Augmented Reality

Projekt FARA-LOG

Prof. Dr. Boris Zimmermann und Student Heiko Soffel präsentieren im HOLM das Augmented Reality Labor. Herr Soffel verfasst an der Hochschule Fulda eine Master-Arbeit zu dem Thema und präsentiert den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im HOLM erste Zwischenresultate des Projekts. (Quelle: Schumann)

Augmented Reality – kurz AR – wird in der Logistik auch als Pick-by-Vision bezeichnet und zählt zu den vielversprechendsten Technologien der Zukunft, ob als Spielzeug für die Freizeitgestaltung oder als elementares Hilfsmittel in der Industrie. Schon in wenigen Jahren könnte diese Technologie fest in unserem Alltag etabliert sein.

Ziele der Forschung

Lediglich an der Technischen Universität München gibt es derzeit ein Forschungsprojekt über die Anwendungsmöglichkeiten in der Logistik.
Der Aufbau einer Versuchsanordnung soll helfen die Potentiale in der Kommissionierung zu ergründen. Durch die wissenschaftliche Methodik des Action Research soll der Versuchsaufbau effizient und effektiv erfolgen, dabei werden zunächst verschiedene Brillen eingesetzt, um mit diesen Kommissionierungstest durchzuführen.

Ziel der Versuche ist es, Lagerprozesse und Technik in Einklang zu bringen und so einen aktiven Beitrag zum verstärkten Einsatz dieser Technologie zu leisten. Damit können nicht nur die bisherigen Stärken und Schwächen gegenüber bestehenden Kommissioniertechniken untersucht werden, sondern es werden darüber hinaus wichtig Erkenntnisse zur Verbesserung der bisherigen Technik gewonnen. Damit bietet das Projekt nicht nur eine breite Basis für viele studentische Projekte, Bachelor- und Masterarbeiten, sondern Unternehmen können vor der Anschaffung von AR-Brillen ihre spezifischen Kommissionierungsabläufe in unserem Labor testen. Neben diesen wesentlichen Potentialen sollen auch andere Fachbereiche, wie z.B. die Informatik in die Projektentwicklung eingebunden werden.   

Das Labor

Im Labor sollen darüber hinaus AR-Brillen auf deren Funktionalität und Praxistauglichkeit in der Kommissionierung von Waren getestet werden. Mit Hilfe einer plattformoffenen Lagerverwaltungssoftware des Kooperationspartners A sollen zahlreiche Unternehmen die Möglichkeit haben, ihre Abläufe mit AR-Brillen zu testen, daneben werden die Verbesserungspotentiale der AR-Brillen erforscht.
Das Labor ermöglicht somit den Praxispartnern, ihre unternehmensspezifischen Praxisabläufe unter realen Bedingungen zu simulieren und damit die AR-Technologie vor tatsächlicher Implementierung zu testen. Das hilft sowohl Unternehmen, die planen, ihre Abläufe auf diese Technologie umzustellen, also auch den Anbietern von AR-Brillen. So können vielfältige Szenarien simuliert und geprüft werden, ohne dass eine vollständige kostspielige Implementierung erfolgen muss, denn eine fehlgeschlagene Implementierung in bestehende Logistikabläufe birgt für die interessierten Unternehmen ein erhebliches Kostenrisiko. Damit schließt das Labor sukzessive die Forschungslücke, da es mit jedem Testszenario die Anwendungsmöglichkeiten der AR-Technologien in der Praxis weiter konkretisiert. Ein weiteres wesentliches Ziel könnte erreicht werden, wenn zusätzliche Unternehmen aus dem AR Umfeld sich am HOLM ansiedeln und in diesem Bereich forschen. Der Projektpartner A hat dazu bereits Interesse bekundet.

Versuchsreihe

Der Aufbau einer Versuchsanordnung soll helfen die Potentiale in der Kommissionierung zur ergründen. Dabei werden zunächst verschiedene Brillen eingesetzt, um mit diesen Kommissionierungstest durchzuführen. Dazu werden Gegenstände aus dem Kommissionierungswagen gemäß den Displayvorgaben entnommen, diese Aufträge werden gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt. Alle Kommissionierungsaufträge sollen abgeschlossen werden, indem am Ende eine fertige Kommission gebildet wird. Die Kommissionierungsaufträge werden mit Hilfe einer plattformunabhängigen Software erstellt.

Mit Hilfe der Tests können Fehler oder Abweichung im Ist-Ablauf festgestellt werden und somit wird die Praxistauglichkeit der vorhandenen Brillen geprüft. Im Laufe der Versuche sollen die Brillen hinsichtlich Ihrer Einsatzfähigkeiten optimiert werden.