Europäische und globale Arbeitsbeziehungen

Forschungsprojekt

Die voranschreitendende Globalisierung und der weitreichende Wandel der Europäischen Integration (Vollendung des Binnenmarktes, Währungsunion, Erweiterung um zehn neue Mitgliedstaaten) haben zu tiefgreifenden Veränderungen und neuen Entwicklungen im Bereich der Arbeitsbeziehungen geführt. Vor allem auf den überstaatlichen Ebenen und in grenzübergreifenden Feldern sind neue Institutionen, Akteure und Arenen entstanden, deren systematische Erforschung von hoher wissenschaftlicher und politisch-gesellschaftlicher Relevanz ist. Unter dieser Prämisse wurde am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda die Forschungsgruppe Europäische und globale Arbeitsbeziehungen etabliert, die inzwischen auf 15 Jahre kontinuierlicher Forschungsarbeit zurückblicken kann. 

Das 15-jährige Bestehen der Forschungsgruppe war Anlass einer wissenschaftlichen Tagung, die im April 2013 an der Hochschule Fulda stattfand. Die Tagung führte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Praktikerinnen und Praktiker zusammen, mit denen die Forschungsgruppe über die Jahre hinweg in unterschiedlicher Weise zusammengearbeitet hat; sei es im Rahmen gemeinsamer Forschungs- oder Publikationsprojekte, Promotionskollegs oder praktischer Politikberatung. Aus der Tagung ging zugleich ein umfangreicher Sammelband mit dem Titel "Arbeitsbeziehungen im Prozess der Globalisierung und Europäischen Integration" hervor. 

Auf der Grundlage kontinuierlicher Drittmittelprojekte war und ist es der Forschungsgruppe möglich, Forschungsarbeiten durchzuführen, deren inhaltliche und methodische Ausrichtung darauf zielt, Elemente einer empirischen Grundlagenforschung und anwendungsbezogenen Forschung zu verbinden und hierdurch zugleich einen Wissenstransfer in die gesellschaftliche Praxis zu ermöglichen. 

Diesem Ziel und Anspruch trugen unter anderem die folgenden Forschungsprojekte Rechnung, deren publizierte Ergebnisse sich in der Liste der Veröffentlichungen der Forschungsgruppe finden:

  • mehrere im Mehrländervergleich und auf der Basis von Fallstudien durchgeführte Untersuchungen zur Entwicklung und Praxis Europäischer Betriebsräte,
  • quantitative und qualitative Untersuchungen zu transnationalen Unternehmensverhandlungen und -vereinbarungen,
  • eine wiederum fallstudienbasierte, breit angelegte Untersuchung zur Entwicklung globaler Arbeitsbeziehungen in globalen Konzernen,
  • eine vergleichende Untersuchung der Entwicklung der Arbeitsbeziehungen in den acht neuen EU-Mitgliedstaaten Mittelosteuropas,
  • eine Untersuchung zu den Verbandsstrukturen und Handlungsfeldern der Globalen und Europäischen Gewerkschaftsverbände,
  • eine Untersuchung der Transnationalisierung der Gewerkschaften am Beispiel der IG Metall,
  • Studien zu europäischen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden und schließlich
  • verschiedene theoretische sowie problemorientierte Arbeiten zu ausgewählten Teilbereichen der vergleichenden und transnationalen Arbeitsbeziehungsforschung.

Den Aufgaben und Ansprüchen des Wissenstransfers trägt die Forschungsgruppe u.a. durch die folgenden Aktivitäten Rechnung: Teilnahme an Experten-Hearings der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments, Erstellung praxisorientierter Berichte und Studien sowie Schulungs- und Beratungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Organisationen und Stiftungen.

Die Forschungsgruppe unterhält kontinuierliche und enge Arbeitskontakte mit zahlreichen in- und ausländischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die sich Fragen der Arbeitsbeziehungen widmen.