Verbleibstudie der Absolventinnen und Absolventen der primärqualifizierenden Modellstudiengänge Hebammenkunde und Physiotherapie der Hochschule Fulda

 

 

Projektleitung: Franziska Meissner

Projektform: Dissertationsvorhaben

Betreuung:Prof. Dr. Beate Blättner, Prof. Dr. Dea Niebuhr

Laufzeit: 2018 – 2021

Kontakt

Franziska Meissner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Gebäude 34 , Raum 110
Franziska Meissner+49 661 9640-6408
Sprechzeiten
nach Vereinbarung.

Hintergrund

Deutschland weist im internationalen Vergleich einen erheblichen Nachholbedarf in der akademischen Qualifizierung der Gesundheitsfachberufe auf. Um mit der Akademisierungswelle Schritt zu halten und Wandlungsprozesse in den Qualifikationswegen der Gesundheitsberufe effektiv zu gestalten, wurde den Bundesländern im Jahr 2009 durch die Einführung von Modellklauseln in die Berufsgesetzte der Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie und Physiotherapie die Option gewährt, in den betreffenden Berufen eine akademische Erstausbildung in Form von Modellstudiengängen zu erproben. Die Modellphase war zunächst befristet bis Ende 2017. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die zuständigen Landesministerien gesetzlich verpflichtet, bestehende Modellstudiengänge einer wissenschaftlichen Begleitforschung zu unterziehen. Entsprechende Ergebnisse sollten dem Bundesministerium vorgelegt werden, welchem wiederum die Verantwortung oblag, den Bundestag über die Erkenntnisse der Evaluationsstudien Bericht zu erstatten. Die Evaluationsergebnisse der primärqualifizierenden Studiengänge von 13 Hochschulen erzielten einen einheitlichen Konsens zur Durchführbarkeit und Machbarkeit der Modellstudiengänge. Wenngleich die Ergebnisse zentrale Aussagen über die positive Entwicklung der hochschulischen Qualifikation in den Gesundheitsfachberufen lieferten, wurden die Modellstudiengänge nicht in den Regelbetrieb überführt; die Modellklausel wurde lediglich bis zum Jahr 2021 verlängert. Dies wurde damit begründet, dass es an validen Ergebnissen fehle, die zum einen den beruflichen Verbleib der Absolventinnen und Absolventen offenlegen und zum anderen den positiven Nutzen, die Nachhaltigkeit sowie die Auswirkungen der Akademisierung auf die Qualität der gesundheitlichen Versorgung belegen.

Zielsetzung

Fragen nach dem beruflichen Verbleib, den Tätigkeits- und Aufgabenfeldern akademisch primärqualifizierter Gesundheitsfachberufe in der deutschen Versorgungslandschaft sind noch nicht hinreichend erforscht. Das Projekt greift dieses Defizit auf und verfolgt das Ziel, den beruflichen Verbleib von akademisch primärqualifizierten Gesundheitsfachberufen aus einer subjektorientierten Perspektive zu erheben. Exemplarisch sollen dabei die primärqualifizierenden Studiengänge Hebammenkunde (B.Sc.) und Physiotherapie (B.Sc.) der Hochschule Fulda herangezogen werden. Fulda zählt zu einem der Studienstandorte, welcher durch das Hessische Sozialministerium die Genehmigung erhielt, Modellstudiengänge zu eröffnen. Im Fachbereich Pflege und Gesundheit wurden zum Wintersemester 2012/13 der primärqualifizierende Bachelorstudiengang Hebammenkunde und im Wintersemester 2013/14 der Studiengang B.Sc. Physiotherapie implementiert. Neben Erkenntnissen zum beruflichen Verbleib sollen gleichwohl Einblicke in die Berufseinstiegsphase, den Aufgaben- und Tätigkeitsbereichen, der beruflichen Performance im Berufsalltag und in die weitere Karriereplanung der Absolventinnen und Absolventen liefern. Das Forschungsvorhaben setzt somit an einem aktuell bestehenden bildungspolitischen Diskurs zur Akademisierung der Gesundheitsfachberufe an, bei dem Verbleibstudien wichtige Erkenntnisse für die Evaluation und Weiterentwicklung der primärqualifizierenden Studiengänge liefern.

Vorgehen

Der Untersuchung wird ein qualitatives Studiendesign zu Grunde gelegt, bei dem individuelle Erfahrungs- und Deutungsmuster im Vordergrund stehen. Diese ermöglichen einerseits den beruflichen Verbleib aus dem Blickwinkel der ehemaligen Studierenden zu rekonstruieren und andererseits bieten sie die Option, Eigendeutungen der Befragten hinsichtlich ihrer Wahrnehmung zur beruflichen Platzierung sowie zu Tätigkeiten, Aufgaben und zur professionellen Performance im Arbeitsfeld herauszukristallisieren.

Bei der Datenerhebung wird auf ein reaktives Verfahren in Form von episodischen Interviews nach Flick (1996) zurückgegriffen. In das Untersuchungsvorhaben werden Absolventinnen und Absolventen der primärqualifizierenden Studiengänge Hebammenkunde (B.Sc.) und Physiotherapie (B.Sc.) der Hochschule Fulda einbezogen, welche bereits erste praktische Berufserfahrungen vorweisen können. Der Fokus liegt dabei auf den ersten drei Abschlussjahrgängen der jeweiligen Studiengangsrichtungen.

Die Auswertung der Daten erfolgt nach der Konstruktion von Typen und Typologien in Anlehnung an Kelle/Kluge (2010). Es wird dadurch möglich, das Datenmaterial inhaltlich zu ordnen, ein Raster für die Beantwortung der Forschungsfragen zu erstellen sowie eine Theoriebildung im Sinne der Grounded Theory hervorzubringen. 

Ergebnisse

Mit abschließenden Projektergebnissen ist bis Ende 2021 zu rechnen.

Bei Fragen zum Projekt steht Ihnen Franziska Meissner als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Abgeschlossene Projekte zum Thema Modellstudiengänge

  • Stertz N, Salzmann A, Blättner B (2016): Evaluation der Modellklausel für Hebammenkunde und Physiotherapie an der Hochschule Fulda. pg-papers 02/16.
  • Stertz N, Blättner B (2017): Beruflicher Verbleib der ersten Absolventenkohorte des Studiengangs Hebammenkunde B.Sc. an der Hochschule Fulda
  • Stertz N, Blättner B (2017): Beruflicher Verbleib der ersten Absolventenkohorte des Studiengangs Physiotherapie B.Sc. an der Hochschule Fulda