Interaktionsdesign

Mensch-Computer-Interaktion benutzergerecht gestalten

Der Entwurf von Mensch-Computer- oder, allgemeiner, Mensch-Maschine-Schnittstellen wird als Interaktionsdesign bezeichnet. Diese Designdisziplin beschäftigt sich in erster Linie mit der Gestaltung des Dialogs zwischen Mensch und interaktivem System, wie etwa Smartphone, Info-Terminal, Navigationsgerät oder Website.

Interaktionsdesign beinhaltet in vielen Fällen auch Interfacedesign (Schnittstellendesign, Screendesign) und wird zudem häufig mit Usability- und User-Experience-Design in Verbindung gebracht, wobei diese Tätigkeiten nur schwer voneinander abzugrenzen sind. Interface ist der englischsprachige Begriff für Benutzungsschnittstelle, Usability steht für Gebrauchstauglichkeit oder Benutzerfreundlichkeit und User Experience (UX) für Nutzer- oder Nutzungserlebnis.

Am KMCI wird im Bereich Interaktions- oder Interfacedesign grundsätzlich mit der Methodik der benutzerorientierten Gestaltung gearbeitet. Die Vorteile und Notwendigkeit dieser Vorgehensweise, um aus Sicht der Anwender gelungene Lösungen zu entwickeln, ist heute allgemein anerkannt, sie wird aber in der Praxis aus Gründen mangelnder Kompetenzen und (nicht zu Ende gedachter) Kostenüberlegungen immer noch regelmäßig vernachlässigt.

Test eines Prototyps einer Gesten-Steuerung für einen Fahrstuhl
Test eines Prototyps einer Gesten-Steuerung für einen Fahrstuhl

Benutzerorientierte Gestaltung umfasst die Teilschritte Analyse des Nutzungskontexts (Benutzer, Aufgaben, Ausrüstung, soziale Umgebung, physische Umgebung), Anforderungsspezifikation, Anwendungsentwicklung und Evaluation. In der Regel werden mehrere solcher Zyklen durchlaufen, um sich der finalen Lösung schrittweise (iterativ) anzunähern. Hintergrund dieser Vorgehensweise ist, dass erfahrungsgemäß mit nur einem Durchlauf kein "optimales" Ergebnis erzielt werden kann. Stattdessen lassen sich die relevanten Anforderungen erst über die Evaluation mit den späteren Anwendern ausreichend vollständig erschließen.

Um in den einzelnen Iterationen fokussiert und effektiv vorzugehen und unnötige Entwicklungsaufwände zu vermeiden, wird meist zunächst mit einfachen Prototypen gearbeitet, die nach und nach ausgebaut, technisch umgesetzt und verfeinert werden.

Gerne unterstützen wir auch Sie dabei, Ihr System, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung hinsichtlich der beinhalteten Mensch-Computer-Interaktion zu gestalten. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Forschungsprojekte

Da nahezu alle Forschungsprojekte am KMCI auch den Entwurf und die prototypische Implementierung eines oder mehrerer interaktiver Systeme beinhalten, sind umfangreiche Kenntnisse im Bereich Interaktionsdesign vorhanden.

Entsprechende Projekte der letzten Jahre werden im Folgenden aufgeführt:

ProjekttitelInhaltWeitere Informationen
ProGesture -
Tool Support for Rapid Prototyping of 3D-Gesture Interaction
Entwicklung eines Software-Werkzeugs für das Rapid Prototyping von 3D-Gesten-Interaktion, zur durchgängigen Unterstützung bei Gestenentwicklung, Interaktionsdesign und Evaluationam Fachbereich Angewandte Informatik

www.progesture.org
inBEF -
Inklusionsfördernde, interaktive Erklärelemente in barrierefreien E-Formularen
Entwicklung und Erprobung barrierefreier e-Formulare (BEF), angereichert mit interaktiven Erklärelementen, um den Zugang für Personen mit kognitiv bedingten Sprachproblemen zu erleichternam Fachbereich Angewandte Informatik
ITP@BEFEntwicklung eines Software-Werkzeugs zur ingenieurmäßigen Realisierung von barrierefreien e-Formularen unter Einsatz von interaktiven Erklärelementenam Fachbereich Angewandte Informatik
WeBewIn -
Werkzeuggestütztes Design bewegungsbasierter Mensch-Computer-Interaktionen
Entwicklung und Erprobung eines Prototyps für ein innovatives Software-Werkzeugs zum Rapid Prototyping von berührungsloser/3D Gesten-Interaktion.am Fachbereich Angewandte Informatik
Entwurf, prototypische Implementierung und Evaluation einer Schnittstelle zur gestenbasierten Steuerung von Applikationen auf der Open Source Systemplattform "universAAL"Entwicklung einer universellen Schnittstelle für Gesteninteraktion für die Systemplattform "universAAL – universal open platform and reference specification for Ambient Assist Living"); Erprobung und Demonstration mittels einer Beispiel-Anwendung