Vortrag
21.05.2026
Wie entstehen tragfähige Hilfebeziehungen zwischen hilfesuchenden älteren Menschen und freiwillig Engagierten und warum geraten sie zugleich so häufig an ihre Grenzen?
Der Vortrag nimmt sozialräumlich vermittelte Sorgearrangements organisierter Nachbarschaftshilfen in den Blick. Hilfe wird hier vor allem als ein komplexer Aushandlungsprozess verstanden, geprägt von strukturell-räumlichen Bedingungen, biografisch-normativen Erfahrungen und gesellschaftspolitischen Einflüssen. Methodisch basiert die Studie auf einem rekonstruktiven Forschungsdesign, das Hilfepaarinterviews als triadische Gesprächsformate mit kontrastierenden ethnografischen Beobachtungen kombiniert und in Anlehnung an die Grounded Theory auswertet. Anhand einiger empirischer Einblicke soll im Vortrag verdeutlicht werden, welche Potenziale in den Hilfebeziehungen liegen – etwa für Teilhabe, Anerkennung und gemeinschaftlicher Praxis – und wo gleichzeitig ihre Grenzen sichtbar werden. Diskutiert werden soll zudem, welche Rolle Soziale Arbeit dabei spielt, diese Spannungsfelder professionell zu gestalten und nachhaltige Unterstützung zu ermöglichen.
Der Vortrag gibt Einblicke in die veröffentlichte Dissertation der Vortragenden mit dem Titel „Sorgearbeit im Sozialraum. Bildungspotenziale in ehrenamtlichen Hilfen für ältere Menschen“, die im Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Fulda sowie am Hessischen Promotionszentrum Soziale Arbeit im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde. Die Thematik bringt auch interdisziplinäre Fragestellungen hervor, u.a. aus Public Health, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften, insbesondere im Kontext nachhaltiger Sorge- und Versorgungsstrukturen.
Das Kolloquium ist öffentlich und die Teilnahme kostenlos. Studierende und die interessierte Fachöffentlichkeit sind herzlich willkommen.