Forschungsprojekt

FleischWissen

Hinter dem Kurztitel „FleischWissen“ verbirgt sich das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Verdinglichung des Lebendigen. Fleisch als Kulturgut“.

Zu den Verbundpartnern des Projekts zählen neben der Hochschule Fulda die Universität Regensburg, das Institut für Sozialinnovation e.V. in Berlin, das Deutsche Kochbuchmuseum in Dortmund und das Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg.

Verbundprojekt FleischWissen

Gemeinsam befasst sich das Verbundprojekt „FleischWissen“ im Sinne der Verdinglichung des Lebendigen mit Fleisch als Objekt. Dabei wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein Prozess nachvollzogen, in dem das Objekt Fleisch „seine Sprache findet“ und durch diverse Akteur*innen und Handlungen, Orte und Objekte seine spezifische Dingbedeutsamkeit erlangt. Die übergeordnete These lautet, dass sich Fleisch im Zeitverlauf von der Industrialisierung bis heute vom Symbol für Fortschritt, Wohlstand und einem hohen Lebensstandard mehr und mehr zum Sinnbild für Fehlernährung, Umweltzerstörung und Tierleid entwickelt. Mit Blick auf die Veränderungsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette lässt sich nachzeichnen, wie Fleisch zum kulturellen Bedeutungsträger wurde. Dem gehen die Projektpartner aus ihrer jeweiligen Fachdisziplin nach.

Teilprojekt Hochschule Fulda

Das an der Hochschule Fulda angesiedelte Teilprojekt widmet sich „Fleischwissen aus ernährungssoziologischer Perspektive“ und nimmt dabei den Zusammenhang von Semantik und Struktur in den Blick. Fokussiert werden der Wandel der Be-Deutungen und die stratifikatorischen Folgen des Umgangs mit Fleisch von der Mitte des 19. Jahrhunderts an bis in die Gegenwart. Dabei gilt es aufzuzeigen, wie Fleisch sich unter welchen gesellschaftlichen Umständen für symbolische Aufladungen eignet und wie die bisherigen sichtbar erodieren und durch alternative Be- und Umdeutungen ersetzt werden. Ausgangspunkt für die Untersuchungen im Fuldaer Teilprojekt sind die Privathaushalte und deren Sichtweisen auf Nähe und Distanz zu allen weiteren Teilen des Wertschöpfungsprozesses.

In einem ersten Schritt sollen dazu Schlüsselwerke der Koch- und Ratgeberliteratur herangezogen und mit Methodiken der Wissenssoziologischen Diskursanalyse und Semantikanalyse untersucht werden. Ein zweiter Schritt sieht ernährungsbiographische Interviews vor, die mit je drei Generationen aus zehn unterschiedlichen Familien geführt werden.

In beiden Herangehensweisen wird die Semantik analysiert, um daraus auf Veränderungen der Dingbedeutsamkeit von Fleisch sowie auf sein stratifikatorisches Potenzial zu schließen. Die Zusammenführung der beiden Projektschritte wird im Rahmen einer Monographie veröffentlicht. Gemeinsam mit den Projektpartnern wird außerdem ein Sammelband publiziert.

FleischWissen-Symposium am 28. und 29.11.2019 in Fulda

Am 28. und 29.11.2019 richtet das ernährungssoziologische Teilprojekt der Hochschule Fulda ein Symposium aus, um, einen projektübergreifenden, thematischen und methodologischen Austausch anzuregen.

Das Programm sieht neben Vorträgen der Teilprojekte fünf weitere hochkarätige Expert*innenvorträge vor, die in jeweiligen thematischen Diskussionsrunden diskutiert werden. Neben den Vorträgen und Diskussionen soll der wissenschaftliche Austausch auch bei einem thematisch passenden kulinarischen Abendausflug am 28.11. vertieft werden.

Interessierte Wissenschaftler*innen sind eingeladen, an diesem zweitägigen Symposium teilzunehmen und sich mit eigenen Diskussionsbeiträgen einzubringen. Um einen konstruktiven Rahmen für die Veranstaltung zu schaffen, ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Erbeten wird deshalb eine kurze Interessensbekundung (max. 300 Wörter) mit der Information vor welchem Forschungshintergrund und mit welchem Interesse Sie an dem Symposium teilnehmen möchten. Insbesondere soll auch der wissenschaftliche Nachwuchs ermutigt werden, teilzunehmen und sich einzubringen.

FleischWissen Symposium HS Fulda

Bitte senden Sie Ihre Interessensbekundung zur Teilnahme am FleischWissen-Symposium bis zum 01.11.2019 per Mail an Sophia Reis, Hochschule Fulda: sophia.reis@oe.hs-fulda.de

Kooperations-/ Projektpartner

Weitere Partner im Verbundprojekt:

Universität Regensburg, Fachbereich Vergleichende Kulturwissenschaften

  • Prof. Dr. Gunther Hirschfelder
  • Dr. Lars Winterberg

Institut für Sozialinnovation e.V., Berlin

  • Dr. René John

Deutsches Kochbuchmuseum (als Außenstelle des Museums für Kunst und Kulturgeschichte), Dortmund

  • Dr. Jens Stöcker
  • M.A. Corinna Schirmer

Landschaftsmuseum Westerwald, Hachenburg

  • Dr. Moritz Jungbluth
  • M.A. Frédéric Gesing

 

 

Projektteam Fulda

Projektleitung

Jana Rückert-John

Prof. Dr.

Jana Rückert-John

Dekanin

Soziologie des Essens

Gebäude 40, Raum 008
Prof. Dr. Jana Rückert-John +49 661 9640-3885
Sprechzeiten
Dienstags 17 Uhr; in den vorlesungsfreien Zeiten nur nach Vereinbarung

Projektmitarbeiterin

Sophia Reis

Sophia Reis

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Gebäude 40, Raum 207
Sophia Reis +49 661 9640-3887
Sprechzeiten
nach Vereinbarung

Projektinformation

Schlagworte:
Fleisch, Bedeutungswandel, Gesellschaft, Sprache der Objekte

Förderung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektlaufzeit:
01.08.2018-31.07.2021