Gesundheitskompetenz bei Menschen mit geistiger Behinderung (GeKoMB)

 

Hintergrund:

Die in Deutschland bereits etablierte Erforschung der Gesundheitskompetenz (GK) bezieht sich darauf Informationen zur Krankheitsbewältigung, Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention zu finden, zu verstehen, zu bewerten und zu nutzen. In Deutschland hat sich jüngst ein Forschungsbereich entwickelt, der sich der Erhebung der GK von bestimmten (vulnerablen) Bevölkerungsgruppen widmet (u. a. ältere Menschen). Obwohl die Gruppe der Menschen mit (geistiger) Behinderung zweifelsohne auch eine vulnerable Gruppe darstellt, wurde diese in der Forschung zur GK bisher kaum berücksichtigt. So liegen keine deutschsprachigen Ergebnisse zur GK von Menschen mit (geistiger) Behinderung vor. Dies lässt sich u. a. auf einen Mangel an geeigneten Erhebungsinstrumenten und adäquaten Erhebungsmodalitäten zurückführen. Folglich werden gegenwärtig Bedarfe für die Gesundheitsbildung und -versorgung von Menschen mit (geistiger) Behinderung unzureichend erfasst sowie Potenziale für die Stärkung der (Patienten-) Souveränität verkannt.

Fragestellungen:

  • Über welche Gesundheitskompetenzen verfügen Menschen mit geistiger Behinderung?
  • Welche Bedarfe werden in den unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitskompetenz (Krankheitsbewältigung, Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention) für diese Bevölkerungsgruppe deutlich?
     

Kooperationspartner:  St. Antonius Werk gGmbH

Laufzeit: April 2019 - Februar 2020

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Projektleitung: 

Mitarbeiter*innen:

Praktikantin:

Ziel

Das Ziel des Forschungsprojektes ist, die Gesundheitskompetenz von Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland mit einem zielgruppenadäquaten Instrument zu erfassen, konzeptionell aufzuarbeiten und die ermittelten Ergebnisse für die Gesundheitsbildung und Gesundheitsforschung fruchtbar zu machen. Außerdem werden Bedarfe in den unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitskompetenz (Krankheitsbewältigung, Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention) bei Menschen mit geistiger Behinderung ermittelt.

Methodik

Die Datenerhebung und -auswertung erfolgt im Rahmen eines Studierendenprojekts am Fachbereich „Pflege und Gesundheit“ der Hochschule Fulda. Zur Beantwortung der Fragestellung wurde ein halb-strukturiertes qualitatives Design gewählt. Mittels leitfadengestützter Interviews wird die Zielgruppe i. S. d. partizipativen Gesundheitsforschung nicht stellvertretend, sondern persönlich befragt. Der entwickelte Leitfaden umfasst sowohl geschlossene als auch offenen Fragen und wird in Leichte Sprache übersetzt. Neben soziodemografischen und psychosozialen Angaben werden Informationen hinsichtlich der Beschaffung und des Verständnisses gesundheitsrelevanter Informationen, der Bewertung von Informationen, der Beurteilung der Informationen, sowie der Anwendung gesundheitsrelevanter Informationen in den Dimensionen Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Gesundheitsversorgung erhoben.

Die Datenauswertung der offenen Fragen erfolgt mit der Software MAXQDA basierend auf der qualitativen strukturierenden und zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring. Geschlossene Fragen werden mittels summativer Inhaltsanalyse mit Hilfe von Statistiksoftware (u. a. SPSS) ausgewertet und quantifiziert.

Der Zugang und die Rekrutierung der Zielgruppe erfolgt über einen Träger der Behindertenhilfe (in Fulda bzw. im Kreis Fulda) bei Mitarbeiter*innen mit geistiger Behinderung.

Kontakt

Prof. Dr.

Katharina Rathmann

Sozialepidemiologie und Gesundheitsberichterstattung

Gebäude 25 , Raum 105
Prof. Dr.Katharina Rathmann+49 661 9640-6418
Sprechzeiten
nach Voranmeldung per E-Mail

Kontakt

Prof. Dr.

Kevin Dadaczynski

Gesundheitskommunikation und Patienteninformation

Gebäude 25 , Raum 105
Prof. Dr.Kevin Dadaczynski+49 661 9640-6073
Sprechzeiten
Nach vorheriger Vereinbarung