Nachruf

07.01.2019

Die Hochschule Fulda und der Fachbereich Pflege und Gesundheit trauern um Prof. Dr. Klaus Stegmüller.

Am 23. Dezember 2018 ist Prof. Dr. Klaus Stegmüller nach langer Krankheit verstorben. Vor seiner Tätigkeit an der Hochschule Fulda war der Diplom-Politologe unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Soziologie am Klinikum der Universität Frankfurt tätig und promovierte dort mit einer Dissertation zum Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung.  Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der HLT, Gesellschaft für Forschung und Entwicklung, in Wiesbaden im Bereich der Wirtschafts- und Regionalforschung beschäftigt und betreute Projekte auf dem Gebiet der Gesundheitsökonomie. Im September 1999 wurde Klaus Stegmüller auf die Professur für organisatorische und institutionelle Grundlagen der Pflege am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda berufen.

In der Lehre deckte er ein ausgesprochen breites Spektrum an politik-, sozial- und arbeitswissenschaftlichen Themen ab. Klaus Stegmüller empfand Lehre nie als Belastung, sondern als Kern seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Mit großem Engagement hat er den Studierenden des Fachbereichs insbesondere gesundheits- und pflegepolitische Akteurs- und Interessenkonstellationen vermittelt, ohne die ein vertieftes Verständnis des deutschen Systems der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung schlichtweg unmöglich ist. Besondere Verdienste hat sich Klaus Stegmüller beim Aufbau des primärqualifizierenden Studiengangs Physiotherapie an der Hochschule Fulda erworben. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass er selbst kein Physiotherapeut war und ein Hochschullehrer mit einer einschlägigen Denomination zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht berufen war.

Klaus Stegmüller verkörperte in seiner Person geradezu idealtypisch das hochschulpolitische Ideal der Einheit von Forschung und Lehre. In einer Vielzahl von Forschungsprojekten ging er zentralen gesundheits- und pflegepolitischen Fragestellungen nach. So engagierte er sich für gesunde Arbeits- und Lebensbedingungen in Schulen und auch am eigenen Arbeitsplatz. Über viele Jahre hinweg initiierte und begleitete er das Projekt der gesundheitsfördernden Hochschule Fulda. Bis zuletzt setzte er sich dafür ein, dass dieses Projekt zur Daueraufgabe in der Institution Hochschule wird. Zudem erforschte Klaus Stegmüller die Rahmenbedingungen gesundheitlicher und pflegerischer Versorgung im Land Hessen und der Region Fulda. Dabei wies er immer wieder auf die immense Bedeutung kommunaler Steuerung für eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung hin. Sehr frühzeitig und weiterhin bis kurz vor seinem Tod hat Klaus Stegmüller darüber hinaus auf die Notwendigkeit verbesserter Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte in der Kranken- und Altenpflege hingewiesen.

Klaus Stegmüller war nicht nur Politikwissenschaftler, er war auch ein überaus politisch denkender Mensch. Er hat immer wieder auf die besondere Verantwortung des Hochschullehrers bzw. der Hochschullehrerin in einer selbstverwalteten Institution hingewiesen. Diese Verantwortung hat er wie kaum ein anderer vorgelebt. Er war fast acht Jahre Mitglied des Senats der Hochschule Fulda und insgesamt 15 Jahre Mitglied des Fachbereichsrats des Fachbereichs Pflege und Gesundheit. Von 2004 bis 2007 war er darüber hinaus Dekan des Fachbereichs. Er war damit über lange Jahre in entscheidender Art und Weise an der Entwicklung des Fachbereichs Pflege und Gesundheit und der Hochschule Fulda beteiligt.

Wir verlieren mit Klaus Stegmüller nicht nur einen überaus engagierten Lehrer, einen am gesellschaftlichen Bedarf orientierten Forscher und einen durch und durch politisch denkenden und handelnden Menschen. Wir verlieren außerdem einen wunderbaren Kollegen, der das Miteinander im Fachbereich Pflege und Gesundheit geprägt und gestaltet hat. Viele von uns verlieren und betrauern außerdem einen ebenso wunderbaren Freund.

Die Abschiedsfeier von Herrn Prof. Dr. Klaus Stegmüller findet am 17.01.2019 (Donnerstag) um 11:30 Uhr in der Kapelle auf dem Friedhof Frauenberg statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt nur im engsten Kreis an einem anderen Termin.

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