Nicola Diedrich


Globalisierung

Titel des Promotionsprojektes: Mikropolitik im EU Institutionensystem. Eine akteur*innenzentrierte Analyse der Gestaltungsmöglichkeiten und Dynamiken der inter-institutionellen Politik der EU am Beispiel der Sozial- und Antidiskriminierungspolitik.

Abstract des Promotionsprojektes

Die Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Anthropozän – das durch Geologen ausgerufene neue Erdzeitalter in dem der Mensch (griechisch Anthropos) zur planetaren Naturgewalt wird – hat zu einer unerwarteten Rückkehr anthropologischer Aussagen geführt. Quer zum dominanten Sozialkonstruktivismus und durch das Phänomen des Anthropozäns mit politischer Relevanz ausgestattet, erfreuen sich dabei insbesondere posthumane, relationale und postanthropozentrische Anthropologien zunehmender Beliebtheit.

Die Entwicklung von Rechtsetzung und Politikgestaltung in der Sozial- und Antidiskriminierungspolitik der EU wird von verschiedenen Akteur*innen beeinflusst. Diese wirken nicht nur auf die Politikbereiche, sondern beeinflussen sich auch gegenseitig. Durch diese inter-institutionellen Dynamiken wird Mikropolitik im EU-Institutionengefüge sichtbar. Die geplante Dissertation untersucht, inwieweit die inter-institutionellen Dynamiken im EU-Institutionengefüge und das politische Handeln der zentralen Akteur*innen – Rat der Europäischen Union, Europäisches Parlament, Europäische Kommission und Europäischer Gerichtshof – die Gestaltung der Sozial- und Antidiskriminierungspolitik der EU beeinflussen. Das Forschungsvorhaben liefert neue Erkenntnisse für die Erklärung von politischen und gesetzgeberischen Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen auf europäischer Ebene und leistet einen Beitrag zur Schließung der Forschungslücke in Bereich der mikropolitischen Gestaltungsansätze innerhalb der Union.

Geplant ist ein qualitatives Forschungsdesign, das sich aus einer Dokumentenanalyse und der Durchführung von Expert*inneninterviews zusammensetzt. Durch die Dokumentenanalyse werden Handlungsmuster, Strategien, Kontroversen und Entwicklungstendenzen sichtbar gemacht. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen dienen die Expert*inneninterviews dazu, mögliche Ursachen und Erklärungsansätze für inter-institutionelle Prozesse der Politikgestaltung der Sozial- und Antidiskriminierungspolitik der EU zu liefern.

The development of legislation and policy-making in EU social and anti-discrimination policy is influenced by various actors. These not only affect the policy areas, but also influence each other. Through these inter-institutional dynamics, micro-politics become visible in the EU institutional structure. The planned dissertation examines to what extent the inter-institutional dynamics in the EU institutional structure and the political action of the central actors - the Council of the European Union, the European Parliament, the European Commission and the European Court of Justice - influence the shaping of the EU's social and anti-discrimination policies. The research project provides new insights for explaining political and legislative decision-making and development processes at the European level and contributes to closing the research gap in the field of micro-political research within the Union.

A qualitative research design is planned, consisting of a document analysis and interviews with experts. The document analysis will reveal patterns of action, strategies, controversies and development trends. Based on these findings, the expert interviews will serve to provide possible causes and explanatory approaches for inter-institutional processes of policy-making in the EU's social and anti-discrimination policy.

Thematischer Schwerpunkt: Globalisierung


Kontaktmöglichkeit
nicola.diedrich@sk.hs-fulda.de

Lebenslauf in Stichpunkten

  • Seit Mai 2022 Mitarbeiterin an der Hochschule Fulda, Abteilung Forschung und Transfer. Aufgabengebiete: Europäische Forschungs- und Transferbeziehungen, Europe Direct, Erasmus für Jungunternehmer
  • 2020- 2022 Studentische Hilfskraft am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda im Projekt: „Akzeptanz und Vielfalt in Fulda und Region“
  • 2018: Praktikum bei der Deutschen Botschaft Bangkok
  • 2017- 2021: Intercultural Communication and European Studies (M.A.), Hochschule Fulda

Titel der Master-Thesis: Die LGBTIQ* Antidiskriminierungspolitik der EU. Der EuGH als zentraler Akteur

  • 2017: Kulturelles FSJ der deutschen UNESCO Kommission e.V. bei der Lesotho National Commission for UNESCO
  • 2013 – 2016: Internationale Kommunikation und Übersetzen (B.A.), Universität Hildesheim 

Zeitraum des Promotionsprojektes
Seit April 2022

Mitwirkung an Forschungsprojekten:

Erstbetreuerin

Prof. Dr.

Claudia Wiesner

Jean Monnet Chair

Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration

Kontakt

Prof. Dr.

Claudia Wiesner

Jean Monnet Chair

Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration

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