LogRegio – Regionale Produkte für die Stadt
Das Projekt wurde Ende 2025 abgeschlossen. Der Projektsteckbrief gibt einen Überblick über Ziele, Verlauf und Ergebnisse des Projekts.
Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln hierzulande steigt. Nicht nur Endkonsument*innen, auch die Außer-Haus-Verpflegung, insbesondere betriebliche und städtische Kantinen und die Gastronomie, möchte regionaler einkaufen, doch die Herausforderungen sind noch vielseitig: Ware wird selten gebündelt, etablierte und somit konkurrenzfähige Lieferketten fehlen, die standardisierte Qualität der Produkte ist noch nicht vergleichbar mit konventionellen Pendants. Hessens landwirtschaftliche Betriebe sind mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 51 Hektar relativ klein.

LogRegio -
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LogRegio - Direktvermarktung regionaler Bio-Produkte stärken
Gemeinsam mit BIONALES e.V.– Bürger für regionale Ernährung und Landwirtschaft möchte der Forschungsverbund HFD am HOLM der Hochschule Fulda die Direktvermarktung kleiner und kleinstbäuerlicher Betriebe stärken, insbesondere für den Raum Frankfurt/Main.
Dafür schaute sich das Team des Zentrums, MasterandInnen und studentische Mitarbeitende gemeinsam mit BIONALES e.V. an, welche Bauern in der Umgebung bis zu 150 km welche Lebensmittel produzieren und wie sie diese verkaufen können. Die gesammelten Daten wurden analysiert, um langfristig standardisierte Prozesse zu entwickeln und gemeinsam mit allen Beteiligten – Erzeugern, Weiterverarbeitern, Gemeinschaftsküchen, Einzelhandel und Endkund*innen, aber auch der Politik und Ansprechpartnern mit Multiplikatoreneffekt (bspw. Ökomodellregionen) – Logistik und Marketing zu verbessern.
Für viele Endkund*innen ist die Beschaffung regionaler Bio-Lebensmittel, sofern sie nicht Mitglied einer solidarischen Landwirtschaft oder Empfänger einer Regionalkiste sind, schwierig. Auf der anderen Seite ist es für Erzeuger*innen – vor allem für jene, die nicht auf dem Markt verkaufen – aufgrund von Zeitmangel oder fehlender/ineffizienter Logistik nicht möglich, sich selbst um die Vermarktung der eigenen Produkte zu kümmern. Durch eine Bündelung und Standardisierung der vielseitigen Prozesse in der Lebensmittellogistik kann der Absatz für regionale Produzenten gesichert und die Verfügbarkeit für die Großstadtbürger gewährleistet werden. Dazu wurde im nächsten Schritt Grundlagenforschung notwendig, die Fragen beantwortete, wie:
- Wie hoch ist das Angebot von regionalen Produkten im Umkreis von 150km um Frankfurt tatsächlich; wie hoch das Potenzial, um welche Produkte anzubauen?
- Wie hoch ist die Nachfrage von Gemeinschaftsküchen und Einzelhändlern?
- Welche Anforderungen haben potenzielle Kund*innen an die Erzeuger und Erzeugnisse?
Ein besonderer Schwerpunkt sollte der Frage der Kundenbedürfnisse und des Kundenverhaltens gelten. Mit Hilfe von Spieltheorien und Gamification wollte das Projektteam realistische und valide Aussagen treffen, ob Kund*innen bereit sind, einen höheren Preis für regionale Bio-Produkte zu bezahlen und wie hoch dieser maximal liegen darf. Nur wenn Kund*innen auch einen höheren Preis bezahlen, macht es für Gemeinschaftsküchen und den kleinen Einzelhandel Sinn, regional und biologisch erzeugte Lebensmittel zu beschaffen und so an der Entwicklung regionaler Supply Chains mitzuwirken.
Für das Projekt LogRegio wurden Masterarbeiten fertiggestellt und sehr gut bewertet. Wer die Arbeiten einsehen möchte, schreibt uns gerne an. Es wurde herausgearbeitet, wie sich Kosten und Emissionen regionaler Bio-Produkte (hier Eier, Fleisch und Milch) im Gegensatz zu konventionellen Produkten wie und warum unterscheiden. Weitere Masterand*innen schauten sich an, wie potenzielle sog. FoodHubs aufgestellt sein müssen, um langfristig am Markt bestehen zu können. Der Aufbau eines FoodHubs ist ein übergeordnetes Projektziel, an welchem das Team mit weiteren Partnern, inbesondere BIONALES e.V., arbeitete.
Foto: LogRegio-Team September 2020 von links nach rechts: Yousif Munther, Marita Böhringer, Samuel Fast, Anna-Mara Schön
Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Huth
Allgemeine BWL, insbesondere Supply Chain Management