Studium für das Schulfach „Gesundheit“

14.12.2018

Im Studiengang „Berufspädagogik Fach Gesundheit" lernen die angehenden Lehrer*innen viel über medizinische Themen, das Gesundheitswesen sowie Gesundheitsförderung — und wie sie dieses Wissen später vermitteln. Foto: Hochschule Fulda

„Gesundheit ist in Hessen ein sogenanntes Mangelfach", sagt Professorin Dr. Henny Annette Grewe. Der neue Lehramtsstudiengang schließt daher eine Lücke.

Der Gesundheitssektor ist ein Jobmotor: Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland arbeiten laut dem Bundesministerium für Gesundheit in diesem Bereich ─ Tendenz steigend.

Die Palette an Berufen im Gesundheitswesen ist breit: Sie reicht von Heilberufen (Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen) bis zum Handwerk (Augenoptiker*innen, Orthopädiemechaniker*innen). Die angehenden Fachkräfte werden in Hessen in unterschiedlichen Schultypen auf ihre spätere Tätigkeit vorbereitet. Dazu gehören Berufsschulen, Gymnasien mit berufsbildendem Zweig und Fachoberschulen.

Erster Lehramtsstudiengang in Hessen für das Fach Gesundheit
Seit Oktober dieses Jahres gibt es in Hessen den ersten Lehramtsstudiengang für das Fach Gesundheit. In Zusammenarbeit mit der Uni Kassel bietet die Hochschule Fulda den Studiengang „Berufspädagogik Fach Gesundheit“ an. Dabei kümmert sich die Hochschule Fulda um die Inhalte des Fachs Gesundheit sowie um die Fachdidaktik. Die pädagogischen Anteile und das Zweitfach lehrt die Uni Kassel.

Die Themen im Fach Gesundheit sind so breit gefächert wie das, was später an den Schulen gelehrt wird. Ein Schwerpunkt sind die Grundlagen der Humanbiologie. Konkret heißt das: „Alle biologischen Phänomene von der Menschwerdung bis zum Tod“, sagt die Professorin Dr. Henny Annette Grewe, die den Studiengang leitet. „Dazu gehören die Organsysteme, Stammzellenforschung oder auch die Frage, was seltene Krankheiten so schwierig macht.“

„Wodurch werden Menschen krank?“
Wichtig sind auch Themen der Gesundheitsförderung und der Gesundheitspolitik. „Wir beschäftigen uns mit Fragen wie: Wodurch werden Menschen krank, und was ermöglicht ihnen gesund zu bleiben? Wie müssen sich Betriebe, Schulen oder Krankenhäuser verändern, um etwas für die Gesundheit der Beschäftigten und der Patientinnen und Patienten zu tun? Oder auch: Woher wissen wir überhaupt, welche Interventionen wirksam sind?“, erklärt Professorin Grewe.

Schulpraktika sind dabei, wie in jedem Lehramtsstudium, fester Bestandteil ─ aus gutem Grund. „Eine Lehrsituation kennen Schulabgängerinnen und Schulabgänger meist nur aus der Perspektive der Lernenden“, sagt Professorin Grewe. „Die Praktika geben ihnen die Möglichkeit, herausfinden, ob sie vor einer Gruppe stehen und bestehen können.“ Zudem werden Theorie und Praxis auf diese Weise verzahnt.

Vier Bewerbungen pro Studienplatz
Wie sehr das Studienangebot eine Lücke schließt, zeigt auch die gute Nachfrage. „Auf einen Studienplatz kamen vier Bewerbungen“, sagt Prof. Dr. Beate Blättner, Studiendekanin am Fachbereich Pflege und Gesundheit. „Das ist überraschend viel für einen Studiengang, der gerade erst gestartet ist.“

Die Berufsaussichten der Absolventinnen und Absolventen schätzen beide Professorinnen als sehr gut ein. „Ein Blick in die Gesundheitsversorgung zeigt: Es mangelt an allen Ecken und Enden an Fachkräften“, sagt Professorin Grewe. „Gut ausgebildetes Personal wird händeringend gesucht, deshalb auch Lehrkräfte für das Fach Gesundheit.“

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