Hochschule Fulda und ArbeiterKind.de kooperieren

30.01.2019

Ellen Herzog pflegt vom neuen Büro in Fulda aus die Kooperationen von ArbeiterKind.de in Hessen und Süddeutschland. (Foto: privat)

ArbeiterKind.de, die gemeinnützige Organisation zur Förderung der Studienbeteiligung unterrepräsentierter Gruppen, baut ein regionales Büro an der Hochschule Fulda auf.

Die Hochschule Fulda und ArbeitderKind.de haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die bundesweit tätige gemeinnützige Organisation verfolgt das Ziel, mehr Schülerinnen und Schüler aus nichtakademischen Familien zum Studium zu ermutigen und beim Übergang von der Schule ins Studium sowie im Studienalltag zu begleiten. Dazu arbeitet sie unter anderem mit Kooperationspartnern aus Bildung und Wirtschaft zusammen. Von dem an der Hochschule Fulda neu eingerichteten regionalen Büro aus pflegt die Organisation künftig ihre Kooperationspartner in Hessen und Süddeutschland und baut neue Kooperationen auf. Die Hochschule Fulda ist die erste Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hessen, an der ein solches Büro entstanden ist. Zwei weitere hessische Büros befinden sich an den Universitäten in Gießen und Frankfurt.

"Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Studierende in erster Generation nutzen bei uns ihre Chancen zum Bildungsaufstieg. Insofern fühlen wir uns den Zielen von ArbeiterKind.de sehr verbunden", erläutert Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar die Beweggründe für die Kooperation.

„Die Hochschule Fulda hat sich zum Ziel gesetzt, Studierende aus Nicht-Akademikerfamilien zu fördern. Dazu gehört auch, dass wir uns verstärkt für die Vermittlung von Stipendien einsetzen“, erklärt Prof. Dr. Kathrin Becker-Schwarze, Vizepräsidentin für Lehre und Studium. Aus diesem Grund hat die Hochschule Fulda im vergangenen Jahr den Tag des Stipendiums ins Leben gerufen, an dem die Zentrale Studienberatung über die verschiedenen Fördermöglichkeiten informiert und bei Auswahl und Bewerbung unterstützt. „ArbeiterKind.de ist hier eine wertvolle Ergänzung des Angebots“, sagt Vizepräsidentin Becker-Schwarze.

Wenngleich das Bildungsniveau in Deutschland insgesamt gestiegen ist und es immer mehr akademisch Qualifizierte gibt, entscheidet hierzulande noch immer die soziale Herkunft über den Bildungsweg: Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien beginnen statistisch gesehen 79 ein Hochschulstudium. Aus Nicht-Akademikerfamilien gehen 27 von 100 Kindern studieren, fand eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zur Hochschulbeteiligung in Deutschland im vergangenen Jahr heraus.

„Dank der Kooperation können wir unsere Beziehungsarbeit vor Ort verstärken und unseren Einsatz für Chancengleichheit auf eine breitere Basis stellen“, betont Katja Urbatsch, Gründerin und Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de.


Über ArbeiterKind.de
ArbeiterKind.de entstand 2008 aus einer Idee der Sozialunternehmerin Katja Urbatsch und wuchs rasch von einer Website zur größten deutschen gemeinnützigen und spendenfinanzierten Organisation für Studierende der ersten Generation heran. Bundesweit engagieren sich 6.000 Ehrenamtliche in 75 lokalen ArbeiterKind.de-Gruppen – vor Ort, persönlich und bedarfsorientiert.

Die Vision von ArbeiterKind.de ist, dass in Deutschland jedes Kind aus einer nicht-akademischen Familie mit geeigneter Qualifikation die Chance auf einen Bildungsaufstieg hat. Deshalb ermutigt die gemeinnützige Organisation Schülerinnen und Schüler, die das wollen, ein Studium aufzunehmen, und unterstützt sie auf dem Weg zum Studienabschluss und Berufseinstieg.