Gewalt in der Schwangerschaft

Projektleitung: Prof. Dr. Beate Blättner

MitarbeiterInnen: Katharina Liepe (M.Sc. Public Health) 
Siona Decke (B.Sc.)

Gefördert von: internen Mitteln der hochschulinternen Forschungsförderung

Kooperation: Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V.

Laufzeit: 01.05.2011 – 31.10.2011

Publikationen

Liepe K, Blättner B (2012): Gewalt in der Schwangerschaft. Wer ist betroffen? Die Hebamme 4/2012: 242-246.

Liepe K, Blättner B (2013): Gewalterfahrungen in der Schwangerschaft: Prävalenzstudien in OECD-Ländern. Das Gesundheits-wesen. 75(08/09): 473-480.

Hintergrund und Fragestellung

Schwangerschaft bringt neue Herausforderungen an das bisherige Leben, an die Beziehung und an die finanzielle Situation mit sich. Schwangere und ihre ungeborenen Kinder stellen eine besonders schutzbedürftige Gruppe in der Gesellschaft dar. Schwangere Frauen können aber auch von Partnergewalt betroffen sein. Dies kann gesundheitliche Folgen für die werdende Mutter und das ungeborene Kind haben, indirekt auch auf andere Kinder in der Familie.

Erste Erkenntnisse zur Prävalenz lassen schätzen, dass 2 % der Schwangeren in der Schwangerschaft Gewalt erfahren. Nach Eindrücken der Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V. (2009) ist jede zehnte Schwangere, die die Beratungseinrichtung aufsucht, von einer Form von Gewalt betroffen. Zur Erfassung der Gewaltvorkommnisse nutzen Mitarbeiterinnen seit ca. 2005 ein selbst erstelltes Dokumentationssystem. Die Häufigkeit, Art und Bedingungen von Gewalt in der Schwangerschaft zu kennen, ist wichtig, um geeignete Präventionsstrategien gegen Gewalt und damit verbundene gesundheitliche Folgen zu entwickeln.

Vorgehen

Im Rahmen eines studentischen Projektes wurden die aktuelle Studienlage zu dem Thema aufgearbeitet, die Daten der Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V. ausgewertet sowie Vorschläge für einen veränderten Fragebogen und ein Monitoring-System erarbeitet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Methodische Schwierigkeiten bei der Erfassung der Daten erlauben es nicht verlässliche Aussagen zu Gewalterfahrungen bei der Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V. zu machen. Es konnte ein Dokumentationssystems entwickelt werden, mit dem es möglich ist, Aussagen zum Ausmaß von Gewalt sowie Risikofaktoren und gesundheitlichen Folgen bei Schwangeren zu treffen. 

Schwangerenberatungsstellen kommen 2 in Kontakt mit Schwangeren, denen Gewalt widerfahren ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungsstellen für Schwangere sollten für die Thematik sensibilisiert und geschult werden. Aus der Literatur bekannte Risikofaktoren für Gewalt in der Schwangerschaft sind unter anderem ein junges Alter, Erwerbslosigkeit und Gewalterfahrungen in der Kindheit.