Vier Monate zwischen vielen Bäumen und Seen


Im vergangenen Jahr habe ich die Chance genutzt und ein Auslandssemester in Helsinki verbracht. Die Entscheidung fiel dabei auf Helsinki, weil ich mit Finnland wunderschöne skandinavische Natur mit vielen Bäumen und Seen verbunden habe, ich in ein Land wollte in dem alle Englisch sprechen können und mich die Ruhe Skandinaviens schon immer fasziniert hat. Zu Beginn des Auslandssemesters wurde von den Tutoren viel organisiert, damit die Austauschstudenten einander und die neue Kultur kennenlernen. Neben einigen Parties gab es Ausflüge in Nationalparks, an Seen, zu Saunaabenden oder einer legendären Schokoladenfabrik. Aber Finnland hat deutlich mehr zu bieten, als eine tolle Hauptstadt mit erstaunlich entspannten Menschen. Während eines Roadtrips durch das Land war ich sofort von der Weite des Landes und der Natur fasziniert, die in Fotos kaum festzuhalten ist. Neben Reisen innerhalb Finnlands eignet sich Helsinki optimal als Ausgangspunkt für Reisen nach Stockholm, St. Petersburg und Tallin und da ich die norwegische Fjordlandschaft schon immer mal im Herbst erleben wollte, habe ich auch die Chance genutzt und einen Roadtrip durch Norwegen gemacht. Doch neben der ganzen Reiserei darf das Studium nicht zu kurz kommen. Auch wenn meine im Voraus festgelegte Fächerwahl vor Ort nochmal geändert wurde, habe ich schnell gemerkt, dass es gar nicht primär auf die Fächer, sondern eher die Professoren und Mitstudenten ankommt. Das Studium ist in Finnland viel praktisch orientiert und es wird mehr Wert auf Projekte und Vorträge während des Semesters gelegt als auf die Abschlussklausuren, wie es in Deutschland der Fall ist. Durch diese Art des Lernens lernt man sehr schnell viele andere Studenten kennen und die Vorlesungen vergehen wie im Flug. Zudem ist Finnland als Studienort fürausländische Studenten sehr beliebt, wodurch der Anteil nicht-finnischer Studenten deutlich über der Hälfte liegt und die kulturellen Unterschiede die Vorlesungen weiter bereichern. Zuletzt kam mit der Reise nach finnisch Lappland noch ein Höhepunkt meines Auslandsaufenthaltes. Die Eindrücke, die ich dort sammeln durfte werde ich wohl nie vergessen. Oder wer kann schon sagen, dass er selbst einen Huskyschlitten gelenkt hat, den einzig wahren Weihnachtsmann getroffen hat, im arktischen Ozean geschwommen ist und im Schnee gelegen hat, um die Polarlichter in ihrer vollen Größe zu betrachten?!

Jana Rau

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