Lebensmittelforensik live am Fachbereich LT
25.06.2025
Was haben Füllmengenunterschreitungen bei Fertigpackungen, manipulierte Sensoren in der Milchproduktion und Piperin-abgereicherter Pfeffer gemeinsam? Sie alle sind reale Fälle von Food Fraud, an deren Aufklärung Dr. Andreas Müller, Lebensmittelforensiker und Experte für Lebensmittelsicherheit und Risikomanagement, mitgearbeitet hat.
Im Rahmen eines spannenden und eindrucksvollen Gastvortrags durften wir ihn kürzlich im Rahmen des Moduls Qualitätsmanagement am Fachgebiet für Allgemeine BWL und QM begrüßen. Mit zahlreichen Fallbeispielen direkt aus seiner Berufspraxis nahm er uns mit in die Welt der Lebensmittelforensik – unterhaltsam, praxisnah und zugleich mit hohem Erkenntnisgewinn.
Ein besonderer Einstieg: Der Verweis auf die Mutter eines berühmten Rock-Gitarristen, die einst ihre berühmte Spaghetti-Soße irrtümlich mit Cannabis statt Petersilie verfeinerte und damit die Kundenbindung erheblich steigerte. Was damals ein Versehen war, steht heute symbolisch für ein Phänomen mit globaler Tragweite – Manipulation von Lebensmitteln mit System zur „Margensteigerung“.
Von gestreckter Milch über unzulässig verwendete Biosiegel bis hin zu betäubungsmittelhaltigen Süßwaren reichten die Beispiele. Besonders eindrücklich wurde dabei, wie wichtig naturwissenschaftliches Know-how – von Chemie über Physik bis zur Informatik – für die Aufdeckung solcher Fälle ist. Betriebswirtschaftliches Verständnis hilft bei der Enttarnung auch versteckter finanzieller Treiber für Manipulationen.
„Ohne MINT keine Forensik“ – lautete eine der zentralen Botschaften. Nur wer Produktionsprozesse versteht, kann auch erkennen, wo und wie sie manipuliert werden.
Auch erste Einblicke in Täterprofile wurden thematisiert – ein Aspekt, den wir bei einem künftigen Vortrag gerne vertiefen möchten.
Wir danken Dr. Andreas Müller herzlich für diesen spannenden und lehrreichen Beitrag – und für den Perspektivwechsel auf das, was tagtäglich auf unseren Tellern landet.