Zum Semesterstart 1977: AStA-Infos für die Ersties

Fundstück des Monats

Im April beginnt an den Hochschulen immer das neue Sommersemester. Dies nehmen wir zum Anlass, um erstmals auf ein Fundstück aus den Beständen des Hochschularchivs hinzuweisen, welches seit 2025 aufgebaut wird und an der HLSB angesiedelt ist. Es handelt sich um die Erst-Semester-Informationen des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) von 1977, die damals in einer Auflage von 400 Stück gedruckt und verteilt wurden.

Die Informationen dienten dazu, neue Studierende in Fulda zu begrüßen und ihnen den Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt zu erleichtern. Hierbei wurden Themen wie finanzierbarer Wohnraum und das Studierendenleben über das Funktionieren der Hochschule und die Studienfinanzierung bis hin zur Kinderbetreuung behandelt.

Auch wenn heute viele junge Menschen bei der Aufnahme eines Studiums vor denselben Problemen stehen, ist doch eine deutliche Entwicklung erkennbar. In den damaligen Studentenwohnheimen in Fulda kostete ein möbliertes Zimmer (11 bis 32 qm) zwischen 95 und 130 DM (48,85 bis 66,84 €). Der AStA gab aber auch die Empfehlung, dass man keine Angst vor unmöblierten Zimmern haben sollte, da man eine erste Möblierung relativ schnell über den Sperrmüll organisieren könnte.
Die Erst-Semester-Informationen empfahlen die Fuldaer Kneipenkultur, die sich damals in der Karlsstraße und im Horaser Weg etabliert hatte. Gleichzeitig wurden aber auch die Rhön und der Vogelsberg als „fantastische“ Orte zum Wandern, Grillen und Feiern angepriesen.

1977 betrug der BAFöG-Satz übrigens 580 DM (298,23 €), wobei davon „nur“ 150 DM (77,13 €) als Darlehen gewährt wurden, während der Rest als Zuschuss galt. Dennoch kritisierte der AStA dieses Vorgehen, da hierdurch die Studierenden „zu einem schnelleren Studium“ gedrängt würden.

Für das Wintersemester 1977/1978 kündigten die Informationen erstmals eine „Alternativveranstaltung“ an, bei der einmal in der Woche eine von Studierenden selbst ausgerichtete Lehrveranstaltung angeboten werden sollte, um die Studiensituation an der Hochschule sowie das Hochschulrahmengesetz zu diskutieren.

Die Informationen enthalten eine Reihe von Erklärungen über die verschiedenen Organe der Studierendenschaft, darunter die Vollversammlung, das Studierendenparlament oder der Fachschaftszentralrat. Wirklich modern wirkt die damals an der Hochschule bereits vorhandene „Spielstube“, wo es an allen Werktagen eine Vormittags- und an zwei Tagen auch eine Nachmittagsbetreuung für Kinder gab. Damals gingen acht Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren regelmäßig in diese Betreuung.

Weiterhin wurde die Geschichte und Entwicklung der Hochschule Fulda aufgelistet, ausgehend von der Gründung des Pädagogischen Fachinstituts 1963. Schließlich wurde umfassend berichtet, dass ein Teil der Studierenden 1977 in einen unbefristeten Streik getreten waren, der sich gegen einige Prüfungsordnungen, das Hochschulrahmengesetz und die „zurückgeschraubten“ Möglichkeiten für ein weiterqualifizierendes Zusatzstudium richtete. Auch wenn der Streik im Juni 1977 abgebrochen wurde, hielt man als wichtigstes Fazit fest: „NICHT AUFGEBEN!!“.