Laborarbeit, Strandleben und Fleischbällchen 

Der Studiengang „Lebensmitteltechnologie“ bietet mit der Variante „Plus“ einen integrierten Auslandsaufenthalt / Noch freie Studienplätze für das Wintersemester 

Vier Monate Finnland, drei Monate Spanien – was sich auf den ersten Blick nach Urlaubsreisen in den Semesterferien oder nach der Schule anhört, war für Pia Uthe jedoch Pflichtteil ihres Studiengangs „Lebensmitteltechnologie“ (LT) an der Hochschule Fulda. Denn die 27-Jährige hat sich für die Studiengangsvariante „Plus“ entschieden. In dieser Verlaufsvariante des regulären Bachelorstudiengangs sind Auslandsaufenthalte an Partneruniversitäten sowie Praktika in ausländischen Unternehmen ab dem 6. Semester vorgeschrieben und zudem Grund dafür, dass das Studium 8 statt 7 Semester dauert. 

„Ehrlich gesagt kann ich überhaupt nicht verstehen, warum sich nicht alle Studierende für LT Plus entscheiden“, sagt Pia Uthe schulterzuckend. „Das ist eine tolle Gelegenheit andere Menschen und Kulturen kennenzulernen, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und das auch noch für das spätere Berufsleben nutzen zu können. Für mich war es jedenfalls die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“ 

Im August 2017 kam sie von ihrem dreimonatigen Auslandspraktikum an der Universidad de La Laguna auf Teneriffa zurück. Im Wintersemester davor war sie in Helsinki. An der Uni auf Teneriffa war Pia Uthe als Bachelorandin tätig und führte Versuche mit der Nutzpflanze Alfalfa zur Gewinnung von Bioethanol durch. Darüber schrieb sie nach ihrer Rückkehr auch ihre Bachelorarbeit. „Und zwar auf Englisch“, betont sie stolz. 

Glückstreffer Helsinki 

Die Studiengangsvariante „Plus“ war es unter anderem auch, weshalb sich die Niedersächsin 2013 für die Hochschule Fulda entschieden hat. „Ich wollte mich am liebsten schon vor Studienbeginn für LT Plus bewerben. Das kann man aber aufgrund verschiedener Voraussetzungen wie Notendurchschnitt und Modulbelegung erst ab dem 3. Semester.“ Helsinki stand ursprünglich nicht auf ihrer Wunschliste. „Der Fachbereich Lebensmitteltechnologie hat Partneruniversitäten in Spanien, Irland, Ungarn, Tschechien und Finnland. Ich wollte eigentlich unbedingt nach Irand.“ Das wollten jedoch auch einige Kommilitoninnen und Kommilitonen, und deswegen bekam sie nach einem Auswahlverfahren einen Platz für die Metropolia University of Applied Sciences Helsinki angeboten. 

Es erwies sich als absoluter Glückstreffer: „Meine Zeit dort war der absolute Hammer! Die Stadt ist klasse, die Kultur ist toll und die Leute sehr nett. Aber man sollte schon ein kleines finanzielles Polster mitbringen. Denn Finnland ist nicht preiswert.“ Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Aber das Essen in der Mensa ist günstig.“ An der Uni hat sie gemeinsam mit drei Finninnen und einer Deutschen an einem Innovationsprojekt gearbeitet: Sie entwickelte für eine finnische Firma Fleischbällchen mit Malzpanade. 

Auf Teneriffa arbeitete die Studentin sehr viel im Labor. Ihr Fuldaer Professor Dr. Uwe Grupa hatte ihr geholfen, den Platz an der Universität zu bekommen. „Eigentlich hätte ich die Praxisphase lieber in einem ausländischen Unternehmen absolviert. Aber es war für mich überraschend schwierig, ein Praktikum zu bekommen. Deswegen habe ich meinen Professor um Hilfe gebeten.“ Prof. Grupa wusste, dass auf Teneriffa zum Thema „Nachhaltige Kraftstoffe“ geforscht wird und deswegen dort auch Bacheloranden gesucht wurden. „Von der Uni wurde mir das Thema angeboten und ich habe zugesagt.“ 

Ausbildung zum Allrounder 

Ein weiterer Grund, warum sich Pia Uthe für Fulda entschieden hat, war neben der internationalen Studienkomponente, „dass man hier in Lebensmitteltechnologie als Allrounder ausgebildet wird. Wir müssen uns nicht bereits im zweiten Semester auf die Herstellung von Süßwaren, Getränke oder Fleisch spezialisieren. Wir können alle Bereiche kennenlernen und haben zum Ende des Studiums die Möglichkeit, gezielt Module für eine Fachrichtung auszuwählen.“ 

Im März dieses Jahres hat Pia Uthe in Fulda ihren Bachelorabschluss gemacht, im April begann ihr Masterstudium an der FH Münster. Dort wird sie sich viel mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigen. Ihr Wunsch für später ist es, ihre neuen Kenntnisse darüber mit dem Fachwissen aus der Lebensmitteltechnologie zusammenzubringen. „Es reicht nicht, Lebensmittel wirtschaftlich herzustellen“, sagt Pia Uthe. „Auch ökologische und soziale Aspekte sind wichtig, um eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion zu gewährleisten.“ 

Rückblickend ist die Niedersächsin mit ihrer Entscheidung für Fulda sehr zufrieden. „Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Fulda zu studieren, war genau das Richtige für mich. Es gibt ein vielfältiges Angebot von Modulen, die neben interessantem theoretischen Fachwissen auch spannende Praxiserfahrungen vermitteln“, sagt Pia Uthe. „Auch das gemeinsame Studieren mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen und das Lebensgefühl in der Stadt Fulda haben meine Studienzeit zu etwas Besonderem gemacht.“ 

Pia Uthe

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