Hitzenotfälle Sommer, Hitze, Notaufnahme: Start des BMU-Projekts NoWoHit in Worms

09.10.2020

Im September 2020 startete das Forschungsprojekt „Surveillance von Notfallkontakten während Hitzeperioden in Worms“ (NoWoHit) mit einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Im Rahmen einer Surveillance werden Daten fortlaufend systematisch erfasst, analysiert und interpretiert, um geeignete Maßnahmen zu planen, einzuführen und diese regelmäßig zu evaluieren.

Seit der Hitzewelle in Europa im Sommer 2003 steht außer Frage, dass Hitzeereignisse auch in Deutschland ein hohes Gesundheitsrisiko darstellen. Als Reaktion auf die Übersterblichkeit aufgrund der Häufung hitzebedingter Erkrankungs- und Todesfälle entwickelten einige europäische Staaten Hitzeaktionspläne. Auf Basis dieser Erfahrungen legte die WHO Europe in 2008 einen Leitfaden für Hitzeaktionspläne vor, der Grundlage für die deutschen „Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen“ im Jahr 2017 war. In enger Anlehnung an die WHO-Empfehlungen werden acht Kernelemente eines Hitzeaktionsplanes definiert, darunter das Kernelement „Monitoring und Evaluation“. Hierunter werden Verfahren verstanden, die geeignet sind, mit Hilfe der Auswertung kontinuierlich anfallender Daten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz bei Hitze zu planen, zu modifizieren, die Effekte der umgesetzten Maßnahmen eines Hitzeaktionsplanes einzuschätzen und schließlich den Optimierungsbedarf aufzuzeigen.

Ziel des Projektes NoWoHit ist die Entwicklung und Implementierung eines Verfahrens zur gezielten Surveillance in der Stadt Worms auf Basis der Auswertung von hitzebedingten Notfallkontakten des regionalen Krankenhausversorgers. In Worms, als eine der größeren deutschen Mittelstädte, soll beispielhaft ermittelt werden, wie a) sich gesundheitliche Belastungen der Bevölkerung durch Hitze in den Notfallkontaktdaten abbilden, b) diese Daten für eine Surveillance der hitzebedingten Krankheitslast aufbereitet werden können und c) eine zeitnahe Distribution an relevante Akteure innerhalb der Kommune erfolgen kann.

Die Stadt Worms ist aus mehreren Gründen für das geplante Vorhaben besonders geeignet: Zum einen ist die Betroffenheit der Stadt hoch, da sie mit ihrer Lage in der Rheinebene von Rheinland-Pfalz, einer der heißesten Gegenden Deutschlands, nach Klimaprojektionen des Deutschen Wetterdienstes eine Verdoppelung der Hitzetage bereits innerhalb der nächsten 30 Jahre erwartet. Zum Zweiten ist die Stadt motiviert, einen kommunalen Hitzeaktionsplan zu entwickeln und umzusetzen, in welchen das Surveillanceverfahren integriert werden kann. Zum Dritten erfolgt die regionale Krankenhausversorgung über einen großen Anbieter, dem Klinikum Worms. Die Daten der Zentralen Notaufnahme des Klinikums bilden somit das Notfallgeschehen in Stadt und Umland umfassend ab.

Die Hochschule Fulda wird gemeinschaftlich mit der Stadt Worms und dem Klinikum Worms eng zusammenarbeiten. Die wissenschaftliche Leitung übernehmen Frau Prof. Dr. Henny Annette Grewe mit langjähriger Expertise in der Forschung zu gesundheitlichen Folgen von Hitzeextremen, Frau Prof. Dr. Dea Niebuhr und Frau Prof. Dr. Katharina Rathmann. Hendrik Siebert und Debora Janson sind in der wissenschaftlichen Mitarbeit des Projektes tätig.

Gefördert wird das Projekt NoWoHit vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des BMU-Programms „Anpassung an den Klimawandel“ mit dem Schwerpunkt „Kommunale Leuchtturmvorhaben“.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kontaktdaten

Prof. Dr.

Henny Annette Grewe

Medizinische Grundlagen der Pflege

Gebäude 31 , Raum 102
Prof. Dr.Henny Annette Grewe+49 661 9640-625
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