Wissenschaft im Doppelpack

07.07.2026

Das FGCSS freut sich, am 29. Juni gleich zwei erfolgreiche Verteidigungen gefeiert zu haben.

Wir gratulieren Dorina Dedgjoni und Manuel Lebek herzlich zu ihren erfolgreich bestandenen Verteidigungen und wünschen ihnen für ihren weiteren wissenschaftlichen und beruflichen Weg alles Gute und viel Erfolg. 

Dorina Dedgjoni, 41, stammt ursprünglich aus Albanien und lebt seit 14 Jahren in Deutschland, wo sie sich europaweit ein starkes akademisches und berufliches Profil aufgebaut hat. Sie erwarb ihren Bachelor-Abschluss in Journalismus in Albanien, bevor sie an der Universität Nantes in Frankreich einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre absolvierte. 

Anschließend erwarb Dorina Dedgjoni zwischen 2012 und 2014 mit Unterstützung eines DAAD-Stipendiums einen zweiten Master-Abschluss in Interkultureller Kommunikation und Europastudien (ICEUS) an der Hochschule Fulda. Im Jahr 2018 setzte sie ihren akademischen Werdegang fort und schrieb sich im Graduiertenzentrum für Sozialwissenschaften in Fulda (FGCSS) für ein Promotionsstudium zum Thema „Das ungleiche Versprechen: Der Kampf albanischer Hochschulabsolventen um Anerkennung in Italien“ ein. 

Die Dissertation leistet einen bedeutenden Beitrag zur Migrationsforschung, indem sie eine Brücke zwischen den Bereichen der internationalen Studierendenmobilität und der Migration hochqualifizierter Arbeitskräfte schlägt. Sie vertritt die These, dass diese Phänomene nicht als getrennte Prozesse betrachtet, sondern vielmehr als Teil eines kontinuierlichen transnationalen Verlaufs verstanden werden sollten. 

Der Promotionsprozess war von mehreren Herausforderungen geprägt, darunter Anpassungen des Forschungsthemas und der Methodik. Die Gewinnung von Interviewteilnehmern erwies sich als besonders anspruchsvoll und erforderte umfangreiche Kontaktbemühungen bei begrenzten Rücklaufquoten. Trotz dieser Hindernisse ermöglichte die Beharrlichkeit bei der Feldforschung den erfolgreichen Abschluss der Forschung. 

Eine intensive Betreuung war während des gesamten Promotionsverlaufs ein entscheidender Faktor. Der Betreuer bot durchgängige Unterstützung bei der theoretischen Ausarbeitung, der methodischen Konzeption und der Verbreitung der Ergebnisse. Dazu gehörten auch Möglichkeiten für gemeinsame Veröffentlichungen und Konferenzvorträge, die sowohl die akademische als auch die berufliche Entwicklung bereicherten. 

Derzeit ist der Promovierte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozial- und Kulturwissenschaften tätig und setzt die Zusammenarbeit mit seinem Betreuer fort. Für die Zukunft strebt er die Einwerbung von Projektmitteln und eine Postdoc-Stelle an. 

Zu den wertvollsten Fähigkeiten, die man während der Promotion erwirbt, gehören Selbstvertrauen beim öffentlichen Sprechen sowie verbesserte analytische, forschungsbezogene und präsentatorische Fähigkeiten. 

Der 49-jährige Manuel Lebek aus Fulda hat hingegen wenige Stunden später seine Doktorarbeit erfolgreich verteidigt. 

Manuel Lebek schloss sein Bachelorstudium in Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen an der Fachhochschule Fulda ab und absolvierte anschließend ein Masterstudium in Soziologie an der Universität Kassel, das er 2018 abschloss. Seit 2019 arbeitet er am FGCSS an seiner Doktorarbeit. 

Seine Dissertation mit dem Titel „Müll(arbeit) und Gesellschaft. Global Waste Pickers in Europa“ untersucht die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Dimensionen der Abfallarbeit, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf globalen Bewegungen von Abfallsammlern und informellen Wirtschaftssystemen liegt. Seine Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenderen institutionellen Anerkennung informeller Arbeitssysteme im Rahmen globaler Nachhaltigkeitskonzepte. 

Im Rückblick auf seinen Weg zur Promotion nannte Lebek Mut und die Bereitschaft, unbekannte Umgebungen zu erkunden, als wesentliche Fähigkeiten. Seine Feldforschung führte ihn in komplexe und oft wenig erforschte Umfelder, darunter Mülldeponien und Aktivistennetzwerke in ganz Europa. 

Als Ratschlag an angehende Doktoranden betonte Lebek die Bedeutung von Engagement und Fleiß: „Nehmt es ernst – alles, nehmt es ernst.“