Gemeinsam gegen "Fake Science“
26.11.2025
Als Hochschulbibliothek engagiert sich die HLSB für wissenschaftliche Integrität, Offenheit und Transparenz. Aus diesem Grund verfolgt sie aktuelle Entwicklungen im wissenschaftlichen Publikationswesen aufmerksam. Zu diesen Entwicklungen gehört auch, dass weltweit jedes Jahr mehr „Fake“-Publikationen veröffentlicht werden, die zwar einen wissenschaftlichen Anschein erwecken, jedoch nicht auf seriöser Forschung beruhen. Die Zahl dieser betrügerischen Veröffentlichungen geht inzwischen in die Hunderttausende und die Möglichkeit, mithilfe Künstlicher Intelligenz schnell und einfach Texte zu generieren, verschärft das Problem zusätzlich.
Mit der am 5. November 2025 veröffentlichten Stockholm Declaration über die Reformation of Science Publishing bezieht nun eine Gruppe international renommierter Forschender Stellung zu dieser „Wahrheitskrise“ der Wissenschaft. Den Anstoß zu der Erklärung lieferte im Juni 2025 ein Workshop der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.
Die Erklärung versteht sich als Aktionsplan, der Universitäten, Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen zum Handeln aufruft. Sie formuliert konkrete Empfehlungen, um Wissenschaftsfälschung („Fake Science“) wirksam zu bekämpfen. Im Mittelpunkt steht die Forderung, wissenschaftliches Publizieren aus der Hand primär gewinnorientierter Verlage in die Verantwortung der Wissenschaftscommunity zu zurück zu überführen – etwa durch Aufbau und Förderung akademischer Verlage die von Forschenden selbst organisiert und geführt werden.
Damit einhergehen muss ein grundlegender Wandel im Bewertungssystem der Wissenschaft: Weg von quantitativen Kennzahlen und Kriterien, hin zu einer stärkeren Betonung wissenschaftlicher Qualität.
Gefordert werden in der Erklärung außerdem die Schaffung globaler Mechanismen zur verlässlichen Identifikation betrügerischer Publikationen sowie die Implementierung wirksamer Maßnahmen und Policies zum Schutz wissenschaftlicher Integrität.