Workshop

Die Arbeitsfelder Open Access und Forschungsdaten sind Querschnittsbereiche, die Hochschulbibliothek, Forschungsabteilung, fachlich ausgerichtete Infrastrukturen und Fachbereiche gleichermaßen betrifft. Die HLB führt Informationsveranstaltungen durch, um diese organisatorisch getrennten Einheiten nachhaltig zu vernetzen. Ziel ist es, ein effizientes und unkompliziertes Arbeiten und Publizieren an der Hochschule Fulda zu ermöglichen.


25. Oktober 2017

Zusätzliche Fördermittel für Open Access und FAIR-Data

Bild: Vizepräsident Prof. Dr. Lambeck begrüßt Teilnehmerinnen, Teilnehmer und Gäste

Interessierte Forschende aus allen Fachbereichen haben am Mittwoch bei einer zentralen Veranstaltung im Student Service Center (SSC) über die neuen Möglichkeiten und Herausforderungen des Open Access-Publizierens und des Forschungsdatenmanagements diskutiert. Neben einigen Professor*innen waren vor allem zahlreiche Nachwuchswissenschaftler*innen unter den interessierten Gästen.

Chancen digitaler Forschungsdaten

Etwa fünf bis 20 Prozent zusätzliche Fördermittel können Sie für eine qualitätsvolle Aufbereitung Ihrer Forschungsdaten entlang des Datenlebenszyklus in drittmittelgeförderten Projekten kalkulieren“, berichtet Drin Ortrun Brand, Gesamtkoordinatorin des Projekts Hessische Forschungsdateninfrastrukturen (HeFDI). Das vielbeachtete Kooperationsprojekt von zehn hessischen Hochschulen zum Aufbau von Forschungsdateninfrastrukturen wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) mit insgesamt 3,25 Mio. Euro gefördert.

Bild: Dr_in. Ortrun Brand präsentiert das HMWK-Projekt Hessische Forschungsdateninfrastrukturen (HeFDI)

Seit Juni steht ein eigenes Beratungs- und Unterstützungsangebot an der Hochschul- und Landesbibliothek (HLB) auch für die Forscherinnen und Forscher vor Ort zur Verfügung. „Mit beiden Angeboten profiliert sich die Hochschul- und Landesbibliothek auch verstärkt als forschungsunterstützende Dienstleisterin“, erklärt Patrick Langner. Als hochschulweiter Open Access-Beauftragter und Forschungsdaten-Referent unterstützt er eine konstruktive Umsetzung von Open Access und Forschungsdatenmanagement an der Hochschule Fulda.

In enger Abstimmung mit dem Vizepräsidium fördert die HLB Open Access-Publikationen seit Oktober auch finanziell. „Die HLB unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Ihre Artikel in Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen möchten, durch die Bereitstellung eines eigens eingerichteten Open Access-Publikationsfonds“, erklärt Langner. Als eine von wenigen Bibliotheken an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bietet die HLB mit „FulDok“ auch einen eigenen Open Access-Publikationsserver.

Forschung besser sichtbar machen

Die Möglichkeiten, Open Access-Veröffentlichungen im fachlichen Umfeld sichtbar zu machen, wachsen stetig. „Für nahezu alle Fächer haben sich mittlerweile geeignete Repositorien etabliert“, erläutert Dr. Stefan Schmeja, von der Abteilung Publikationsdienste an der Technischen Informationsbibliothek (TIB) Hannover. Angesichts von Gebühren von durchschnittlicher 1.300 EUR pro Artikel in einigen Journalen, stellt sich allerdings die Frage der langfristigen Finanzierbarkeit. „Einige dieser Finanzierungmodelle sind nicht gerade nachhaltig“, sagt Schmeja.

Bild: Dr. Stefan Schmeja zu Bedingungen, Herausforderungen und Möglichkeiten von Open Access

Wie gründlich der Open Access-Gedanke mit der traditionellen Publikationskultur bricht verdeutlicht der Vortrag von Dr. Sebastian Mehl, Leiter der Promotionskoordinationsstelle. Bewahrt das Urheberrecht die Verwertbarkeit der geistigen Schöpfung noch bis in die nachfolgende Generation, geht es beim Open Access um eine möglichst ungehinderte Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. „Die CC-Lizenzen schmelzen die urheberrechtlichen Bestimmungen so weit ab, dass sie für Open Access anwendbar werden“, erklärt Mehl.

Diskussion und Ausblick

In der Diskussion stand vor allem das Thema Forschungsdatenmanagement im Vordergrund. Kritisiert wurde, dass die neuen Promotionsordnungen von den Promovierenden bereits verlangen, ihre Forschungsdaten zusammen mit der Dissertation abzugeben, obwohl hierfür noch keine Infrastruktur zur Verfügung stehen. Dem gegenüber stehen gestiegene Anforderungen der Guten wissenschaftlichen Praxis im Umgang mit digitalen Daten und die bessere Absicherung der Promovendinnen und Promovenden vor Plagiatsvorwürfen.

Impressionen