Promotionskolleg Human Rights and Social Justice

Infrastructure & Collapse in the Anthropocene

Workshop

Organisiert durch den „(Dis-)entangled Anthropocene reading circle“

Das Anthropozän ist ein in der Wissenschaft zunehmend einflussreiches Konzept, das angeblich eine neue geologische Epoche einläutet. Dieses Konzept besagt, dass der Mensch (der Anthropos) die biochemischen und geophysikalischen Prozesse der Erde tiefgreifend verändert und damit die bisherige ökologische Stabilität des Holozäns destabilisiert hat (z. B. durch Klimawandel, Umweltverschmutzung, Artensterben, Entwaldung usw.). Wir haben es also nicht mit einer Reihe von „externen“ Problemen zu tun, die von der Menschheit getrennt sind (etwas „da draußen“), sondern mit einem Zustand, in dem „wir“ uns jetzt befinden. Ein Zustand, der durch den Zusammenbruch der zuvor gesicherten Binaritäten definiert ist: Natur/Kultur, innen/außen und Subjekt/Objekt. Als solche scheinen die modernen Vorstellungen von Fortschritt, Entwicklung und Märkten - die physische und ideologische Infrastruktur, die unserer globalisierten westlichen Welt zugrunde liegt - nicht mehr wie beabsichtigt zu funktionieren. Die Positivität der Vorstellung von Infrastrukturen, die die moderne Gesellschaft aufrechterhalten, ruft zunehmend Ängste vor Nebenwirkungen, Zerstörung, Gewalt und Zusammenbruch hervor. So stellt das Anthropozän letztlich unsere Grundannahmen darüber in Frage, was wir wissen und wie wir die Welt verstehen.

Ausgehend von dieser Voraussetzung versucht dieser zweitägige Workshop, Infrastruktur in all ihren Aspekten (natürliche, gebaute, kognitive, affektive) als heuristischen Einstiegspunkt in die Transformationen des Anthropozäns zu nutzen und dessen Versprechen von Erneuerung und Zusammenbruch (politisch, wirtschaftlich, ökologisch, zeitlich) kritisch zu hinterfragen. Was zählt im Anthropozän als Infrastruktur? Welche Hoffnungen und Ängste sind mit infrastrukturellen Imaginationen und Projekten verbunden? Welches Erbe tragen sie in sich? Welche Möglichkeiten der kritischen Intervention bergen sie?

Diese Veranstaltung, die aus einer Reihe von Forschungspräsentationen, Gruppendiskussionen, einer Filmvorführung und einer Exkursion in die Wälder besteht, ist ein multidisziplinärer Workshop, der Studenten, Forschern und Praktikern das neue „menschliche“ Zeitalter näher bringen und einen Raum für gemeinsame Diskussionen und den Austausch von Perspektiven eröffnen soll.

Programm (PDF)

Ort & Zeit

28. - 29. Oktober 2024

Hochschule Fulda

Gebäude 22

Raum 22.302

Kontakt

Bitte melden Sie sich für den Workshop bis zum 21. Oktober 2024 bei Tom Scheunemann an:


Email: tom.scheunemann(at)sk.hs-fulda.de