Digitalisierung

Logistikatlas Hessen

Der Logistikatlas Hessen stellt geografische, demografische und infrastrukturelle Daten digital zur Verfügung und soll damit die Entscheidungsgrundlage für Unternehmer, Planer und Politiker verbessern. Quelle: Fotolia/madpixblue

Unternehmer, die in Hessen einen Standort für ein Logistikzentrum suchen, stehen ebenso vor dem Problem wie Planungsverbände, die ein Gewerbegebiet vermarkten wollen, oder Kommunalpolitiker, die Verkehrsprojekte lenken sollen. Sie alle benötigen für ihre Entscheidungsfindung eine Vielzahl geografischer, demografischer und infrastruktureller Daten – etwa ortsbezogene Nachfragemengen, Verkehrsflussdaten oder infrastrukturelle Kapazitäten. Doch nur ein Teil dieser Daten ist bislang in ausreichendem Detaillierungsgrad vorhanden, so etwa Verkehrsflussdaten auf Bundesautobahnen. Der Großteil der benötigten Informationen hingegen ist entweder nicht existent oder aber nicht ohne weiteres verfügbar.

Das Projekt

Dabei hat Hessen aufgrund seiner zentralen Lage innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union eine hohe Relevanz hat für die Logistikbranche, für logistische Prozesse und für logistikbezogene Mobilität. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den fünf staatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften Hessens sowie der Hochschule für Gestaltung in Offenbach wollen daher die Lücke zwischen benötigten und verfügbaren Daten schließen und  einen Logistikatlas für das Bundesland erstellen.  Er soll künftig Entscheidern aus öffentlichen Institutionen, Handel, Industrie, von Logistikdienstleistern und Verbänden  detaillierte, orts- und raumbezogene Daten zur Verfügung stellen, mit denen sich entsprechende Entscheidungen mit lokalem oder regionalem Bezug zuverlässig treffen lassen.
Den ersten Schritt auf dem Weg zum  „Logistikatlas Hessen“ haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor kurzem abgeschlossen. Gefördert aus dem Innovationsfonds des House of Logistics and Mobility (HOLM), fertigten sie eine empirische Untersuchung an, mit deren Hilfe sie den Bedarf an logistischen Daten ermittelten.  Zum einen sammelten sie verfügbare Datenquellen, bereiteten diese auf  und stellten sie zur Verfügung. Zum anderen führten sie Interviews mit 44 Expertinnen und Experten aus Hessen – potenziellen Nutzerinnen und Nutzern – zu relevanten Entscheidungsfragestellungen hinsichtlich logistischer Aspekte und erfassten die dafür erforderlichen Daten in einem „Decision Dictionary“.

Die nächsten Schritte

Im nächsten Schritt heißt es nun einen Weg zu finden, wie die Menge an heterogenen Daten miteinander vernetzt zur Verfügung gestellt werden kann. Das Projekt lotet derzeit die verschiedenen in Frage kommenden Möglichkeiten aus und ist zudem noch auf der Suche nach einer Finanzierungsmöglichkeit.
Projektleiter des Vorhabens war  Prof. Dr. Michael Huth von der Hochschule Fulda. Durchgeführt wurde das Projekt aber – und damit zeigt sich die Verbundenheit der hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften – von gleich zehn Logistikprofessorinnen und –professoren aus den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Darmstadt, Frankfurt, Friedberg, Fulda und Wiesbaden sowie die Hochschule für Gestaltung in Offenbach. „Diese Kooperation wäre ohne die zentrale Plattform HOLM als Haus und Fonds nicht realisiert worden“, ist sich Professor Huth sicher. Und Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke von der Frankfurt University of Applied Sciences betont: „Dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Darmstadt, Frankfurt, Friedberg, Fulda und Wiesbaden mit ihren guten Beziehungen zu Akteuren im Logistikbereich an dem Projekt mitarbeiteten, gewährleistet die flächendeckende Erhebung für das gesamte Bundesland. So können wir nicht nur Daten für einzelne Regionen bereitstellen, sondern hessenweit, und zwar in dem Detaillierungsgrad und mit dem Raumbezug, der für eine zielgerichtete Entscheidung notwendig ist.“

Abschlussbericht

Der Abschlussbericht zum Logistikatlas Hessen sowie weitere Berichte stehen als Download zur Verfügung.


Projektzeitraum: 1.5.2014-31.3.2015
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Huth, Hochschule Fulda
Projektpartner: Frankfurt University of Applied Sciences, Hochschule Darmstadt, Hochschule Fulda, Hochschule für Gestaltung, Hochschule RheinMain, Technische Hochschule Mittelhessen

Ansprechpartner

Michael Huth

Prof. Dr.

Michael Huth

Allgemeine BWL, insbesondere Logistik

Gebäude 23, Raum 101
Prof. Dr. Michael Huth +49 661 9640-2557
Sprechzeiten
Termine bitte nach Vereinbarung