fulda, ermöglichte Einblicke in die unterschiedlichen Dimensionen nachhaltiger Lieferketten (ökonomisch, sozial und ökologisch). Eine besondere Herausforderung sieht er darin, Unternehmen für nachhaltige Lieferketten und die damit verbundenen Chancen zu sensibilisieren, damit Unternehmen hier Prioritäten setzen.

Schiene, Wasser und die Elektrifizierung

Im Rahmen eines Panels diskutieren die Experten Prof. Dr. Michael Huth und Prof. Dr. Boris Zimmermann, Professoren für Logistik an der Hochschule Fulda und Daniel Imhäuser, geschäftsführender Gesellschafter der Blasius Schuster Unternehmensgruppe, die Chancen des Green Deals, den Standpunkt der Logistikregion Nord-/Osthessens, einen möglichen Umstieg auf die Schiene, aber auch die Ansprüche an die EU im Bereich Logistik und Mobilität. Ein wichtiger Punkt ist ein Umdenken in Richtung Verkürzung der Lieferketten und nicht die ausschließliche Konzentration auf Elektrifizierung dieser. Besonderes Augenmerk muss in Zukunft auf Schüttgüter und die damit verbundenen (Recycling-)Prozesse gelegt werden. Die Experten wurden sich darüber einig, dass der Rechtsrahmen, der durch den Green Deal der EU geschaffen wird, auch im Alltagsgeschäft und von den zentralen Akteur*innen sowohl auf kommunaler als auch auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene gelebt werden muss. Politik und Verwaltung werden hier gerade auf nationaler und lokaler Ebene leider oft noch als zu behäbig wahrgenommen. Auch die Teilnehmer*innen der Veranstaltung hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wodurch die Paneldiskussion einen dynamischen Abschluss fand.  

Im Anschluss an das offizielle Programm war ausreichend Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken. So konnten auch Themenkomplexe aus der Paneldiskussion wieder aufgegriffen und vertieft werden.  

EUROPE DIRECT Fulda bedankt sich herzlich bei allen Sprecher*innen, die die Veranstaltung möglich gemacht haben, und allen Teilnehmenden für ihr Interesse.

Bilder der Veranstaltung

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