"Care-Mentoring für Wissenschaftlerinnen"

Mentoring für Wissenschaftlerinnen in einer frühen Karrierephasemit Fokus auf Care und Karriereziel Professur

„Es ist ein ständiger Kampf um Vereinbarkeit, um etwas, was eigentlich nicht vereinbar ist. […] Viele Mütter sind damit allein und fühlen sich isoliert. Sie fragen sich oft, ob es an ihnen selbst liegt, dass sie es nicht schaffen, weil es wenig Sichtbarkeit und Vernetzung zu diesem Thema gibt.“

Dr. Sarah Czerney, Mitbegründerin des Netzwerks „Mutterschaft und Wissenschaft“*

 

Hintergrund des Mentorings:

Die Familiengründungsphase fällt für die meisten Wissenschaftler*innen in die Promotions- oder Postdoc-Phase und somit in die sog. Rush Hour der Karriereentwicklung im Wissenschaftssystem. Das Wissenschaftssystem ist stark wettbewerbsorientiert, insbesondere wenn es um die Sicherung von Finanzierung, Veröffentlichungen und Karrierechancen geht. In einigen Fällen können Erwartungen an Wissenschaftler*innen dazu führen, dass sie ihre beruflichen Ambitionen über ihre Familienpläne stellen. Gerade bei Wissenschaftlerinnen lässt sich öfter ein Drop-Out aus dem Wissenssystem beobachten, weil der Spagat zwischen Care und Karriere als zu schwer erachtet wird. Gleichzeitig fehlt es in der Wissenschaft oft an weiblichen Vorbildern, die ebenfalls Care-Erfahrung gemacht haben und ihren Weg erfolgreich gegangen sind. 

Was will das Mentoring?
Das geplante Mentoring soll Nachwuchswissenschaftlerinnen dabei helfen, geeignete Karriereschritte in Kombination mit Care-Verantwortung mit einer erfahrenen Professorin zu besprechen, Erfahrungen auszutauschen und in einem geschützten Rahmen Fragen zu stellen, die sonst keinen Raum haben oder vielleicht sogar karrierehinderlich sein könnten. Zwar kann das Mentoring die strukturellen Hürden in Puncto Vereinbarkeit von Wissenschaftskarriere und Care-Verantwortung nicht umgehen, kann aber durchaus dazu beitragen, mehr Handlungs- und Entscheidungssouveränität zu erlangen.

Ziel des Programms:

  • Unterstützung von Wissenschaftlerinnen in einer frühen Karrierephase, die Kinder haben oder Kinder planen, bei ihrer beruflichen Entwicklung bis hin zur Professur und dem Management von Karriereentwicklung und Familie
  • Schaffung eines mit Rat unterstützenden Netzwerks, das den Austausch von Erfahrungen, Ressourcen und Unterstützung fördert
  • Stärkung der Teilnehmerinnen in ihrer wissenschaftlichen Karriere und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Rückkopplung der gemachten Erfahrungen der Mentorinnen in den Fachbereich

Sie möchten gern teilnehmen?


Ansprechperson

Patricia Hetzler

Advancement of women and careers

(Post-)Doktorandinnen mit Karriereziel (HAW-)Professur und geplanter oder vorhandener Care-Verantwortung (alle Fachbereiche)

HFD-Professorinnen aller Fachbereiche mit kleinen oder bereits erwachsenen Kindern (Care-Erfahrung/Care-Verantwortung)

Zeitrahmen: 12 Monate, ca. 3-4 Treffen pro Mentoringjahr

Start des ersten Durchlaufs: Sommersemester 2025

  • Mentoring ohne festes Rahmenprogramm, aber mit Orientierungshilfen
  • Anonymität der Teilnehmenden nach außen und volle Vertraulichkeit zwischen Mentorin und Mentee
  • Mentorin und Mentee sollen nicht aus dem gleichen Fachbereich oder aus ähnlichen Vernetzungsstrukturen (Bsp. Zusammenarbeit durch interdisziplinäre Projekte, wiss. Zentren) kommen

aus einem Interview „Die Botschaft ist: Sei keine Mutter“ vom 25.10.2023, veröffentlicht unter Wissenschaftskommunikation.de, online verfügbar unter: https://www.wissenschaftskommunikation.de/die-botschaft-ist-sei-keine-mutter-71907/