Gewalt und Aggression gegenüber beruflich Pflegenden in der stationären Kurzzeitpflege (Krankenhaus)

Projektleitung: Prof. Dr. Beate Blättner

Mitarbeiterin: Stefanie Freytag, M.Sc. 

Kooperationspartner: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft; Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Institut für Pflegewissenschaft

Laufzeit: Oktober 2020 - Februar 2021

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Hintergrund

Angesichts der demographischen Entwicklungen in Deutschland und den versorgungsstrukturellen Veränderungen nimmt bei einem steigenden Pflegebedarf die Anzahl an Pflegekräften ab. Viele Pflegekräfte kehren bereits nach wenigen Jahren ihrem Beruf den Rücken zu, was die Engpässe verschärft. Zudem beschäftigt sich das Berufsfeld seit Jahren mit Nachwuchsproblemen. Verantwortlich hierfür sind häufig ungünstige Arbeitsbedingungen, wie z. B. Schichtarbeit, Überstunden, mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie hohe körperliche und seelische Belastungen am Arbeitsplatz. Es bedarf deshalb vor allem präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen, um die Arbeitsbelastungen der Pflegenden zu reduzieren. Die Gesundheit der Mitarbeitenden kann so geschützt und das Berufsbild der Pflege wieder verbessert werden.

In dieser Verantwortung widmet sich die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) diesem Thema und bringt den Leitfaden: „Gute Stationsorganisation - Ein Leitfaden für Pflegeeinrichtungen“ auf den Weg. Er richtet sich gezielt an Pflege- und Pflegebereichsleitung und zeigt auf, wie in verschiedenen Handlungsfeldern in der Pflege die Arbeitsorganisation verbessert werden kann. Im Leitfaden bislang nicht berücksichtigt wurden betriebliche Maßnahmen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten, Gewalt und Aggression gegenüber beruflich Pflegenden in der stationären Kurzzeitpflege (Krankenhaus).

Ziele

Ziel des Projektes ist es, den aktuellen Erkenntnisstand zu betrieblichen Maßnahmen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten, Gewalt und Aggression gegenüber beruflich Pflegenden im Setting Krankenhaus wiederzugeben und zusammenzuführen. Die Erkenntnisse werden von der BAuA dazu genutzt, für die Pflegepraxis geeignete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Zur Bearbeitung des Themas wurden im Konsortium folgende Arbeitspakte ausgearbeitet:

Arbeitspaket B.2: Zusammenstellung und Kurzbeschreibung betrieblicher Maßnahmen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten, Gewalt und Aggression gegenüber beruflich Pflegenden in der stationären Kurzzeitpflege auf Basis einer Recherche in der wissenschaftlichen Fachliteratur, in Form einer Übersichtarbeit

Arbeitspaket B.3: Zusammenstellung und Kurzbeschreibung betrieblicher Maßnahmen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten, Gewalt und Aggression gegenüber beruflich Pflegenden in der stationären Kurzzeitpflege auf Basis einer Recherche von Handlungshilfen, in Form einer Übersichtsarbeit

Arbeitspakt B.5: Durchführung von Interviews mit betrieblichen und überbetrieblichen Akteurinnen bzw. Akteuren zum Thema betriebliche Maßnahmen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten, Gewalt und Aggression gegenüber beruflich Pflegenden in der stationären Kurzzeitpflege

Das Studienzentrum Fulda übernimmt im Konsortium die Verantwortung für das Arbeitspaket B.5.

Methodisches Vorgehen

Um eine betriebliche sowie überbetriebliche Perspektive zum Untersuchungsgegenstand zu erhalten, werden im Arbeitspaket B.5 Interviews mit Interessenvertreter*innen der Pflege, bspw. der DBFK und Pflegekammer, sowie beruflich Pflegenden von Häusern der Maximal-, Grund- und Regelversorgung geführt. Ausgeschlossen werden Rehakliniken, Psychiatrische Einrichtungen, Intensivstationen und Notfallambulanzen. Geplant sind insgesamt 10 leitfadengestützten Telefon-Interviews. Die digital aufgezeichneten Interviews werden nach einem einfachen Regelsystem transkribiert und anhand Auswertungsmethode der Thematic Framework Analysis nach Richie und Spencer ausgewertet.

Kontakt

Stefanie Freytag

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Gebäude 25 , Raum 003
Stefanie Freytag+49 661 9640-6486
Sprechzeiten
nach Vereinbarung per E-Mail