Fachkräfte für die Region
11.11.2025
Christoph Burkard von der Region Fulda GmbH überreichte dem Orga-Team (v.l. Prof. Dr. Nicole-Barbara Buschle, Prof. Dr. Uta Anschütz und Pia Groß von der Region Fulda GmbH) sowie Moderatorin Sabine Hauß Blumen.
Fachkräfte sind rar in der Region, und der Mangel droht sich in den kommenden Jahren weiter zu verschärfen. Dabei bildet die Hochschule Fulda viele der dringend gesuchten Nachwuchskräfte aus. Nur finden diese oft nicht mit den Unternehmen zusammen. Am vergangenen Freitag gab es daher für Unternehmen und Studierende ausreichend Gelegenheit, sich kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen, Praktika zu verabreden und sich über potenzielle Arbeitgeber bzw. Mitarbeitende zu informieren.
Die Region Fulda GmbH und der Fachbereich Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Fulda hatten zur dritten Netzwerkveranstaltung eingeladen, bei der vor allem die internationalen Studierenden im Mittelpunkt standen. Denn obwohl diese bestens ausgebildet sind und ein großes Potenzial für die Region darstellen, gestaltet sich der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt für sie oft schwierig.
Der Schlüssel: Direkte Begegnungen
„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass direkte Begegnungen der beste Weg sind, um Hürden zu überwinden“, sagt Pia Groß von der Region Fulda GmbH, die die Veranstaltung gemeinsam mit den Professorinnen Dr. Uta Anschütz und Dr. Nicole-Barbara Buschle organisiert hat.
Hochschulpräsident Professor Dr. Karim Khakzar betonte zum Auftakt der Veranstaltung, dass die Hochschule die Weichen für mehr Fachkräfte stelle. „Wir internationalisieren die Hochschule Schritt für Schritt“, sagte er. Das Motto der Veranstaltung „Grenzenlos gebildet – Regional gebraucht“ charakterisiere daher auch die Hochschule insgesamt.
Auch Christoph Burkard, Geschäftsführer der Region Fulda GmbH, ließ keinen Zweifel daran, dass die Hochschule ein wichtiger Standortfaktor sei und hob hervor, gesunde Lebensmittel seien ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Identität. In englischer und deutscher Sprache sowie auf Rhöner Platt und mit einer ordentlichen Prise Humor warb er für den Verbleib internationaler Absolventinnen und Absolventen in der Region.
Großes Potenzial für Lebensmittelbranche
Wie groß das Potenzial der internationalen Nachwuchskräfte im Bereich der Lebensmitteltechnologie ist, führte Studiendekan Professor Dr. Stephen Knobloch dem Publikum vor Augen. „Der Anteil internationaler Studierender ist im Fachbereich Lebensmitteltechnologie deutlich höher als im Durchschnitt“, erklärte er. Die internationalen Programme des Fachbereichs hätten bei ihrem Start im Jahr 2023 zunächst 200 internationale Studieninteressierte gezählt, in diesem Jahr sei die Zahl bereits auf 900 gestiegen. DAAD-Preisträgerin Maria Chiara Menapace machte ihren internationalen Kommilitoninnen und Kommilitonen mit vielen persönlichen Tipps und Einblicken in ihre Erfahrungen Mut, sich auf die Region einzulassen.
Gute Argumente für mehr internationale Fachkräfte lieferte Najim Azahaf von der Bertelsmann Stiftung. Der Experte für Migration, der online zugeschaltet wurde, sprach von einer Win-Win-Win-Situation. Damit meinte er: Die internationalen Fachkräfte, deren Heimatländer und Deutschland als Aufnahmeland könnten gleichermaßen profitieren, wenn internationale Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt einsteigen würden. Deutschland profitiere von Kompetenzen, neuen Perspektiven und Innovationsideen sowie Steuern. Die Migrantinnen und Migranten könnten persönlich und fachlich wachsen, und den Heimatländern kämen finanzielle und soziale Transfers zugute.
WIN-Netzwerk: Unterstützung für KMU
Die Region Fulda GmbH hat diese Ansätze längst in ein Projekt gegossen. Julian Bolz von der Region Fulda GmbH stellte das WIN-Netzwerk vor, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Es verfolgt das Ziel, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Region Fulda bei der Entwicklung und Umsetzung von Mentoring-Prozessen zu unterstützen, damit auch sie künftig von internationalen Fachkräften profitieren können.
Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung luden 20 Stände zum persönlichen Austausch ein. Ausstellende und Studierende zogen ein positives Resümee. „Viele der internationalen Studierenden haben sich für die Möglichkeit zur Vernetzung bedankt, und wir haben von vielen Teilnehmenden die Rückmeldung bekommen, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sein wollen“, freut sich Professorin Buschle. „Die inspirierenden Gespräche in lockerer Atmosphäre schaffen offenbar für alle Seiten einen deutlichen Mehrwert und haben sowohl die Unternehmen mit den Studierenden als auch die Aussteller untereinander enger zusammengebracht.“
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