LogRegio - regionale Wertschöpfungsketten neu denken

Über das Projekt

Mit LogRegio – rWSK neu denken möchten wir unseren Fokus von Frankfurt und der Region Rhein-Main auf ganz Hessen ausweiten, um mehr regionale Produkte in unterschiedliche hessische Städte zu bringen, also rWSK stärken. RWSK umfassen den gesamten Prozess von landwirtschaftlicher Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zum letztendlichen Vertrieb von Lebensmitteln. Im Fokus stehen hierbei bäuerliche Landwirtschaftsbetriebe (bLB; im Gegensatz zur industriellen Landwirtschaft) sowie die Pilotierung verschiedener Regionen (Frankfurt, Fulda, Marburg, Wiesbaden und Region Südhessen) mit unterschiedlichen Strukturen auf der Abnehmerseite, insbesondere der AHV und sog. Bündlern (Logistikdienstleistende, aber auch FoodCoops). Dabei verfolgen wir sowohl einen wissenschaftlichen als auch einen operativen Ansatz.

Im Fokus des wissenschaftlichen Ansatzes steht die Begleitung der Pilotregionen sowie vor allem ihr Vergleich miteinander. Vorarbeiten des seit November 2021 vom Land Hessen finanzierten Projekts LogRegio GruFo zusammen mit BIONALES e.V. beleuchten vor allem die Belieferung (bio-)regionaler Lebensmittel an die AHV in Frankfurt/Main. Hierbei wird untersucht, wie rWSK aussehen müssen, um sowohl ökologisch sinnvoll zu sein als auch ökonomisch mit der konventionellen Konkurrenz (insb. Großhandel) mithalten zu können.

Im Projekt LogRegio – rWSK neu denken möchten wir – im Rahmen einer Anforderungsanalyse – die Unterschiede von rWSK in verschiedenen Pilotregionen herausarbeiten. Wir vermuten, dass eine Lösung, die auf alle passt, unrealistisch ist. Vielmehr gibt es wahrscheinlich wichtige Variablen, die es zu berücksichtigen gilt. Dazu zählen u.a.:

  • Größe der Stadt, ihre Einwohner und deren Finanzkraft,
  • Anzahl der Erzeuger rund um die Stadt, was und wie viel sie angebauen
  • Unterschiede zwischen ländlicher und städtischer Region.

Einen wesentlichen Unterschied machen auch die Teilnehmenden der rWSK aus. Gastronomie, betriebliche Kantinen und städtische Kantinen sowie Bündler  haben unterschiedliche Anforderungen und Vorgaben zu ihren Abläufen sowie zu logistischen Funktionen und deren Abbildung in einer digitalen Anwendung. Diese werden u.a. anhand von Interviews herausgearbeitet.

Die Ergebnisse der Anforderungsanalyse für die verschiedenen Pilotregionen werden dann für den operativen Teil genutzt, der vorsieht, eine digitale Logistikanwendung zu entwickeln und bereitzustellen, der den rWSK entspricht und ihre Operabilität sichert. Dabei wird den Besonderheiten der unterschiedlichen Regionen sowie den Ergebnissen der Anforderungsanalyse Rechnung getragen.

Ziele

  1.  Anbindung bzw. Integration dieser digitalen Logistikanwendung an eine bestehende Plattform für regionale Lebensmittel-WSK
  2. Möglichkeit schaffen, dass die AHV, insb. betriebliche und städtische Kantinen sowie Gastronomie, aber auch Bündler für Endkunden (insb. FoodCoops) mit regionalen Lebensmitteln einfach und logistisch effizient gebündelt beliefert werden kann

Konkrete Einsatzgebiete sind u.a.:

  • Sammelbestellungen von Waren und deren Abwicklung (insb. für Bündler und größere sowie personalschwache Einrichtungen relevant)
  • Anbieten und Auslasten bestehender freier Lieferkapazitäten
  • Sichtbarmachung des Bedarfs an Logistik (insb. für bLB, wenn die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln steigt)
  • Transport- und Routenoptimierung
  • Behältermanagement (Rückführung in Mehrwegsystemen)

 

Die Leistung des operativen Teils übernimmt ein im Rahmen des Projekts zu beauftragende:r Dienstleister:in. Unterstützend erarbeitet das Team der HFD dafür die logistischen Berechnungen und Szenarien.

 

Das im Projekt erarbeitete Wissen soll zudem in eine sog. Wissensplattform rund um das Thema regionale (Bio-)Lebensmittel einfließen. Diese Art digitales Lexikon soll Informationen über rWSK bereitstellen und somit Bewusstsein schaffen für die Herausforderungen, die rWSK Teilnehmende (Landwirte, Logistikdienstleistende, Kantinen, Restaurants, Einzelhandel, FoodCoops etc.) meistern müssen. Die Wissensplattform richtet sich sowohl an Teilnehmende der rWSK als auch an Endverbraucher. Die interessantesten Inhalte werden über die bereits jetzt genutzten Social-Media-Kanäle verbreitet.

Transportmittelvergleich und E-Mobilität vs. Verbrennungsmotor, sowie E-Transporter vs. E-Lastenrad

Prof. Dr. Michael Huth

Allgemeine BWL, insbesondere Supply Chain Management