Fundstück des Monats September

01.09.2021
Fundstück des Monats

Mittelalterliche Lesezeichen

Bei Lesezeichen handelt es sich keineswegs um eine neuzeitliche Erfindung. Stattdessen versuchte man bereits im Mittelalter besonders wichtige Textstellen oder zuletzt gelesene Passagen zu kennzeichnen. Dafür verwendet wurden eine ganze Reihe von Einsteck- oder Markierungshilfen aus unterschiedlichen Materialien.

Am gängigsten waren zu dieser Zeit Blattweiser in Kugelform, die aus geflochtenen Lederstreifen gefertigt wurden und registerartig an der Buchschnittseite angebracht waren. Etwas einfachere Ausführungen davon wurden aus Pergamentstreifen hergestellt und hatten den Vorteil, dass man die markierten Passagen somit auch noch beschriften konnte. Darüber hinaus existierten Leseschnüre und Stecklesezeichen, welche am oberen Ende des Buches eingelegt bzw. gesteckt wurden. Wollte man bei einem mittelalterlichen Codex, der i. d. R. zweispaltig beschrieben war, nicht nur die Seite, sondern auch noch die zuletzt gelesene Spalte markieren, griff man zu so genannten „Leserädchen“. Diese Drehscheiben waren ebenfalls aus Pergament gefertigt und an Leseschnüren befestigt. Eine praktische Erfindung, welche leider mit der Zeit aus der Mode kam und heute nur noch den wenigsten Lesern bekannt sein dürfte.

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