Hochschule Fulda präsentiert E³UDRES²

15.01.2026
Um die Bedeutung des EU-Programms Erasmus+ für Europa und für die Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums zu unterstreichen, richtete Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels gemeinsam mit sieben hessischen Hochschulen in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel eine Fachveranstaltung zu „Europäischen Hochschulallianzen“ aus.

Um die Bedeutung des EU-Programms Erasmus+ für Europa und für die Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums zu unterstreichen, richtete Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels (Mitte) gemeinsam mit sieben hessischen Hochschulen in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel eine Fachveranstaltung zu „Europäischen Hochschulallianzen“ aus. Foto: Hochschule Fulda

Hessische Hochschulen werben für Europäische Hochschulallianzen in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel

FULDA. Um die Bedeutung des EU-Programms Erasmus+ für Europa und für die Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums zu unterstreichen, richtete Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels jetzt gemeinsam mit sieben hessischen Hochschulen, unter ihnen die Hochschule Fulda, in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel eine Fachveranstaltung mit hochkarätigen Vertretungen der EU-Bildungs- und Wissenschaftspolitik aus. Alle sieben Hochschulen sind jeweils Mitglied in einer der insgesamt 65 Europäischen Hochschulallianz und werden damit von der EU gefördert.

Gegenüber den Vertreterinnen und Vertretern der EU warb der Minister für eine Aufstockung der Finanzierung der Leitinitiative „Europäische Hochschulallianzen“, deren aktueller Förderrahmen im Jahr 2027 ausläuft. Zurzeit wird im Rahmen des EU-Haushalts 2028-2034 über die zukünftige Finanzierung verhandelt. 
Die Europäischen Hochschulallianzen hätten sich hervorragend entwickelt und seien eine große Bereicherung für den europäischen Hochschulraum. Auch die beiden Vertreterinnen der EU, Vanessa Debiais-Sainton, Mitglied des Kabinetts der Exekutiv-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu in der Europäische Kommission, und Laurence Farreng, Mitglied im Europäischen Parlament, teilten diese Einschätzung und unterstrichen die große Bedeutung der Allianzen für Europa. Die Einrichtung der Allianzen geht auf eine Anregung des französischen Präsidenten Emanuel Macron aus dem Jahre 2017 zurück.

Die Hochschulleitungen aller sieben vertretenen hessischen Hochschulen hatten die Gelegenheit ihre jeweiligen Allianzen in einer Kurzpräsentation vorzustellen. Fuldas Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar erläuterte in seinem Vortrag die besonderen Merkmale der Hochschulallianz E³UDRES², an der die Hochschule Fulda seit 2022 beteiligt ist. „Alle neun Mitgliedshochschulen unserer Allianz befinden sich in kleinen oder mittelgroßen Städten und haben eine starke anwendungs- und praxisorientierte Ausrichtung. Mit diesen Profilen sind wir für unsere jeweiligen Regionen wichtige Innovationsmotoren und fördern den Transfer zwischen Hochschule und Praxis“, sagte Khakzar und führte weiter aus: „Davon profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Einrichtungen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich. Die immer schnelleren Veränderungen zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz stellen viele Akteure vor große Herausforderungen.“ Wichtig sei nach Ansicht Khakzars jedoch, dass Innovationen in Europa auch bei den vielen Akteuren in den Regionen ankommen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Allianz E³UDRES² biete eine hervorragende Plattform, um voneinander zu lernen und gemeinsam Initiativen zur Förderung der Regionen zu entwickeln und umzusetzen. „Wir wollen an den jeweiligen Hochschulstandorten gemeinsam mit den regionalen Praxispartnern Innovationsökosysteme aufbauen und diese idealerweise auch vernetzen“, betonte Fuldas Hochschulpräsident.

Neben vier hessischen Universitäten konnten sich auch drei hessische Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) in dem sehr kompetitiven Wettbewerb um Fördermittel der EU behaupten. Minister Gremmels wies darauf hin, dass Hessen im Bundesvergleich weit überdurchschnittlich erfolgreich war. Khakzar begrüßte in seinen Ausführungen, dass die EU mit den geförderten Hochschulallianzen die breite Vielfalt des europäischen Hochschulsystems unterstütze.

An der im Mittelpunkt stehenden Podiumsdiskussion nahmen neben Minister Gremmels, Prof. Steinmetz (Präsident Hochschule Darmstadt), Dr. Stephan Geifes (Nationale Erasmus+ Agentur im Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD), Lara Zieß (studentische Vizepräsidentin der Universität Marburg), sowie Vanessa Debiais-Sainton (Mitglied des Kabinetts der Exekutiv-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu, Europäische Kommission) und Laurence Farreng (Mitglied im Europäischen Parlament) teil. Darin ging es hauptsächlich um die Frage der zukünftigen Finanzierung der Europäischen Hochschulallianzen, eine mögliche Fokussierung auf bestimmte Themen sowie die Vorreiterrolle der Allianzen bei der Erarbeitung von Lösungen für bestimmte europaweite, strukturelle Herausforderungen, z.B. die automatische Anerkennung von Leistungen oder Studienabschlüssen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Wissenschaftsjournalisten Jan-Martin Wiarda.

Weiterhin präsentierten sich alle Hochschulallianzen mit einem Stand, an dem es beim gemeinsamen Networking Gelegenheit zum Austausch gab.


ZU ERASMUS+ UND DEN EUROPÄISCHEN HOCHSCHULALLIANZEN:
Das Programm Erasmus+ ist das zentrale Förderinstrument der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Sport. Es unterstützt unter anderem Studien- und Lehraufenthalte im Ausland, internationale Kooperationen sowie innovative Bildungsprojekte. Ein besonderer Schwerpunkt im Hochschulbereich liegt auf den Europäischen Hochschulallianzen: diese langfristigen Zusammenschlüsse von Hochschulen aus verschiedenen europäischen Ländern entwickeln gemeinsam neue Formen von Studium, Lehre, Forschung und Wissenstransfer. Ziel der Allianzen ist es, einen europäischen Bildungsraum zu schaffen, in dem Studierende, Lehrende und Hochschulpersonal grenzüberschreitend zusammenarbeiten, Lehrangebote gemeinsam nutzen und internationale Kompetenzen erwerben können. Im Fokus steht die verstärkte Mobilität. Hessen zählt mit sechs geförderten Europäischen Hochschulallianzen, an denen insgesamt sieben hessische Hochschulen beteiligt sind, zu den besonders erfolgreichen Bundesländern in dieser Förderlinie.

ÜBER DIE EUROPÄISCHE HOCHSCHULALLIANZ E³UDRES²: 
E³UDRES² ist eine Europäische Hochschulallianz aus kleinen bis mittelgroßen Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften aus kleinen bis mittelgroßen Städten, bzw. Regionen. Aus dieser regionalen Verankerung ergibt sich der Name „E³UDRES²“: „Engaged and Entrepreneurial European University as Driver for European Smart and Sustainable Regions“. Die Allianz hat zum Ziel, ländliche Regionen zu vernetzten und ihre Entwicklung in smarte, nachhaltige Regionen zu unterstützen. Zu ihr gehören neben der Hochschule Fulda: USTP – University of Applied Sciences St. Pölten (AT), Polytechnic Institute of Setúbal (PT), Hungarian University of Agriculture and Life Sciences (HU), University College Leuven-Limburg (BE), Politehnica University Timișoara (RO), Vidzeme University of Applied Sciences (LV), Saxion University of Applied Sciences (NL) und Jamk University of Applied Sciences (FI).