Wissenschaftsbildung für den Nachwuchs
19.03.2026
Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sind zu den aktuellen MINT-Labortagen wieder auf dem Campus der Hochschule Fulda unterwegs.
FULDA. Es herrscht buntes Treiben auf dem Campus der Hochschule Fulda: Zwei Wochen lang bereichern Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelstufen das Areal, denn erneut finden die MINT-Labortage statt. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Aber nicht nur am Campus, sondern auch bei den Kooperationspartnern aus der Region Fulda, die mit dem MINTmachClub Fulda der Hochschule gemeinsam ein Netzwerk zur Förderung des Nachwuchses bilden, ist einiges los. Insgesamt sind es mehr als 1900 Kinder und Jugendliche aus 88 Schulklassen der Region, die auch in diesem Frühjahr wieder im Klassenverband an der Veranstaltungsreihe des Netzwerks teilnehmen – ein neuer Rekord. „Es ist ungewöhnlich, dass solche Projekte dermaßen lange erfolgreich laufen und dabei sogar stetig weiterwachsen. Neben unseren Kooperationspartnern gilt mein Dank daher in erster Linie dem Team des MINTmachClubs und der Schulkooperation für ihren unermüdlichen Einsatz“, betont Prof. Dr. Jörg Kreiker, Vizepräsident für Lehre, Studium und Digitalisierung der Hochschule Fulda.
Unter den knapp 90 Workshops sind wieder neue Angebote: Die Schülerinnen und Schüler können sich unter anderem mit der Reise der Wassertropfen im Klärwerk Gläserzell über das Umweltzentrum beschäftigen oder zum Segelflug auf die Wasserkuppe gehen. „Die erste Klasse war bereits da und alle Teilnehmenden waren begeistert. Auch der Besuch bei der Gleitschirmschule kam sehr gut an. Dort durften die Kids in einem Gleitschirmgurtzeug schaukeln“, berichtet Uli Braune vom Segelflugmuseum. Dieses ist einer der drei neuen Kooperationspartner bei den MINT-Labortagen. Ebenso sind das Unternehmen FFT Produktionssysteme und das Improtheater Fulda in diesem Jahr neu mit dabei. Währenddessen lauschen die Kinder und Jugendlichen im Kulturzentrum Kreuz gebannt den Workshop-Leiterinnen und -Leitern, die einen Crashkurs in die DJ-Tätigkeit und Tontechnik geben. Auch mit dem Thema Ernährung beschäftigen sich Teilnehmende der MINT-Labortage. „Es ist ein schönes Gefühl, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, selbst als kleine Forscherinnen und Forscher tätig zu werden“, sagt Natallia Kazlouskaya-Disagio, die zum ersten Mal mit ihren Kolleginnen den Workshop „Kohlenhydrate: Nachweis und Verdauung“ anbietet.
Inzwischen 14 Kooperationspartner bei den MINT-Labortagen
Im Herbst 2026 feiern die MINT-Labortage dann ihr zehnjähriges Bestehen. Angefangen hatte im Jahr 2016 alles mit zwanzig Schulklassen und etwa 400 Teilnehmenden. Koordinatorin und Initiatorin Sandra Blum fasst zusammen: „Wir freuen uns sehr, dass im Jubiläumsjahr der Veranstaltung weitere Kooperationspartner hinzugekommen sind und mit spannenden Workshops unser Programm bereichern. Ohne die mittlerweile 14 Kooperationspartner der Hochschule Fulda wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht möglich.“ Der krönende Abschluss eines jeden Tages auf dem Campus ist das Mittagessen in der Mensa – das Team rund um Frank Vogel sorgt dafür, dass auch diesmal die rund 1000 Schülerinnen und Schüler, die an Workshops an der Hochschule teilnehmen, satt und zufrieden nach Hause gehen. Dank geht auch an den Transportdienst LNG Fulda, der im Vorfeld die Busse für die Schulklassen, die zur Wasserkuppe fahren, reserviert hat, betont Sandra Blum.
Damit die MINT-Labortage reibungslos funktionieren, gehört viel Vorbereitung und Organisationsarbeit dazu. So sind die Workshop-Leiterinnen und Leiter im Vorfeld etwa von Tobias Dorn und seinem Team vom Fachbereich Gesundheitswissenschaften zum Thema Kinder-Reanimationstraining geschult worden. Auch dem Workshopleiter Bodo Pfisterer, der von Beginn der MINT-Labortage dabei war und zehn Jahre lang Workshops im Bereich Grundlagenlabor des Fachbereichs Elektrotechnik beigesteuert hat, gebührt besonderer Dank. Zum Jahresende wird er in den verdienten Ruhestand geht. „Mir haben die MINT-Workshops immer viel Spaß gemacht. Die Teilnehmenden waren zu jeder Zeit mit Eifer bei der Sache, und ihre Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Dies wäre aber ohne meine Helferinnen und Helfer nicht möglich gewesen, deshalb möchte ich mich bei ihnen nochmal herzlich bedanken.“ Bodo Pfisterer hat zum Beispiel auch die 25 Cozmo-Roboter, die für Grundschulworkshops von anderen Kolleginnen und Kollegen genutzt werden, in Einzelteile zerlegt und mit größeren Akkus versehen.
Die MINT-Labortage finden noch bis zum 26. März statt. Der Termin für die nächste Veranstaltung steht bereits fest: 14. bis 22. September. Anmeldemöglichkeiten für Schulklassen und weitere Informationen werden unter hs-fulda.de/mint-labortage veröffentlicht. Lehrkräfte, die per Mail über Termine informiert werden möchten, können sich unter MINTmachClub@verw.hs-fulda.de melden.
Hintergrund zu den MINT-Labortagen
In Kooperation mit zahlreichen MINT-Akteuren aus der Region veranstaltet die Hochschule Fulda seit 2016 die beliebte Veranstaltungsreihe für Schulklassen aller Schulformen für die Jahrgangsstufen 3 bis 10. Infos und das Programm gibt es auf hs-fulda.de/kooperieren/schulen/mintmachclub-fulda
Die Workshops an der Hochschule Fulda werden angeboten durch die Fachbereiche Angewandte Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Oecotrophologie, Lebensmitteltechnologie, Gesundheitswissenschaften und das Rechenzentrum. Kooperationspartner sind Chemikum Marburg, Hans-Nüchter-Sternwarte Fulda, Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda, Kinder-Akademie Fulda, Fuldaer Kinder- und Jugendtreff Zitrone, Menschen & Medien e.V., Kulturzentrum Kreuz e.V., offenes Labor Fulda (oLaF), Stiftung Kinder forschen – Netzwerkpartner VHS Landkreis Fulda, Umweltzentrum Fulda, Vonderau Museum. Das Segelflugmuseum Wasserkuppe, das Unternehmen FFT Produktionssysteme und das Improtheater Fulda sind in diesem Jahr zum ersten Mal als weitere Kooperationspartner dabei.
Der MINTmachClub Fulda gehört zu den fünf MINT-Regionen in Hessen. Bundesweit gibt es aktuell 157 MINT-Regionen, die jeweils vor Ort durch unterschiedliche Angebote versuchen, MINT-Bildung wirksam und nachhaltig zu gestalten. Organisiert wird dieses Netzwerk von der Körber-Stiftung mit Sitz in Hamburg. Sandra Blums Konzept der MINT-Labortage wurde im Jahr 2023 durch die Körber Stiftung ausgezeichnet als Best-Practice-Beispiel im Bereich „Zusammenarbeit von außerschulischen und schulischen Kooperationspartner*innen“. Alle Informationen dazu gibt es unter mint-regionen.de