E-PARTIZIPATION FÜR TRANSFORMATIONEN NUTZBAR MACHEN (eParT)
Demografischer Wandel, Energiewende, Klimawandel – dies sind nur einige Beispiele für tiefgreifende Veränderungen. Diese gehen für die Gesellschaft mit tiefgreifenden Herausforderungen einher und bedürfen der Beteiligung aller. Während gesellschaftliche Beteiligung in der Vergangenheit vor allem analog umgesetzt wurde, eröffnen digitale Technologien neue Möglichkeiten, Menschen an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Doch wie lassen sich digitale Beteiligungsformate so gestalten, dass sie inklusiv, wirksam und langfristig nutzbar sind? Und welchen Beitrag können sie leisten, um Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden?
Der DFG-Forschungsimpuls „E-Partizipation für Transformationen nutzbar machen: Erkundung von Anwendungsfeldern, Einflussfaktoren und Wirkungen (eParT)“ geht diesen Fragen systematisch nach. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie digitale Beteiligungs- und Entscheidungsprozesse – also E-Partizipation – gesellschaftliche Veränderungsprozesse erfolgreich begleiten und fördern können.
Interdisziplinär, transdisziplinär und praxisnah
Was eParT besonders macht, ist der konsequent inter- und transdisziplinäre Ansatz. Fünf von acht Fachbereichen der Hochschule Fulda und die Universität Potsdam sind am Forschungsimpuls beteiligt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Gesundheits- und Sozialwissenschaften, der Elektrotechnik, der Politikwissenschaft, der Angewandten Linguistik und der Informatik arbeiten gemeinsam an einem zentralen Ziel: Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie digitale Partizipation Transformationen in den Bereichen Gesundheit, Energie, Mobilität und Bildung unterstützen kann.
Das Projekt verbindet technologische, gesellschaftliche, kommunikative und individuelle Perspektiven. Es untersucht nicht nur einzelne Aspekte wie politische Beteiligung oder technologische Innovation, sondern auch die komplexen soziotechnischen Bedingungen, motivationalen Faktoren und kommunikativen Prozesse, die digitale Partizipation ermöglichen oder verhindern.
Gleichzeitig versteht sich eParT als offenes Forschungsprojekt: Wissenschaft und Gesellschaft arbeiten eng zusammen. Bürgerinnen und Bürger, zivilgesellschaftliche Organisationen und regionale Institutionen werden aktiv in die Forschung einbezogen – von der Entwicklung von Fragestellungen bis zur Erprobung konkreter Lösungen und deren Evaluation.

Forschung im Dialog mit der Gesellschaft
Ein zentrales Element des Projekts sind sogenannte Pop-Up-Labs – zeitlich befristete Experimentierräume an öffentlich zugänglichen Orten in ganz Hessen. Diese analogen Begegnungsräume schaffen niedrigschwellige Zugänge, ermöglichen persönlichen Austausch und laden Bürgerinnen und Bürger ein, eigene Erfahrungen, Perspektiven und Ideen einzubringen. Gemeinsam mit Forschenden entwickeln sie hier Lösungsansätze, testen digitale Werkzeuge und diskutieren Ergebnisse.
Darüber hinaus kooperiert eParT mit regionalen Partnern, um digitale Beteiligung konkret in bestehenden Strukturen zu erproben – etwa in der Gesundheitsförderung, der kommunalen Stadtteilentwicklung oder bei Fragen nachhaltiger Energie- und Mobilitätskonzepte. Ziel ist es, digitale Beteiligung nicht nur theoretisch zu erforschen, sondern auch im Alltag nutzbar zu machen.
Wissen bündeln, Beteiligung stärken
Damit die Ergebnisse des Projekts langfristig Wirkung entfalten, entsteht im Rahmen von eParT ein digitaler Participation Hub. Diese Plattform bündelt Forschungsergebnisse, Methoden, Werkzeuge und Praxisbeispiele rund um digitale Beteiligung – verständlich aufbereitet und frei zugänglich. Der Hub dient als zentraler Ort für Austausch, Diskussion und Weiterentwicklung. Bürgerinnen und Bürger, Forschende, politische Akteure sowie Praxispartner können hier Erkenntnisse nutzen, eigene Erfahrungen einbringen und neue Impulse setzen. Die Rückmeldungen aus der Anwendung fließen wiederum in die Forschung ein – ein kontinuierlicher Lern- und Entwicklungsprozess.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Der Forschungsimpuls eParT wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2026 bis 2030 mit sechs Millionen Euro gefördert. Die DFG-Forschungsimpulse unterstützen forschungsstarke Hochschulen dabei, ihr wissenschaftliches Profil weiterzuentwickeln und langfristig die Bedingungen für erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung zu stärken.
Im Jahr 2023 wurde an der Hochschule Fulda bereits der Forschungsimpuls Shaping Future Society (SaFe) durch die DFG gefördert. Mit eParT baut die Hochschule ihre Position als profilierte, forschungsstarke Institution weiter aus und leistet zugleich einen konkreten Beitrag zur Gestaltung gesellschaftlicher Transformationsprozesse.