Am 27. April 2011 beschloss die Vollversammlung der Vereinten Nationen als Gedenktag den Internationalen Tag der Freundschaft einzuführen. Seitdem sind neben den UN-Mitgliedsstaaten und Organisationen auch die Zivilgesellschaft dazu eingeladen, am 30. Juli eines jeden Jahres an die Freundschaft zwischen Personen, Ländern und Kulturen zu erinnern.
Wir nehmen dies zum Anlass und erinnern mit unserem Fundstück des Monats an das Stammbuch bzw. Freundschaftsbuch (Album Amicorum) der Eva Maria Karoline Gößmann, geborene Schwank. Sie war eine ältere Schwester des Adam Joseph Schwank und führte wie andere Mitglieder der Familie ein eigenes Poesiealbum. Die zahlreichen Einträge stammen vor allem aus den 1820er Jahren. Die Initialen C.S. (Caroline Schwank) deuten zugleich darauf hin, dass es vor ihrer Hochzeit mit dem Obergerichtssekretär Karl Anton Gößmann angelegt wurde.
Neben händischen Zeichnungen enthält das Buch auch gedruckte Graphiken. Hierbei wird deutlich, dass es damals durchaus üblich war, solche Vorlagen für Freundschaftsbekundungen zu verwenden und als zusätzliche Seiten in das eigene Freundschaftsalbum einzubinden. Die hier ausgewählte Seite zeigt in einem reich ausgestalteten Blumenkranz den Freundschaftsgruß von Dòrothée Kepler an Karoline, der auf den 25. Februar 1824 in Fulda datiert ist. Der Gruß lautet "Pensez toujours à moi còmme je pense à toi" (Denk immer an mich, genau wie ich an Dich denke).
Das Freundschaftsbuch gelangte nach Karolines Tod in den Besitz ihres Bruders Adam Joseph, über den es gemeinsam mit weiteren Familienunterlagen und seiner Büchersammlung an die HLSB Fulda gelangte. Als Teil der Schwank’schen Stiftung ist das Freundschaftsbuch der Karoline Gößmann auf unserer Digitalisierungsplattform FulDig einsehbar.