Osthessischer Gesundheitstag

RIGL-Fulda am Osthessischen Gesundheitstag 2019

Gesundheit und Lebensqualität in der Region

Das regionale Ärztenetz in Osthessen hat den Osthessischen Gesundheitstag bereits zum siebten Mal veranstaltet. In diesem Jahr war die Hochschule Fulda Kooperationspartner. Im Rahmen des Transferprojekts Regionales Innovationszentrum Gesundheit und Lebensqualität Fulda (RIGL-Fulda) hat die Hochschule auf der Messe dessen Umsetzungsprojekte in Form von vier Themenwelten vorgestellt:

  • Alltagstechnik
  • Bewegung
  • Ernährung
  • Miteinander

Besucher des Gesundheitstages – Privatleute wie Unternehmen – hatten die Möglichkeit, einen Einblick in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Hochschule zu den genannten Bereichen zu erhalten, Impulse aufzunehmen und natürlich auch Feedback zu geben. Darüber hinaus stellt die Messe eine Plattform dar, auf der Know-how ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden können. Mit der Präsentation ihrer Projekte will die Hochschule Fulda ihr Wissen nicht nur in die Region transportieren, sondern dieses auch erlebbar machen, indem sie die Bevölkerung aktiv mit einbezieht. Während des Gesundheitstages gab es viele Aktionen und Vorträge, die zum Mitmachen einluden und Möglichkeiten zum Nachfragen boten.

Im RIGL-Fulda wollen die Hochschule Fulda, Unternehmen, und soziale Einrichtungen gemeinsam Gesundheit und Lebensqualität in der Region fördern und erhalten. Die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben? spielt hierbei eine zentrale Rolle. Ob es um Unterstützung für ältere Menschen geht, um Pflege, Ernährung, die Gewinnung von Fachkräften, die steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz, um Zuwanderung oder Mobilität: Angesichts der sich verändernden Rahmenbedingungen sind wir in vielen Bereichen gefordert, uns neu zu orientieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln, um auch zukünftig unsere Lebensqualität und Gesundheit aufrecht zu erhalten.

Mehr Informationen zum RIGL-Fulda erhalten Sie auch im RIGL-Magazin.

Eindrücke vom Osthessischen Gesundheitstag 2019

Themenwelt "Alltagstechnik"

Zur Themenwelt „Alltagstechnik“ gehört das Umsetzungsprojekt GetAll (Gesundheitstechnik für die Alltagsbewältigung).

Hintergrund für die Entstehung des Projekts GetAll ist das demografiepolitische Ziel sowie der Wunsch vieler Menschen, bis ins hohe Alter gesund und selbstbestimmt zu leben. Unter Gesundheitstechnik versteht man technische Lösungen, die gesundheitsförderlich eingesetzt werden und so einen Beitrag leisten, dieses Ziel zu erreichen. Im Rahmen des Projekts soll es einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen der Hochschule Fulda, Praxispartner*innen und Endanwender*innen geben, d. h. auch enge Kooperationen mit regionalen Unternehmen, Netzwerken und Initiativen.

GetAll
beinhaltet zwei Teilprojekte: Smart Home & Altersgerechte Assistenzsysteme und Healthcare Wearables – Studierendenprojekte. Unter Healthcare Wearables versteht man tragbare Computersysteme mit Gesundheitsbezug, wie beispielsweise Fitness-Armbänder. In diesem Teilprojekt sollen in Kooperation mit den Praxispartner*innen Lösungen für den Einsatz solcher Systeme im häuslichen Umfeld gefunden werden.

Die Themen Smart Home und Altersgerechte Assistenzsysteme hat das Projektteam am Gesundheitstag in ihrem wabenförmigen Stand „Alltagstechnik“ vorgestellt. Gezeigt und anhand von sinnvollen Anwendungsszenarien erklärt wurden u.a. folgende Technik-Beispiele:

  • ein smartes Türschloss
  • ein smarter Spiegel mit Touchscreen
  • eine Licht- und eine Heizkörpersteuerung
  • ein Tischblitz, als optische Alternative für Haustür- und Telefonklingel, für Menschen, die schlecht hören
  • ein digitaler Türspion

Viele der Geräte lassen sich über eine App steuern und konnten von interessierten Besuchern vor Ort getestet werden. Ein Vorteil dieses noch in der frühen Entwicklung befindlichen Systems ist, dass man sich herstellerunabhängig ein individuelles System nach dem Baukasten-Prinzip zusammenstellen kann.

Wichtige Qualitätsmerkmale solcher technischen Lösungen sind Mehrwert und Effektivität, intuitive Bedienbarkeit und Zuschnitt auf individuelle Bedürfnisse. Der Einstieg zur Nutzung kann über den Smart Home-Bereich für Nutzer früher und leichter gelingen. Ändern sich die Bedürfnisse oder kommen Einschränkungen hinzu, lässt sich das dann bereits vertraute System individuell in Richtung altersgerechter Assistenzsysteme erweitern bzw. umstellen.

Im Zusammenhang mit sogenannter smarter Technik taucht immer wieder die Frage nach dem Umgang mit den persönlichen Daten auf. Was genau passiert damit? Wo werden sie gespeichert? Werden sie an Dritte weitergegeben? Diese und andere Fragen verunsichern häufig Verbraucher, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, solche Lösungen anzuschaffen. Das Projektteam von GetAll hat daher zum Thema Datenschutz bzw. Sicherheit eine Analyse erstellt, die es am Gesundheitstag erstmals präsentierte. Aufklärung und Transparenz können Nutzer*innen helfen, Vertrauen in die Technik aufzubauen.

Anwendungsbeispiele aus dem Teilprojekt Healthcare Wearables wurden ebenfalls vorgestellt und konnten natürlich auch getestet werden. Vom regionalen Praxispartner IETEC konnten Messebesucher*innen die Druckverhältnisse in ihren Schuhen mittels einer speziellen Einlage messen lassen und bekammen sie auf einem Monitor angezeigt. Ein weiterer smarter Spiegel, den das Projektteam am Stand präsentierte, zeigte auf Wunsch den gerade gemessenen Blutdruck im Spiegelbild an.

Eine Umfrage vom Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda zum Thema Zielgruppen und Erwartungen und Anforderungen an altersgerechte Assistenzsysteme rundete die Messepräsentation ab und stellte eine weitere Möglichkeit für die Besucher dar, eigene Ideen und Ansichten einzubringen.

Themenwelt "Bewegung"

An der Themenwelt „Bewegung“ sind zwei der insgesamt zehn Umsetzungsprojekte des RIGL-Fulda beteiligt:

  • RinkA (Regionale inklusive Bewegungs-, Sport-, Gesundheits- und Freizeitangebote)
  • BeSt (Beratungsstützpunkt Betriebliche Gesundheitsförderung und gesellschaftliche Verantwortung)

Hintergrund der Entstehung des Projekts Regionale inklusive Bewegungs-, Sport-, Gesundheits- und Freizeitangebote - RinkA ist der Umstand, dass Menschen mit Behinderungen bzw. chronischen Erkrankungen nicht alle Sport-, Gesundheits- und Freizeitangebote offenstehen. Ziel von RinkA ist es, inklusive Angebote in den vier Bereichen in der Region aufzubauen und zu verankern. Die Abteilung Hochschulsport setzt in Kooperation mit dem Fachbereich Sozialwesen das Projekt für die Region Fulda in Zusammenarbeit mit 16 regionalen und überregionalen Partnern um.

Neben gemeinnützigen Organisationen tragen auch Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility). Dazu gehört unter anderem die Erhaltung der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, welche vor allem aufgrund von steigenden Anforderungen – wie mehr Flexibilität oder die Erwartung von nahezu permanenter Erreichbarkeit – gefährdet ist. Während große Firmen und Organisationen dafür meistens ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einrichten, ist der personelle und finanzielle Aufwand für kleine und mittlere Betriebe oft zu hoch. Hier setzt der Beratungsstützpunkt BeSt mit seinem Angebot an: Gefördert werden soll die Umsetzung von Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung und gesellschaftlicher Verantwortung in Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen der Region.

Bewegungsparcours, „Best-Tour“, Fotobox und Ausstellung zum Malwettbewerb „Gesundheit ist für mich …“

Am Messestand zur Themenwelt „Bewegung“ wurden beide Projekte vorgestellt. Besucher konnten in einem Bewegungsparcours selbst erfahren, wie es ist, wenn körperliche Einschränkungen alltägliche Bewegungen erschweren oder auf welche Hindernisse man als ein Mensch mit eingeschränktem Sehvermögen stößt. Ebenso diente der Bewegungsparcours einer Einschätzung der eigenen motorischen Fähigkeiten.

Der Beratungsstützpunkt BeSt stellte unter dem Motto: „Gesundheitsförderung on tour“ die „BeSt-Tour“ vor. Hierbei geht es darum, kleine und mittelständische Unternehmen und non-profit Organisationen bei der Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeitenden vor Ort aktiv zu unterstützen. Neben Themen der Betrieblichen Gesundheitsförderung stehen Aktivitäten zu gesellschaftlicher Verantwortung und Nachhaltigkeit im Fokus.  Ab Sommer 2019 ist die „BeSt-Tour“ mit einem auffallend gestalteten Elektroauto in der Region Fulda unterwegs. Auf dem Gesundheitstag konnten sich Interessierte das Fahrzeug live anschauen und erste Kontakte zu den Projektverantwortlichen knüpfen.

Im Vorfeld des Osthessischen Gesundheitstags 2019 hatte das Projekt RinkA einen Malwettbewerb organisiert. So wollte man Informationen darüber erhalten, was die Schülerinnen und Schüler des Landkreises mit dem Thema Gesundheit verbinden. Die Aufgabenstellung lautete:

„Male alles, was Dir einfällt, wenn Du an das Thema Gesundheit denkst. Was Dich gesund hält. Was Dich gesund macht. Wie Du Dich bewegst. Welchen Sport Du machst. Was Du frühstückst. Wie Du entspannst. Gerne kannst Du auch noch mit Worten dazuschreiben, was für Dich Gesundheit ist.“

Über das Schulamt des Landkreises Fulda wurden Grundschulen eingeladen an dem Wettbewerb teilzunehmen. Insgesamt 524 Schülerinnern und Schüler von 12 Schulen kamen dem Aufruf nach und haben ihre Bilder und Collagen eingereicht. Alle Bilder wurden am Messetag ausgestellt (einige sind in der Bildergalerie auf dieser Seite zu sehen). Erwartungsgemäß haben viele Kinder auf ihren Bildern Lebensmittel gemalt und sich selbst in Bewegung bei ihrer Sportart. Aber es gibt auch Beiträge, die mit dem Thema Gesundheit folgende Dinge verbinden: Hände waschen und Hygiene, Natur und frische Luft, Spielplatz, Freunde/Freundschaft, gemeinsam am Tisch essen, Spaziergang mit dem Hund, Zähneputzen, schlafen, Wasser trinken, musizieren, tanzen, lachen, nicht rauchen, Sauna, Sonnencreme.

Am Messe-Nachmittag wurden vier Bilder (eins für jede Jahrgangstufe) mit einem Sachpreis prämiert. Außerdem konnte sich jeder Teilnehmende ein kleines Dankeschön-Geschenk am Stand der Themenwelt Bewegung abholen. Darüber hinaus haben drei Schulen mit der im Verhältnis zur Schülerzahl höchsten Einsendequote einen Sport-Eventtag zum Thema „Sport für alle“ gewonnen. Eine von zwei Klassen gemeinsam angefertigte Collage erhielt als Sonderpreis ebenfalls einen Sport-Eventtag.

Ein spaßiges Highlight war eine Fotobox: Hier hatten Besucher*innen die Möglichkeit, ihre fotografische Botschaft ebenso zum Motto "Gesundheit ist für mich..." abzugeben. Für eine kreative Bildgestaltung standen unterschiedlichste Materialien zur Verfügung.

Abgerundet wurrd das Angebot in der Themenwelt „Bewegung“ durch die Ausstellung von unterschiedlichsten ergonomischen Bürostühlen und der Möglichkeit „dynamisches Sitzen“ zu testen.

Themenwelt "Ernährung"

Zur Themenwelt „Ernährung“ gehören die beiden Umsetzungsprojekte VeWoLA (Versorgungs-, Wohn- und Verpflegungskonzepte für ein selbstbestimmtes Leben im Alter) und LeZ´go (Lebensmittel der Zukunft – Ernährung 2030 in der Region Osthessen) sowie das Modellprojekt MoDiVe (Modellprojekt für die diätische Versorgung im Raum Fulda)

Leitthema von VeWoLA ist „Selbstbestimmt leben – auch bei Unterstützungsbedarf“. Im Rahmen des Umsetzungsprojekts mit seinen drei Teilprojekten „Verpflegung“, „Wohnen“ und „Senior Citizen Science“ sollen Konzepte dazu in enger Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren weiterentwickelt werden.

Am Gesundheitstag stand unter anderem der Themenschwerpunkt „Ernährung & Verpflegung“ im Fokus. Das VeWoLA-Projektteam informierte und gab Praxistipps zur Ernährung im Alter und bei bestimmten Krankheitsbildern. Dass Geschmack und Genuss hierbei nicht zu kurz kommen dürfen, konnten Besucher*innen im Rahmen kleiner Verkostungen ausprobieren.

An einer weiteren Station hatten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit zu erfahren, was es bedeutet, Mahlzeiten einzunehmen, wenn motorische Einschränkungen das Essen und Trinken erschweren. Innovative Ess- und Trinkhilfen konnten am gedeckten Tisch vor Ort ausprobiert werden. Wer es ganz genau wissen wollte, konnte hierbei den Alterssimulationsanzug testen.

An der dritten Station bot das VeWoLA-Team spannende Angebote rund um das Thema Bürgerwissenschaften. Hier wurde gezeigt, wie sich ältere Bürgerinnen und Bürger aktiv an Forschungsvorhaben zu den Themen „Ernährung, Versorgung und Wohnen“ beteiligen können. Ein Ideenwettbewerb und ein Erfinder-Quiz regten schon am Stand zum Mitmachen an.

Das Modellprojekt MoDiVe beschäftigt sich mit dem Thema Ernährungsberatung und -therapie in der Region. Gemeinsam mit den regionalen Akteuren soll die aktuelle Situation im stationären und ambulanten Bereich erfasst, analysiert und prozessgesteuert optimiert werden, um so die Patientenversorgung nachhaltig verbessern zu können. Grundlage dafür ist das in einem EU-Forschungsprojekt (IMPECD1) entwickelte Prozessmodell DCP (Dietetic Care Process). Der DCP soll Ernährungsfachkräfte in ihrer täglichen Arbeit dabei unterstützen, strukturiert und transparent zu arbeiten.

Besucherinnen und Besucher des Gesundheitstags hatten die Möglichkeit, mit Ernährungsfachkräften gezielt ins Gespräch zu kommen. Die examinierten Diätassistentinnen und Diätassistenten standen für alle Fragen rund um das Thema Ernährung zur Verfügung. Ein eindrucksvoller Adipositasanzug konnte getestet werden. Dieser simuliert mithilfe von Gewichten, wie sich starkes Übergewicht im Alltag anfühlt. Ein Zuckerquiz lud dazu ein, das Wissen über den Zuckergehalt von Lebensmitteln zu überprüfen und hielt die ein oder andere Überraschung bereit.

Mit dem Umsetzungsprojekt Lebensmittel der Zukunft (LeZ´go) sollen die Potenziale und Bedürfnisse der Region Osthessen im Hinblick auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Ernährung ermittelt werden. Zielsetzung ist es, innovative, regionale, marktfähige und verbraucherrelevant gestaltete Lebensmittel zu entwickeln. Eine wichtige Rolle spielen hierbei neben Aspekten der Gesundheit auch technische Innovationen. Auf dem Gesundheitstag konnten Messebesucher*innen in diesem Zusammenhang erleben, wie mittels des modernen 3D-Drucks Lebensmittel in Bezug auf Nährstoffgehalt, Geschmack, Form und Konsistenz auf jeden einzelnen Verbraucher individuell abgestimmt werden können und wie aus Molkenproteinen Joghurt mit echtem und cremigem Geschmack, aber weniger als 0,5% Fett hergestellt wird. Wie schmecken Gummibärchen ohne Fruchtzucker? Gibt es einen Unterschied zu den handelsüblichen Produkten?

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Mikroorganismen. Welche sind nützlich? Welche nicht? Wie erkennt man die Unterschiede? Durch ein Geruchsmemory wurde die Bandbreite an Aromen präsentiert, die durch Hefen, die in Wein und Bier enthalten sind, gebildet werden.

Messebesucher*innen hatten die Möglichkeit, ihre Meinungen, Gedanken und Visionen zur Frage: „Wie wird die Ernährung der Zukunft aussehen?“ mitzuteilen. Hierbei wurden Teilnehmende mithilfe eines Fragebogens motiviert, innovative Lebensmittel (-konzepte) wie beispielsweise In-Vitro Fleisch oder Nahrung aus Insekten zu beurteilen.

Eine interaktive Säule eröffnete den Spielraum für ergänzende individuelle Anregungen zum Thema. Die Gesamtergebnisse nutzen dem weiteren Projektverlauf im Bereich der Akzeptanzforschung und werden entsprechend ausgewertet.
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1 Improvement of Education and Competences in Dietetics (Laufzeit 09/2015 bis 08/2018). Ausgangspunkt des Projekts ist die Entwicklung eines einheitlichen Modells Dietetic Care Process (DCP) mit den Schritten Ernährungsassessment, Ernährungsdiagnose, Planung und Durchführung der Ernährungsintervention sowie Monitoring und Evaluation. Als weiterer Output des Projekts wird ein englischsprachiger Massive Open Online Course (MOOC) im Umfang von fünf ECTS für die Curricula der Studiengänge Diätetik der fünf beteiligten Hochschulen entwickelt (https://impecd.fhstp.ac.at/).

Themenwelt "Miteinander"

„Miteinander“ steht für das Miteinander in der Gesellschaft der Vielfalt und Inklusion bzw. Integration. Die Themenwelt „Miteinander“ wurde von den Umsetzungsprojekten TeSeGe (Teilhabe und Seelische Gesundheit in Schulen und Arbeit), DIWAN (Dialogprozesse und Wanderausstellung für ein gelingendes Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft) und IntIP (Integration internationaler Pflegekräfte in regionale Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege) gestaltet.

Mit einer gemeinsamen Schubladenaktion aller drei Umsetzungsprojekte – TeSeGe, DIWAN und IntIP – haben die Projektteams Bürger*innen am Gesundheitstag dazu eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Unterbewusstes zu hinterfragen. Die Aktion sollte zum Nachdenken anregen, wie schnell uns Vorurteile leiten. Welche Erfahrungen, Gedanken oder auch Informationen tragen dazu bei, Menschen gedanklich „in Schubladen zu stecken“? Werden diese durch den Austausch verändert? Bei der Aktion sollten Besucher*innen unterschiedliche Fotos von Menschen Schubladen zuordnen, die mit Zuschreibungen wie zum Beispiel „Gutmensch“, „Rebell“ oder „Heldin“ beschriftet waren.

TeSeGe ist in die Teilprojekte „Primärprävention an Schulen“ und „Tertiäre Prävention im Bereich Arbeit“ unterteilt. Hintergrund der Entstehung des Teilprojekts „Primärprävention an Schulen“ ist der Umstand, dass immer mehr Kinder und Jugendliche von psychischen Belastungen betroffen sind und nur ein Teil der Betroffenen eine entsprechende professionelle Unterstützung bzw. Behandlung in Anspruch nimmt. So gilt die Altersphase zwischen dem 12. Und 15. Lebensjahr als relevantester Zeitraum für die Etablierung von Konsummustern hinsichtlich Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum. Dementsprechend sind frühzeitige Maßnahmen der Primärprävention sinnvoll und wichtig gerade in dieser Lebensphase. Ziel des Teilprojekts ist es, diese für die Schülerinnen und Schüler zusammen mit Akteuren der Region Fulda zu erforschen und umzusetzen. Konkret bedeutet das: den Wissensstand über psychische Störungen zu verbessern, Ängste abzubauen und ihnen Zugang zu Hilfen zu erleichtern.

Am „Miteinander“-Stand wurde ein Video zum Thema gezeigt: Zu sehen waren kurze Sequenzen über Glück, Krisen sowie Unterstützungsmöglichkeiten und Prominente wie Klaas und Jan Delay berichten darin über ihr Erleben von Glück und Krisen. Interessierte hatten zudem die Möglichkeit, an einem Experiment teilzunehmen: Hierbei konnte man erfahren, wie es sich anfühlt, ein Gespräch zu führen, wenn man Stimmen hört.

Im Teilprojekt 2 von TeSeGe, „Tertiäre Prävention im Bereich Arbeit“, geht es um die Stärkung der Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Projektpartner sollen sozialpsychiatrische Einrichtungen sein, in denen Menschen begleitet werden, die nicht oder nicht mehr am Arbeitsleben teilnehmen können.

Im Umsetzungsprojekt DIWAN sollen Dialogprozesse angestoßen werden, deren Ergebnisse in einer Ausstellung in der Region gezeigt werden und Gelegenheiten für einen öffentlichen Austausch zum Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft bieten. Ländliche Gemeinwesen stehen hier vor besonderen Herausforderungen. Deshalb arbeitet DIWAN in den Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und dem Vogelsbergkreis in Zukunftswerkstätten mit geflüchteten Menschen, freiwillig Engagierten und sonstigen Betroffenen.

DIWAN zeigte am Gesundheitstag die Ausstellung „Lebensfäden. Handarbeitsschätze der Nordstadt“ des Vereins „transit“ Gießen. Die Ausstellung ist das Produkt engagierter Frauen, die mit Handarbeit ihr Interesse an der Vielfalt der Gesellschaft zeigen und mitbestimmen möchten. Auf einer Weltkarte zum Thema Gastfreundschaft konnten Besucher*innen jene Länder markieren, in denen sie Gastfreundschaft und Freundlichkeit erlebt haben. Außerdem wurden 17 Globen aus unterschiedlicher Zeit und somit auch mit unterschiedlichen Grenzen ausgestellt, die aufzeigen, wie sich Räume und Zwischenräume über die Zeiten immer wieder neu gestalten.

Beim Umsetzungsprojekt IntIP (Integration internationaler Pflegekräfte in regionale Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege) geht es darum, gemeinsam mit Partnern aus der Region, Konzepte und Lösungsstrategien zu erarbeiten, die dazu beitragen, den erheblichen Personalmangel in diesem Pflegebereich zu reduzieren und Herausforderungen, wie die Anerkennung von Berufsabschlüssen, beim Anwerben internationaler Fachkräfte besser zu meistern.

Alltagstechnik - Bewegung - Ernährung - Miteinander

Leiterin der Geschäftsstelle

Sonja Jost

Sonja Jost

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