Entwicklung der Gesundheitskompetenz in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (EwiKo) – ein Kooperationsprojekt der AOK PLUS und der Hochschule Fulda

 

 

Projektleitung:

Mitarbeitende:

Förderer: AOK PLUS

Laufzeit: Januar 2020 bis Dezember 2022

Hintergrund

Anfang 2018 wurde der Nationale Aktionsplan zur Gesundheitskompetenz (NAP Gesundheitskompetenz, www.nap-gesundheitskompetenz.de) in Deutschland veröffentlicht, der die Bedeutung individueller Fähigkeiten zum Suchen, Finden sowie zur Beurteilung und Anwendung von Informationen für eigene gesundheitsbezogene Belange betont. Die Gesundheitskompetenz stellt eine unverzichtbare Voraussetzung dar, die eigene Gesundheit zu erhalten und zu fördern, Krankheiten zu überwinden bzw. mit diesen umzugehen sowie sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden.

In Studien mit der Allgemeinbevölkerung in Deutschland zeigte sich, dass 54 % der Befragten Schwierigkeiten haben, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden, relevante Informationen zur Gesundheit zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden. So wird im NAP Gesundheitskompetenz gefordert, dass das Gesundheitswesen auf allen Ebenen nutzerfreundlich und gesundheitskompetent entwickelt werden soll, sodass Patient*innen bzw. Klient*innen in ihrer Orientierungsfähigkeit unterstützt werden. Auch sollen negative Folgen einer eingeschränkten individuellen Gesundheitskompetenz reduziert werden. Dies fordert insbesondere Einrichtungen bzw. Organisationen der Gesundheitsversorgung dazu auf, alle Akteure und Sektoren in die Verbesserung der Gesundheitskompetenz einzubeziehen. Durch die Stärkung der sogenannten organisationalen Gesundheitskompetenz tragen Einrichtungen bzw. Organisationen durch institutionelle Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz ihrer Mitarbeiter*innen und Klient*innen bzw. Patient*innen bei. Organisationen gelten dann als gesundheitskompetent, wenn sie bspw. Fachkräfte für die gesundheitskompetente Kommunikation mit Patient*innen bzw. Klient*innen qualifizieren, einen einfachen Zugang zu leicht verständlichen Gesundheitsinformationen bieten oder beim Zurechtfinden im Gesundheitssystem unterstützen. Bisher wurde das Konzept der organisationalen Gesundheitskompetenz vornehmlich in Krankenhäusern, der offenen Jugendarbeit oder der Kommune angewendet.

Vor diesem Hintergrund leistet das Projekt „EwiKo – ein Kooperationsprojekt der AOK PLUS und der Hochschule Fulda“ einen Beitrag zur Stärkung der organisationalen Gesundheitskompetenz in (teil-)stationären Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (d. h. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungs- und Behindertenhilfe) in Sachsen und Thüringen.

Ziel

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Entwicklung und der Aufbau von Strukturen einer nachhaltigen Verbesserung der organisationalen Gesundheitskompetenz in (teil-)stationären Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Sachsen und Thüringen.

Folgende Teilziele werden im Rahmen des Projekts verfolgt:

  1. Erfassung der organisationalen und individuellen Gesundheitskompetenz in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Sachsen und Thüringen sowie Entwicklung eines digitalen Selbstchecks zur Erfassung der organisationalen Gesundheitskompetenz.
  2. Partizipative Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines individuellen Interventionskonzeptes zur Förderung der organisationalen Gesundheitskompetenz in Pilot-Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Sachsen und Thüringen.
  3. Entwicklung eines digital unterstützten Transferkonzepts zur Verbreitung und Umsetzung der Projektergebnisse durch Multiplikator*innen.

Methodik

Ist-Stand Analyse: Zu Beginn erfolgt eine Ist-Standanalyse zur organisationalen Gesundheitskompetenz sowie zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) bzw. zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in alle Einrichtungen der (teil-)stationären Gesundheitsversorgung in Sachsen und Thüringen.

Bedarfsanalyse: Anhand der Ergebnisse der Ist-Standanalyse erfolgt die Auswahl von Pilot-Einrichtungen mit jeweils einem hohen und einem niedrigen Ausmaß an BGM/BGF-Maßnahmen. In den ausgewählten Einrichtungen wird mittels quantitativer und qualitativer Methoden partizipativ eine Bedarfsanalyse zur organisationalen sowie individuellen Gesundheitskompetenz durchgeführt.

Intervention: Auf Grundlage der Bedarfsanalyse werden in den Einrichtungen partizipativ entwickelte Tools zur Stärkung der organisationalen oder/und individuellen Gesundheitskompetenz eingesetzt und erprobt.

Evaluation der Intervention: Es erfolgt eine formative sowie summative Begleitevaluation. Dabei werden alle beteiligten Zielgruppen (Führungskräfte, Mitarbeiter*innen und Patient*innen bzw. Klient*innen) berücksichtigt. So können die Interventionen sowohl in ihrer Machbarkeit als auch in ihrer Wirksamkeit überprüft werden.

Kontakt

Prof. Dr.

Katharina Rathmann

Sozialepidemiologie und Gesundheitsberichterstattung

Gebäude 25 , Raum 105
Prof. Dr.Katharina Rathmann+49 661 9640-6418
Sprechzeiten
nach Voranmeldung per E-Mail

Kontakt

Prof. Dr.

Kevin Dadaczynski

Gesundheitskommunikation und Patienteninformation

Gebäude 25 , Raum 105
Prof. Dr.Kevin Dadaczynski+49 661 9640-6073
Sprechzeiten
Nach vorheriger Vereinbarung