Ausstellung Bach im barocken Fulda
04.08.2026
Im 18. Jahrhundert erlebte die Musik am Hof der Fürstäbte bzw. Fürstbischöfe von Fulda eine glanzvolle Blütezeit. Neben kirchlicher Musik gehörten auch Konzerte, Festmusik und Kammermusik zum festen Bestandteil der musikalischen Welt. Eine besondere Stellung nahm in dieser Zeit der Hofkapellmeister Giovanni Baptista Pauli († 1773) ein.
Über Pauli ist neben den Informationen, die sich aus seiner Anstellung in Fulda ergeben, vor allem bekannt, dass er als ausgesprochener Freund der Musik Johann Sebastian Bachs galt. Der heute in der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek aufbewahrte Teildruck der Erstausgabe von Bachs „Musikalischem Opfer“ aus dem Jahr 1747, welches im Nachgang seiner Begegnung mit dem Preußenkönig Friedrich dem Großen entstand, ist ein sichtbares Beispiel für die konfessionsübergreifende Sammlung musikalischen Wissens, wie sie im 18. Jahrhundert in Fulda vorangetrieben wurde. Pauli steht aber zugleich auch für die Weitergabe dieses Wissens nach Norditalien. So führte er sein gesamtes Leben einen regen Schriftverkehr mit seiner ursprünglichen Heimat.
In Kooperation mit dem Bischöflichen Kirchenmusikinstitut Fulda widmet die HLSB im September 2026 dieser Epoche der Fuldaer Musikgeschichte eine Sonderausstellung. Diese beleuchtet Paulis Rolle bei der Sammlung und dem Transfer von musikalischem Wissen im barocken Fulda. Am Beispiel des Musikalischen Opfers wird hierbei deutlich, wie die Werke des Protestanten Bach an den katholischen Hof kamen.
Die Ausstellung wird am 3. September 2026, 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr) am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz offiziell eröffnet. Sie wird im Anschluss bis einschließlich zum 9. Oktober 2026 zu sehen sein (Mo.-Fr. 9:30-15:00 Uhr).